Treffen rechtspopulistischer Parteien in Koblenz am 22.01.2017

Sprache, Themen und politische Agitationsformen

Wo Rechtspopulisten auf komplexe gesellschaftliche Verflechtungen und gegenwärtige Krisen mit ausgrenzend-identitätsstiftenden Angeboten antworten, stellt sich immer auch die Frage: Von was reden Rechtspopulisten, wenn sie von Identität reden? Was ist ihr Verständnis von Volk oder Nation? Der Blick auf rechtspopulistische Lexik, ihre Verwendungsweisen und Versuche, Wörter ideologisch aufzuladen, soll dazu beitragen, den Grauzonenbereich zwischen rechtskonservativem und rechtsextremem Denken auszuloten.

Gleichsam reicht es nicht aus, die Widersprüchlichkeiten und Inkonsistenzen von Rechtspopulisten auf der sprachlichen Ebene aufzuzeigen und diese zu dekonstruieren. So sollen in unterschiedlichen Beiträgen auch die politischen Felder und Formen untersucht werden, die den Erfolg von Rechtspopulisten erklärbar machen. Hier geht es u.a. auch um die Frage nach einer vermeintlichen "postfaktischen Politik", Politikstilen der Polarisierung oder der rechtspopulistischen Kritik an Political Correctness und Hatespeech und ihren Mobilisierungseffekten.

Ralf Klausnitzer zum Begriff Lügenpresse - ein Beitrag aus dem Dossier Rechtsextremismus. (© bpb)

Die 10,5 Meter hohe und 32 Tonnen schwere Figur der Germania thront am 27.03.2013 auf dem Sockel des Niederwalddenkmals bei Rüdesheim am Rhein (Hessen). Das Niederwalddenkmal erinnert an den Sieg über Frankreich im Jahr 1870/1871 und die daraus resultierende Neugründung des Deutschen Kaiserreichs. Das am 16. September 1877 eingeweihte Denkmal wurde nach den Entwürfen des Bildhauers Johannes Schilling und des Architekten Karl Weißbach erbaut.

Jörg Himmelreich

Nation – eine Begriffsbestimmung aus aktuellem Anlass

Weltweit findet eine Rückbesinnung auf die Nation statt, auch in Deutschland. Jörg Himmelreich setzt sich in seinem Beitrag mit der Geschichte und Gegenwart des Wortes auseinander. Und untersucht auch den völkischen Nationalismus der AfD. Weiter...

Am 26. Februar 2017 demonstrieren in New York City Hunderte Menschen für eine freie Presse.

Philipp Sarasin

Fakten und Wissen in der Postmoderne

Es gibt selten wirklich Neues. Doch die Rede vom "postfaktischen Zeitalter" und von "alternativen Fakten" ist definitiv neu. Sind wir gegenwärtig also daran, den Kontakt zu den Fakten, ja zur Wirklichkeit zu verlieren? Philipp Sarasin mit einer Einschätzung. Weiter...

Trump-Anhänger und Trump-Gegner, die nach einer Wahlkampfveranstaltung von Donald Trump in San Diego am 27. Mai 2016 aufeinanderstoßen.

Andreas Reckwitz

Zwischen Hyperkultur und Kulturessenzialismus

In der globalen Gesellschaft lässt sich sowohl eine außergewöhnliche Öffnung als auch eine Schließung von Lebensformen beobachten. Für die einen zählt die individuelle Selbstverwirklichung, für die anderen nur die kollektive Identität. Trotz dieser Gegensätzlichkeit haben beide eines gemeinsam: sie kulturalisieren das Soziale durchweg. Weiter...

Megafon

Thomas Niehr

Rechtspopulistische Lexik und die Grenzen des Sagbaren

Möchte man Rechtspopulismus und andere politische Erscheinungen analysieren, so scheint offensichtlich, dass man dies über die verwendete Sprache tun kann. Kann man aber auch bereits an der Verwendung einzelner Wörter erkennen, ob eine Äußerung rechtspopulistisch ist? Und ist eine Kategorisierung immer eindeutig möglich? Weiter...

Wird Identität prozesshaft konstituiert oder gibt es einen substantiellen unveränderlichen Wesenskern, der die Identität ausmacht?

Sascha Nicke

Der Begriff der Identität

Wie bilden sich in modernen Gesellschaften Identitäten heraus? Idealtypisch gesprochen müssen sie entweder permanent gebildet werden – oder aber es gibt einen festen unveränderlichen Wesenskern im Menschen. Wie sieht der rechtspopulistische Identitätsbegriff aust? Und wieso ist er derzeit so erfolgreich? Weiter...

Anhänger der islamkritischen Bewegung Bagida (Bayern gegen die Islamisierung des Abendlandes) nehmen am 11.01.2016 in München (Bayern) an einer Demonstration teil. Bagida ist ein regionaler Ableger der islamkritischen Pegida-Bewegung (Patriotische Europäer gegen die Islamisierung des Abendlandes).

Armin Pfahl-Traughber

Pegida – eine Protestbewegung zwischen Ängsten und Ressentiments (II)

Der diffuse Protest der Pegida-Bewegung gegen die politische Elite hat sich weiter radikalisiert. Bis zu 25.000 Menschen konnte die Bewegung im Jahr 2015 zeitweilig in Dresden mobilisieren, bis Dezember sank die Zahl der Teilnehmer aber wieder auf 6.000. Die "Montagsspaziergänge" dienen der Artikulation von Ressentiments und dem Ausleben von Stimmungen der Teilnehmer. Armin Pfahl-Traughber meint aber, dass derartige Handlungsformen mit der Zeit ausgereizt sind und ihre Attraktivität verlieren. Weiter...

Pegida - eine "Ressentimentbewegung": Anhänger des islamkritischen Pegida-Bündnisses versammeln sich am 09.02.2015 vor der Frauenkirche in Dresden.

Armin Pfahl-Traughber

Pegida – eine Protestbewegung zwischen Ängsten und Ressentiments

In der Pegida-Bewegung gegen die "Islamisierung des Abendlandes" artikuliert sich ein diffuser Protest gegen die politische Elite. Dabei dominiert aber nicht das differenzierte Argument, sondern die emotionale Pauschalisierung. Insofern handelt es sich auch um eine Ressentimentbewegung. Weiter...

Teilnehmer einer Kundgebung der Anti-Islam-Bewegung Pegida halten am 12.01.2015 während der Kundgebung in Dresden (Sachsen) Plakate und Fahnen in den Händen.

Volker Weiss

Sind sie das Volk? Pegida – die Patriotischen Europäer gegen die Islamisierung des Abendlandes

Es waren nur ein paar Hundert Menschen, die Ende Oktober zum ersten Mal zu einem Spaziergang "Patriotischer Europäer gegen die Islamisierung des Abendlandes" in Dresden zusammenkamen. Innerhalb weniger Wochen wuchs Pegida hier zu einer Massenbewegung. Was genau in Dresden passiert und was Pegida ausmacht, analysiert Volker Weiß. Weiter...

 
Rechtsextreme Demonstranten bei einem Neonazi-Aufmarsch in Berlin am 1. Mai 2010.Dossier

Rechtsextremismus

Das Auffliegen der Terrorgruppe "Nationalsozialistischer Untergrund" (NSU) hat gezeigt: In Deutschland sind Strukturen entstanden, die unsere freiheitlich-demokratische Grundordnung in Frage stellen. Aber nicht nur im Untergrund oder am Rand der Gesellschaft gibt es rechtsextreme Einstellungen wie Fremdenfeindlichkeit, Antisemitismus, Geschichtsrevisionismus und den Glauben an einen starken Führer. Weiter... 

Illustration zum Thema Populismus

Debatte Populismus

Im Umgang mit populistischen Forderungen gibt es keine Einigkeit. Die Vorschläge aus Wissenschaft, Politik und Zivilgesellschaft reichen von konsequenter Ausgrenzung der Populisten bis zur Forderung, populistische Mobilisierungsthemen aufzugreifen, um sie den Stimmungsmachern zu entziehen. Im 10. bpb:magazin haben wir pointierte Beiträge zur Debatte veröffentlicht. Weiter... 

BERGIDA DemonstrationVeranstaltungsdokumentation (April 2016)

Wut, Protest und Volkes Wille?

"Lügenpresse", "Islamisierung" und "entfremdete Politiker" – Unzufriedenheit und Wut werden auf vielen Ebenen artikuliert. Schnell ist dann von Populismus die Rede… doch was heißt das? Antworten suchte und fand die Konferenz "Populismus, politische Kultur und politische Bildung" am 25. und 26. April 2016 in Kassel. Weiter... 

Fauler ApfelAus Politik und Zeitgeschichte (APuZ 40/2015)

Rechts in der Mitte?

Dass sich antidemokratisches Gedankengut nicht nur an den Rändern, sondern auch in der Mitte der Gesellschaft findet, ist keine neue Erkenntnis. In jüngster Zeit mehren sich jedoch die Anlässe, um erneut darüber nachzudenken: vom Erstarken des Rechtspopulismus über Pegida bis hin zur Gewalt gegen Asylbewerberheime. Weiter...