Metin Kaplan - Dossierbild Islamismus

5.9.2011 | Von:
Peter Philipp

Die Rolle Irans als Unterstützer islamistischer Gruppen

Seit Jahren sind die islamistischen Gruppen Hamas und Hisbollah die wichtigsten Verbündeten des Iran im Nahen Osten. Beide sollen dem Gottesstaat helfen, seinen Einfluss in der Region zu vergrößern. Mit Erfolg?

Der iranische Präsident Mahmud Achmadinedschad und der im Exil lebende Hamas-Führer Khaled Mashal in Teheran, 06. März 2007.Der iranische Präsident Mahmud Achmadinedschad und der im Exil lebende Hamas-Führer Khaled Mashal in Teheran, 06. März 2007. (© AP)

In Ägypten herrschte noch der inzwischen gestürzte Husni Mubarak und Khaled Mashal, Vorsitzender des Politbüros der palästinensisch-islamistischen "Hamas", war gar nicht gut auf diesen zu sprechen: Zu Besuch in Teheran schimpfte er im Dezember 2009 in einer Moschee: Es sei doch eine Schande, dass es (arabische) Staaten gebe, die von den USA Hilfe und Unterstützung bekommen oder die mit Israel in Sicherheitsfragen kooperieren. Es sei die Pflicht der Muslime, zusammenzuarbeiten und es sei unnatürlich, wenn ein arabisches oder islamisches Land auf der Seite Israels stehe. Was den Iran betreffe, so stehe dieser klar auf Seiten der Palästinenser, von Gaza und der Hamas. "Einige Leute werfen uns vor, dass wir vom Iran unterstützt werden. Es ist uns eine Ehre, die Unterstützung des Iran zu bekommen..."

So offen und verblümt ist selten zu hören gewesen, dass der Iran "Hamas" unterstützt. Khaled Mashal, der seit Jahren in Damaskus residiert und eigentlicher Führer der "Hamas" ist, sprach zwar nicht von Waffen, Munition und anderer Technologie. Dass die von ihm angesprochene "Unterstützung" sich nicht auf schöne Worte der Solidarität begrenzt, gilt vielen aber seit langem als sicher.

In erster Linie natürlich Israelis und Amerikanern, inzwischen auch Türken: Wiederholt wurden bereits Waffen abgefangen, die sich auf dem Weg in den Gazastreifen befanden: Einmal auf dem östlichen Mittelmeer, ein anderes Mal auf der ägyptischen Sinai-Halbinsel, die an den Gazastreifen angrenzt. Israelische Flugzeuge haben auch schon Waffenschmuggler im Sudan bombardiert, die angeblich iranische Waffen von einem sudanesischen Hafen nach Ägypten und dann in den Gazastreifen transportieren wollten.

Die Türkei wiederum hat einmal ein iranisches Flugzeug zur Landung gezwungen und iranische LKWs beschlagnahmt, mit denen unerlaubt – weil nicht deklariert - Waffen transportiert wurden. Es ist unklar, für wen diese Waffen bestimmt waren, aber der Empfänger war mit Sicherheit kein Staat, sondern eine dem Iran nahestehende Organisation. Wenn nicht die palästinensische "Hamas", dann die libanesische "Hisbollah".

Beide Organisationen sind seit Jahren die wichtigsten Verbündeten des Iran im Nahen Osten. Obwohl sie unterschiedlicher kaum sein könnten: Hamas ist ein Zweig der sunnitischen Muslimbruderschaft, die ihrerseits eher ablehnend und feindselig dem Iran und den Schiiten gegenübersteht. Der Zweck aber heiligt die Mittel: Hamas war in den letzten Jahren immer mehr von seinen traditionellen Freunden auf der Arabischen Halbinsel abgeschnitten und Ägypten behinderte unter Präsident Mubarak auch mehr oder weniger entschlossen den Schmuggel von Waffen und Munition in den Hamas-beherrschten Gazastreifen.

Anders bei Hisbollah: Seine schiitische Bevölkerungsmehrheit machte den Libanon schon bald nach der Revolution 1979 attraktiv für Teheran. Der Traum, dass der Libanon eine islamische Republik nach iranischem Vorbild werden könnte, war in Teheran aber bereits dem Trost gewichen, dass man in der Hisbollah doch wenigstens einen treuen Verbündeten direkt an der Grenze zum verhassten Israel habe. Da begannen die Unruhen des "Arabischen Frühling": Die Teheraner Führung schöpfte neue Hoffnung, dass nun doch die ganze Region dem politischen Islam zuwenden und damit die Vorhersagen von Revolutionsführer Khomeini sich bewahrheiten werden.

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