Zahlen und Fakten: Globalisierung

Handelspartner

25.1.2010
Die wichtigsten Handelspartner für Deutschland sind die Mitgliedstaaten der Europäischen Union. Mehr als 61 Prozent des deutschen Außenhandelsumsatzes wurden im Jahr 2008 mit den Ländern der EU erzielt.

Die wichtigsten Handelspartner Deutschlands.Klicken Sie auf die Grafik, um die PDF zu öffnen. (bpb) Lizenz: cc by-nc-nd/3.0/de/

Fakten



Die wichtigsten Handelspartner für Deutschland sind die Mitgliedstaaten der Europäischen Union (EU). Mehr als 61 Prozent des deutschen Außenhandelsumsatzes (Ausfuhren plus Einfuhren) wurden im Jahr 2008 mit den Ländern der EU erzielt. Die europäischen Staaten, die nicht zur EU gehören, hatten im Jahr 2008 einen Anteil von 12,4 Prozent am deutschen Außenhandelsumsatz. Damit wurden 2008 fast drei Viertel des deutschen Außenhandels innerhalb Europas abgewickelt.

Die asiatischen Staaten hatten 2008 einen Anteil von 13,7 Prozent am deutschen Außenhandelsumsatz, gefolgt von den Staaten Amerikas mit einem Anteil von 9,6 Prozent. Die afrikanischen Staaten mit einem Anteil von 2,2 Prozent und Australien/Ozeanien mit einem Anteil von 0,6 Prozent waren im Jahr 2008 für die deutsche Wirtschaft als Außenhandelspartner von deutlich geringerer Bedeutung.

Der mit Abstand wichtigste Handelspartner Deutschlands im Jahr 2008 war wie in den Jahren zuvor Frankreich. Die Ausfuhren nach Frankreich stiegen dabei gegenüber dem Vorjahr um 5,7 Prozent auf 96,9 Milliarden Euro. Auch die Einfuhren aus Frankreich nahmen deutlich um 6,1 Prozent auf 66,7 Milliarden Euro zu. Damit hatte der Handel mit Frankreich einen Anteil am deutschen Export von 9,7 Prozent und einen Anteil am deutschen Import von 8,1 Prozent. Allerdings hatte der Import aus den Niederlanden mit 72,1 Milliarden Euro einen noch höheren Anteil (8,8 Prozent) am Gesamtimport Deutschlands. Von den europäischen Staaten war im Jahr 2008 Großbritannien der dritt- und Italien der viertwichtigste Handelspartner Deutschlands. Durch den Handel mit den Mitgliedstaaten der EU erzielte Deutschland 2008 einen Handelsbilanzüberschuss von 154,9 Milliarden Euro – das entsprach 88 Prozent des gesamten Handelsbilanzüberschusses.

Da die Handels- und Geschäftsbeziehungen mit ausländischen Partnern eher langfristig angelegt sind, ergeben sich in der Rangfolge der Partnerländer zumindest auf den vorderen Plätzen, von Jahr zu Jahr betrachtet, nur geringfügige Verschiebungen. Erst bei Betrachtung größerer Zeiträume sind deutliche Änderungen in der Länderstruktur erkennbar: Seit 1998 sind sowohl bei den Ausfuhren als auch bei den Einfuhren die Marktanteile "alter" EU-Partnerländer wie Frankreich, Großbritannien, Italien oder Belgien zurückgegangen. Dagegen haben Polen und die Tschechische Republik durch ihren EU-Beitritt und den damit verbundenen Zugang zum zollfreien Europäischen Binnenmarkt an Bedeutung gewonnen.

Außerhalb Europas war der Handel mit den USA, China und Russland von großer Bedeutung für Deutschland. Mit einem Außenhandelsumsatz von rund 117,5 Milliarden Euro waren die USA im Jahr 2008 der zweitwichtigste Handelspartner überhaupt. Dies gilt noch stärker für den Export in die USA (2008: 71,5 Mrd. Euro) als für den Import aus den USA (2008: 46,1 Mrd. Euro). Allerdings ist der Anteil der USA an den gesamten Im- und Exporten rückläufig.

Eine relativ abnehmende Bedeutung für den deutschen Außenhandel hat auch Japan, das im Vergleich zu 1998 bei den Ausfuhren von Platz 13 auf Platz 18 und bei den Einfuhren von Platz 7 auf Platz 13 abgerutscht ist. Eine Ursache dafür könnte sein, dass Japan Teile seiner Produktion aus Kostengründen ins Ausland verlagert hat. Die von dort aus getätigten Exporte werden dann nicht mehr als japanische Exporte registriert, auch wenn sie letztlich japanischen Firmen zuzurechnen sind.

Im Gegensatz dazu hat sich die Bedeutung Chinas und Russlands relativ und absolut erhöht. Die deutschen Ausfuhren nach China hatten 2008 einen Wert von 34,1 Milliarden Euro (plus 14,0 Prozent gegenüber 2007). China stand damit bei den Ausfuhren auf Rang 11 (1998: Platz 18). Noch eindrucksvoller ist die Entwicklung bei den Einfuhren: zwischen 1995 und 2008 verdreifachten sich diese auf 59,4 Milliarden Euro. In Bezug auf die Einfuhren belegte China im Jahr 2008 den dritten Platz (1998: Platz 11).

Russland konnte aufgrund der zunehmenden Bedeutung als Gas- und Rohöllieferant seinen Anteil an den deutschen Einfuhren im Zeitraum von 1998 bis 2008 mehr als verdoppeln und steht jetzt auf Platz 8 (1998: Platz 15). Beim Export deutscher Waren nimmt Russland hinter China Platz 12 ein (1998: Platz 16). Von Januar bis Oktober 2008 wurden aus Russland nach Deutschland Erdöl und Erdgas im Wert von 22,5 Milliarden Euro eingeführt. Gegenüber dem Vorjahreszeitraum stieg die Einfuhr wertmäßig um 41,3 Prozent. In der Rangfolge der wichtigsten Lieferländer von Erdöl und Erdgas lag Russland mit einem Anteil von 32,5 Prozent auf Rang 1 vor Norwegen (21,9 Prozent) und Großbritannien (9,8 Prozent). Der Anteil der deutschen Importe von Erdöl und Erdgas aus Russland an allen deutschen Importen aus Russland lag bei 73,8 Prozent.

Datenquelle



Statistisches Bundesamt: Statistisches Jahrbuch 2009, www.destatis.de

Tabelle: Die wichtigsten Handelspartner Deutschlands



Nach Staaten, Warenimport und -export in absoluten Zahlen und Anteile in Prozent, 2008

Ursprungsland Import,
in Mio. Euro
Anteile,
in Prozent
Niederlande 72.083 8,8
Frankreich 66.710 8,1
China 59.378 7,3
USA 46.060 5,6
Italien 45.962 5,6
Großbritannien 44.261 5,4
Belgien 39.775 4,9
Russland 35.909 4,4
Österreich 33.148 4,0
Schweiz 31.161 3,8
Tschechische Republik 28.331 3,5
Polen 26.228 3,2
Japan 23.087 2,8
Norwegen 22.251 2,7
Spanien 21.631 2,6
Ungarn 17.758 2,2
Irland 16.642 2,0
Schweden 14.182 1,7
Dänemark 11.859 1,4
Türkei 9.645 1,2
Brasilien 9.372 1,1
Südkorea 9.021 1,1
Slowakei 8.857 1,1
Finnland 8.128 1,0
Taiwan 5.584 0,7
insgesamt 818.621 100,0
 
Bestimmungsland Export,
in Mio. Euro
Anteile,
in Prozent
Frankreich 96.859 9,7
USA 71.467 7,2
Großbritannien 66.788 6,7
Niederlande 65.644 6,6
Italien 64.003 6,4
Österreich 53.841 5,4
Belgien 51.635 5,2
Spanien 43.704 4,4
Polen 40.149 4,0
Schweiz 38.990 3,9
China 34.096 3,4
Russland 32.341 3,3
Tschechische Republik 27.801 2,8
Schweden 20.648 2,1
Ungarn 17.617 1,8
Dänemark 16.099 1,6
Türkei 15.140 1,5
Japan 12.806 1,3
Finnland 9.913 1,0
Slowakei 8.884 0,9
Südkorea 8.826 0,9
Rumänien 8.752 0,9
Brasilien 8.660 0,9
Griechenland 8.254 0,8
Portugal 8.249 0,8
insgesamt 994.870 100,0

Quelle: Statistisches Bundesamt: www.destatis.de


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