Rechtsextreme Demonstranten bei einem Neonazi-Aufmarsch in Berlin am 1. Mai 2010.

Glossar

Identitäre Bewegung



Als Identitäre Bewegung bezeichnet sich eine Ende 2012 auch in Deutschland entstandene lose Gruppierung neu-rechter und rechtsextremer Aktivisten. Die Identitären vertreten die Theorie des Ethnopluralismus, der Ethnien nicht nach biologischen Kriterien, sondern nach Zugehörigkeit zu einem Kulturkreis definiert. Bislang sind sie fast ausschließlich im Internet aktiv und haben keine festen Mitgliederstruktur.

Das Konzept der Identitären Bewegung stammt ursprünglich aus Frankreich, wo 2003 die rechtsextreme Gruppe Bloc identitaire gegründet wurde. Im Oktober 2012 sorgte der Bloc identitaire für europaweite Schlagzeilen, als rund 70 Mitglieder für sechs Stunden das Dach einer Moschee in Poitiers besetzten. Mehrere Besetzer kamen wegen Anstachelung zum Rassenhass und Sachbeschädigung vor Gericht.

In Deutschland sind die Identitären bisher ein reines Online-Projekt und politisch bedeutungslos. Zwar haben ihre zahlreichen Facebookseiten und Youtube-Videos tausende Fans im Netz, aber öffentlich wahrnehmbare Aktionen oder Kundgebungen blieben bisher die Ausnahme. Der Verfassungsschutz bezeichnete die Bewegung 2013 als "virtuelle Erscheinungsform des Rechtsextremismus" mit „bislang wenig Realweltbezug“. Erstmals stufte das Brandenburger Landesamt im April 2014 eine Mitgliedsgruppe der Identitären offiziell als Beobachtungsobjekt ein. Ein Jahr später folgte das Landesamt für Verfassungsschutz Hessen. Es lägen hinreichend Anhaltspunkte vor, dass die Identitäre Bewegung verfassungsfeindliche Ziele verfolge, lautete die Begründung. Im Mai 2014 ließ sich die Gruppierung als "Identitäre Bewegung Deutschland e.V." beim Amtsgericht Paderborn als offizieller Verein eintragen. Zugleich wurde versucht, die Vielzahl unstrukturierter Lokalgruppen in 16 offiziellen Regionalverbänden zu bündeln.

Gruppen-Logo der Identitären ist das Lambda-Symbol, der gelbe Winkel auf schwarzem Grund, der durch die Hollywoodverfilmung des Comics "300" populär wurde. "300" erzählt die Geschichte von 300 Spartanern, die erfolgreich gegen ein Heer tausender Feinde kämpfen. In Anlehnung an diese Heldentaten verstehen sich die Identitären als einsame Verteidiger der "abendländischen Kultur", die angeblich vom Islam bedroht wird. Sie hoffen auf eine "kulturell-geistige Revolution" und sehen sich als Gegenbewegung zum Liberalismus. Die Identitären fordern, dass "Werte wie Tradition, Heimat, Familie, Kultur, Volk, Staat, Ordnung oder Schönheit wieder zu positiven, erstrebenswerten Begriffen" werden, wie es im Manifest der Identitären Bewergung Deutschlands (IBD) heißt.

Tatsächlich vertreten die Identitären klassische islamfeindliche, rassistische und demokratiefeindliche Positionen. Diese werden popkulturell aufbereitet und aktionistisch verpackt, wobei die Identitären viel aus dem Repertoire links-alternativer Protestkultur übernommen haben, wie beispielsweise politische Flashmobs und Spaßguerilla-Aktionen.



03.02.2014

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