Ahmadinedschad auf der Konferenz "The World without Zionism".
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Die umstrittene Rede Ahmadinedschads

22.4.2008
Er erinnerte daran: "Deshalb ist der gegenwärtig in Palästina stattfindende Kampf die vorderste Front der islamischen Welt gegen die Welt der Arroganz. Dieser Schicksalskampf wird das Los Palästinas für Hunderte von Jahren bestimmen."

Unser Präsident sagte ebenfalls: "Heute vertritt das palästinensische Volk in seinem Kampf gegen das hegemoniale System die gesamte islamische Gemeinschaft [umma]. Gott sei Dank können wir tagtäglich Zeugen seines Fortschreitens und seines Erfolges sein, seit es den Weg des islamischen Kampfes geht, sich auf islamische Ziele und Praktiken hin bewegt und sein Kampf eine islamische Form und Orientierung angenommen hat."

Ahmadinedschad bemerkte zum Titel der Konferenz "Eine Welt ohne Zionismus": "Zum Titel Eures Treffens muss ich sagen, dass es ein sehr wertvoller Leitsatz ist."

Er fügte hinzu: "Viele Menschen streuen in diesem schweren Kampf zwischen der islamischen Welt und der Front der Ungläubigen [kufr] permanent die Saat der Verzweiflung und Hoffnungslosigkeit. Sie wollen die islamische Welt im Herzen aushöhlen."

Ahmadinedschad bemerkt, dass diese Leute Ausdrücke benutzten wie "es ist unmöglich" oder "kann das überhaupt gehen?" und sagte: "Diese Menschen sagen: 'Ist es denn möglich, dass wir eine Welt ohne Amerika und Zionismus erleben können?' Aber Ihr [Zuhörer], Ihr wisst am besten, dass es möglich und machbar ist, diese Parole und dieses Ziel zu verwirklichen."

Der Präsident unseres Landes sagte unter Verweis auf die Zeit des Tyrannen [Schah Reza II. Pahlevi] in Iran: "Gehen wir einen Schritt zurück. In unserem Land dominierte eine sonderlich grausame, repressive und fremdbestimmte, bis an die Zähne bewaffnete Regierung. Die Mitglieder der SAVAK [Geheimpolizei] überwachten jede Bewegung und es herrschte eine ausserordentliche Grausamkeit."

Er fügte hinzu: "Als der liebe Imam [Khomeini] sagte, dass diese Regierung weg muss und wir eine Welt ohne abhängige Regierungen brauchen, fragten viele Menschen, die behaupteten, etwas von Politik oder ähnlichem zu verstehen: Kann das überhaupt gehen?"

Ahmadinedschad fügte hinzu: "Am Anfang als der Imam seine Bewegung begonnen hatte, unterstützten alle Mächte jene korrupte Regierung. Sogar nach dem blutigen Freitag and 17. Schahrivar [7. September 1978] haben sowohl die West- wie die Ostmächte, wie auch die Regierungen der Region es verteidigt and sagten: Es ist unmöglich."

Unser Präsident sagte danach: "Aber unser Volk war standhaft und inzwischen leben wir seit 27 Jahren mit einer Regierung, die von Amerika unabhängig ist. Der Imam [Khomeini] erklärte: Die Vorherrschaft des Ostens [UdSSR] und des Westens [USA] über die Welt muss ein Ende finden. Aber die schwachen Menschen, die lediglich ihre eigene kleine Welt vor Augen hatten, glaubten ihm nicht.

Unser Präsident setzte nach: "Niemand glaubte, dass wir eines Tages Zeugen vom Zusammenbruch des östlichen Imperiums werden würden und sie meinten, dass es sich um eine eiserne Herrschaft handele. Aber noch zu unseren Lebzeiten konnten wir sehen, wie diese Herrschaft in einer Weise zerfiel, dass man sich heute in den Bibliotheken umtun muss, um nach ihm zu suchen. Keine Spur ist übrig geblieben."

Ahmadinedschad sagte danach: "Der Imam [Khomeini] sagte, dass Saddam gehen muss und sagte dass er beispiellosen Erniedrigungen ausgesetzt werden würde. Was sehen wir heute? Der Herr, der vor 10 Jahren noch so stolz sprach, als würde er ewig leben, trägt heute Ketten an Händen und Füßen in seinem eigenen Land. Nun wird er von denjenigen verurteilt, welche ihn zu protegieren geruhten und mit deren Unterstützung er seine Verbrechen beging."

Unser Präsident fügte hinzu: "Unser lieber Imam [Khomeini] sagte auch: Das Regime, das Jerusalem besetzt hält, muss aus den Annalen der Geschichte [safha-yi rōzgār] [3] getilgt werden. In diesem Satz steckt viel Weisheit. Das Palästina-Problem ist keine Frage in welcher man in einem Teil Kompromisse eingehen könnte."

Ahmadinedschad weiter: "Kann eine [gemeinsame] Front es dulden, wenn in ihrer Mitte eine fremde Macht entsteht? Dies würde eine Niederlage bedeuten und wer immer die Existenz dieses Regimes anerkennt, hat in Wirklichkeit die Niederlage der islamischen Welt unterschrieben."

Er sagte ebenfalls: "Unser lieber Imam [Khomeini] hat in seinem Kampf gegen die Welt der Arroganz das Regime, das Jerusalem besetzt, zu seinem Hauptangriffspunkt gemacht. Ich zweifle nicht daran, dass die neue Welle, die im geliebten Palästina begonnen hat, und welche wir heute in der islamischen Welt beobachten, eine Welle der Moral ist. Sie hat die gesamte islamische Welt erfasst und wird sehr bald den Schandfleck [Israel] aus dem Schoß der islamischen Welt beseitigen – und das ist machbar."

Er erinnerte daran: "Allerdings wir müssen uns gegen innerislamische Spaltungen [fitnahā] wappnen. Seit mehr als 50 Jahren versucht die Welt der Arroganz der Existenz dieses gefälschten [ma`ğūl] Regimes Anerkennung zu verschaffen. Sie haben sich viel Mühe gegeben, das Regime zunächst zu bestätigen, um dann die weiteren Schritte zu unternehmen."

Ahmadinedschad sagte ebenfalls: "Vor fast 27 oder 28 Jahren haben sie in dieser Hinsicht einen wichtigen Schritt vorwärts getan und unglücklicherweise hat einer der Staaten aus der vordersten Frontlinie einen großen Fehler begangen. Wir hoffen, dass dieser Staat [Ägypten] diesen Fehler korrigiert."

Unser Präsident fuhr fort: "In letzter Zeit ist erneut eine neue innerislamische Spaltung [fitna] im Gange. Sie versuchen, die erzwungene Räumung [des Gazastreifens], welche ihnen vom palästinensischen Volk auferlegt worden war – und sie haben eine Ecke davon geräumt – zum endgültigen Sieg [für die Palästinenser] zu machen. Unter dem Vorwand, dass sie sich ja aus dem Gazastreifen zurückgezogen hätten und ein palästinensischer Staat neben Ihnen gegründet werden solle, versuchen sie, das eigentliche Ziel [vergessen zu machen] und dem eigentlichen Ideal der Palästinenser ein Ende zu setzen."

Er sagte ebenfalls: "Auf teuflische und betrügerische Weise versuchen sie, die Front des Kampfes in ihre eigene Front zu überführen. Die palästinensischen Gruppen innerhalb Palästinas versuchen sie durch ihre List vermittels Nebensächlichkeiten wie politischen Fragen oder Pfründenschacher zu beschäftigen, damit sie die palästinensische Schicksalsfrage nicht mehr verfolgen und übereinander herfallen."

Ahmadinedschad wies darauf hin: "Unter dem Vorwand, mit dem Rückzug aus dem Gazastreifen gute Absichten zu verfolgen, wollen sie einige islamische Staaten dazu bewegen, dieses korrupte Regime anzuerkennen. Ich hoffe sehr und bitte Gott darum, dass das palästinensische Volk und die geschätzten palästinensischen Gruppen sich gegen diese Spaltung [fitna] wappnen."

Unser Präsident wies darauf hin, dass heute die Einheit der Ideale der Front und Einigkeit in Palästina eine Notwendigkeit erster Ordnung und unbedingter Wichtigkeit darstellten, und sagte: "Die Palästinafrage ist keineswegs gelöst. Sie wird erst dann gelöst sein, wenn das gesamte Palästina unter einer Regierung steht, die zum palästinensischen Volk gehört. Die Flüchtlinge müssen in ihre Häuser zurückkehren, und eine im Volk verankerte Regierung muss von den Palästinensern bestimmt werden. Natürlich haben diejenigen, die von weither gekommen sind, um dieses Land zu plündern, kein Recht, über das Schicksal dieses Volkes zu entscheiden."


Fußnoten

3.
An diesem Wort hat sich eine bedeutende Diskussion entzündet. Safha ist die [Buch-] Seite oder das Papierblatt. Rōzgār ist ein Kompositum von rōz (Tag) und gār (Präsensstamm von persisch gaštan - vorbeigehen) und bedeutet Zeit, mit Nebenbedeutungen Tage, Alter, Zeitalter, Schicksal oder Welt. Von der Bedeutung Schicksal abgeleitet bedeutet es ebenfalls im modernen Sprachgebrauch 'Lebensunterhalt'. Landläufig ist auch eine Vorstellung von 'der Seite der Welt' als 'Weltkarte' gewärtig. Diese Bedeutung wurde von der iranischen englischen Übersetzung durch IRIB News, 26. Oktober 2005 mit "wipe Israel from the map" (Israel von der Landkarte ausradieren) wiedergegeben. Die meisten englischen Übersetzungen schließen sich ebenfalls dieser Interpretation an, so die New York Times vom 30. Oktober 2005. In der deutschen Übersetzung von MEMRI wird safha-yi rōzgār (wörtl. "die [Buch]seite der Zeit") als "Geschichtsbücher" wiedergegeben. Die vorliegende Übersetzung schließt sich der Interpretation der englischen Übersetzungen bewusst nicht an, da im Kontext weniger geographische denn zeitliche Metaphern angebracht werden.

 

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