Herausforderung Salafismus

Informationsdienst

KORA – Koordinierungs- und Beratungsstelle Radikalisierungsprävention

Ort: Dresden

Angebote: Beratung, Hotline, Intervention und Deradikalisierung, Fortbildungen und Trainings für Fachkräfte

KORA ist die Koordinierungs- und Beratungsstelle Radikalisierungsprävention im Freistaat Sachsen und unterstützt die Prävention islamistischer Radikalisierung sowie die Stärkung des Demokratieverständnisses potentiell Betroffener.

KORA unterstützt Angehörige von Personen, die sich salafistisch radikalisieren oder jihadistischen Gruppen angeschlossen haben. Die Beratungsstelle kann auch von Personen kontaktiert werden, die aus dem salafistischen Umfeld aussteigen oder jihadistische oder militante Gruppen verlassen wollen.

KORA wird unterstützt durch das Violence Prevention Network und das Aussteigerprogramm Sachsen.

Details zu den Angeboten

Beratung

– Umfeldberatung –

Zielgruppen
Eltern, Geschwister, Freund/-innen, Lehrkräfte, Arbeitgeber/-innen und alle, die in einer Beziehung zu einer sich radikalisierenden oder bereits radikalisierten Person stehen

Inhalte und Ziele
Sobald sich das Beraterteam ein klareres Bild von der konkreten Situation verschaffen konnte, beginnt ein individueller Beratungsprozess, der einen Rahmenplan mit notwendigen und möglichen Schritten beinhaltet, um eine Radikalisierung zu verhindern, aufzuhalten oder umzukehren.

Hauptziel der Umfeldberatung ist die Unterstützung bei der Deutung und beim Umgang mit Radikalisierungsanzeichen. Weiterhin soll die Handlungskompetenz bei der Begegnung mit salafistischen und anderen islamistischen Ideologien und Handlungsmustern gestärkt werden. Dabei soll diese Maßnahme nicht nur die Fragen der Angehörigen beantworten, sondern auch eine Möglichkeit zur Erreichung der sich radikalisierenden oder bereits radikalisierten Person schaffen und so gegebenenfalls eine Selbst- oder Fremdgefährdung verhindern.

Sprachen
  • Deutsch
  • Englisch
  • Arabisch
Die Hotline ist montags bis freitags von 09:00 bis 16:00 Uhr erreichbar.

Hotline: +49 351 564 564 9

Ansprechpartner: Khaldun Al Saadi, Erik Alm und Kollegen/-innen

Intervention und Deradikalisierung

– De-Radikalisierungsberatung –

Zielgruppen
Die De-Radikalisierungsberatung richtet sich zum einen an Personen, deren Radikalisierung sich noch in einem frühen Stadium befindet, zum anderen aber auch an bereits Radikalisierte, die bereit sind, ihre Haltungen kritisch zu reflektieren.

Inhalte und Ziele
Dabei soll durch ein individuelles Beratungsangebot verhindert werden, dass sich islamistische Einstellungen bei den Betroffenen verstetigen. Ziel ist es, junge Menschen, die extremistische Tendenzen aufweisen, aus dem Radikalisierungsprozess zu lösen.

– Ausstiegsberatung –

Inhalte und Ziele
Die professionelle Hilfe beim Ausstiegs- bzw. Distanzierungsprozess für ausstiegswillige Radikalisierte und die Wiedereingliederung dieser Personen in die demokratische Gesellschaft sind die vorrangigen Ziele der Ausstiegsberatung. Die Schwerpunkte der Ausstiegsberatung und -begleitung liegen dabei insbesondere in ...
  • ... dem Aufbau einer vertrauensvollen und professionellen Arbeitsbeziehung,
  • ... der Vermeidung von Selbst- und Fremdgefährdung,
  • ... der Entwicklung und der Zunahme von Dialogfähigkeit,
  • ... der Entwicklung von Toleranz gegenüber Widersprüchlichkeiten,
  • ... dem Aufbau eines neuen privaten Netzwerkes mit unterschiedlichen sozialen Kontakten jenseits der extremistischen Szene,
  • ... der Orientierung auf einen persönlichen Zukunftsplan jenseits des "politischen Kampfes" sowie
  • ... dem eigenen biographischen Verstehen

Fortbildung und Trainings

KORA bietet kostenfreie, mobile, ganztägige Informations-, Sensibilisierungs- und Fortbildungsveranstaltungen. Die Veranstaltungen sollen zur Sensibilisierung, Früherkennung und Stärkung der Handlungskompetenz von Menschen aller Berufsgruppen beitragen, die mit gefährdeten jungen Menschen in Kontakt stehen.

Zielgruppen
  • Lehrer/-innen, Schulleitungen und Schulsozialarbeiter/-innen
  • haupt- und ehrenamtliche Mitarbeiter/-innen in Flüchtlingseinrichtungen
  • Vormunde unbegleiteter minderjähriger Asylsuchender
  • Fachpersonal der Kinder- und Jugendhilfe
  • Mitarbeiter/-innen in Behörden, wie dem Jugendamt, der Kommunalverwaltung und den Arbeitsagenturen
  • haupt- und ehrenamtliche Mitarbeiter/-innen von muslimischen Organisationen
Drei Fortbildungsmodule werden mit jeweils einem ganztägigen Workshop zu den folgenden Themen angeboten:
  1. Islam
  2. Muslimfeindlichkeit
  3. Radikalisierung und Prävention
Die Fortbildung können zusammen oder einzeln gebucht werden.

Modul I klärt über Grundlagen zu Islam und Muslim/-innen auf. Bestandteile dieser Schulung sind etwa die Wahrnehmung von Islam und Muslim/-innen in der deutschen Gesellschaft, Grundbegriffe des Islam und der religiöse Alltag von Muslim/-innen in Sachsen, Geschlechterrollen im Islam sowie das Verhältnis der islamischen Religion zu Menschen- und Grundrechten, Gewaltfreiheit, Gleichberechtigung und Religionsfreiheit.

Modul II befasst sich vor allem mit vorurteilsbezogener Kommunikation, Muslimfeindlichkeit und ihren Folgen. Dabei wird unter anderem auf das Verhältnis von zum Teil offen geäußerter Feindseligkeit gegenüber Muslim/-innen und Personen, die als solche markiert werden eingegangen. Weiterhin wird die Abwendung Betroffener von der Gesellschaft hin zu neuen „heilsversprechenden“ Ideologien und Weltanschauungen, wie dem Salafismus, thematisiert. Maßgebliches Ziel des Workshops ist der Abbau von Vorurteilen, Verallgemeinerungen und Wissensdefiziten bezüglich Muslim/-innen in Sachsen. Darüber hinaus wird der konstruktive Dialog in einer vielfältigen Gesellschaft auf Basis der Werte der freiheitlich demokratischen Grundordnung gefördert.

Modul III beschäftigt sich mit dem Prozess der Radikalisierung. Aufbauend auf einer Definitionsklärung der Begriffe Islamismus, Salafismus und Jihadismus wird hier zunächst auf die Konzepte und Akteure des islamistischen, salafistischen bzw. jihadistischen Spektrums eingegangen und anschließend die Phasen und Erkennungsmerkmale einer möglichen Radikalisierung beleuchtet. Zusätzlich sollen die Workshop-Teilnehmer/-innen befähigt werden, Radikalisierungsanzeichen frühzeitig zu erkennen und mit klassischen Argumentationsmustern des Islamismus/Salafismus/Jihadismus kritisch umgehen zu können.

Kontakt

KORA – Koordinierungs- und Beratungsstelle Radikalisierungsprävention
Sächsisches Staatsministerium für Soziales und Verbraucherschutz
Geschäftsbereich Gleichstellung und Integration
Demokratie-Zentrum Sachsen
Albertstraße 10
01097 Dresden

Telefon: +49 351 564 564 9
E-Mail: lks-dz@sms.sachsen.de
Website: http://www.demokratiezentrum.sachsen.de
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