Die Geschichte der CDU
Andrea Schneiker
22.2.2010
Die CDU wurde nach dem Zweiten Weltkrieg gegründet. Nach 1945 bildeten sich zuerst auf Landesebene christlich-demokratisch gesinnte Gruppen, die sich 1950 auf dem Parteitag in Goslar zur Bundespartei zusammenschlossen.
Obwohl der Gedanke der Gründung einer christlichen Partei unter anderem auf den politischen Katholizismus des 19. Jahrhunderts und die Zentrumspartei der Weimarer Republik zurückgeht, war es von Anfang an Ziel der neuen Partei CDU, nicht nur Katholiken, sondern auch Protestanten anzusprechen; auch daher kommt die Bezeichnung "Union" (vgl. Schmid 2009: 122).
1949-1963: Die Ära Adenauer
Zum ersten Vorsitzenden wurde 1950 Konrad Adenauer gewählt. Er hatte dieses Amt 16 Jahre inne und prägte das Erscheinungsbild der CDU nach innen und in der Öffentlichkeit entscheidend. Von 1949 bis 1963 war Adenauer erster Bundeskanzler Deutschlands.
Während seines Parteivorsitzes fungierte die CDU auf Bundesebene in erster Linie als eine Art "Kanzlerwahlverein" (Sontheimer et al. 2007: 224): Die Partei stellte zwar die größte Fraktion im Bundestag, war an der Politikgestaltung jedoch kaum beteiligt. Ihre hauptsächliche Funktion lag in der Wahl und Unterstützung des Bundeskanzlers. Er war es, der zusammen mit seinen engsten Mitarbeitern die Politik der Partei vorgab.
Außenpolitisch handelte es sich dabei um die Westintegration der Bundesrepublik, innenpolitisch vor allem um den Wiederaufbau unter dem Erhard´schen Konzept der sozialen Marktwirtschaft. Mit dieser Politik gelang es Adenauer, die verschiedenen Interessen der einzelnen sozialen und wirtschaftlichen Gruppen in der CDU zu einen. Die Beherrschung der Bundespartei durch den Vorsitzenden und Kanzler verhinderte jedoch nicht, dass die Partei auf lokaler und Landesebene eigenständig aktiv wurde.
1963-1982: Die CDU unter den Kanzlern Erhard und Kiesinger und in der Opposition
Ludwig Erhard trat 1963 Adenauers Nachfolge als Bundeskanzler an. Während der Amtszeit des "Vaters der sozialen Marktwirtschaft" erlebte die deutsche Wirtschaft zum ersten Mal seit Gründung der Bundesrepublik eine Krise.
In der Folge kam es in der Koalition von CDU und FDP zu Unstimmigkeiten über den Etat und schließlich zum Bruch. 1966 bildete die CDU dann eine große Koalition mit der SPD, in der sie mit Kurt-Georg Kiesinger auch den dritten Kanzler der Bundesrepublik stellte.
Nachdem die CDU 1969 das Regierungsamt und 1972 ihre Stellung als stärkste Partei verloren hatte, kam es – nun in der Opposition – zu einer Erneuerung und Modernisierung der Partei. Motor der Erneuerung war seit 1973 vor allem der neue Parteivorsitzende Helmut Kohl.
Die Mitgliederzahl stieg von etwa 300.000 Ende der 1960er Jahre auf 734.555 im Jahr 1983. Die Organisation der Partei wurde ausgebaut und verbessert; 1978 verabschiedete die CDU ihr erstes Grundsatzprogramm.
1982-1998: Die CDU unter Helmut Kohl
Nachdem die FDP 1982 die Regierungskoalition mit der SPD aufgekündigt hatte und eine neue Koalition mit der CDU anstrebte, wählte der Bundestag Helmut Kohl zum neuen Bundeskanzler. Nach der Auflösung des Bundestages und den sich 1983 anschließenden Neuwahlen erreichte die CDU/CSU 48,8 Prozent der Stimmen. Der neu gewählte Bundestag bestätigte Helmut Kohl als Bundeskanzler. Dieses Amt sowie den CDU-Parteivorsitz hatte er bis 1998 inne.
Nach der deutschen Wiedervereinigung trat auf dem Parteitag im Oktober 1990 in Hamburg die Ost-CDU der West-CDU bei. Die CDU war in der DDR eine der so genannten "Blockparteien" gewesen, die von der SED als Alibi und Übersetzer der Ziele der De-facto-Einparteienherrschaft in andere Bevölkerungskreise genutzt wurden.
Ab Herbst 1989 hatte sich die Ost-CDU von einem Großteil ihrer alten Führungsriege getrennt und die Bezirksorganisationen durch fünf neu geschaffene Landesverbände abgelöst. Auf dem Hamburger Parteitag wurde der bisherige Vorsitzende der Ost-CDU, Lothar de Maizière, zum einzigen stellvertretenden Vorsitzenden der nun gesamtdeutschen CDU gewählt.
Im Gegensatz zu ihren Erfolgen bei Bundestagswahlen erfuhr die CDU in den 1980er und 1990er Jahren in den Bundesländern teilweise große Verluste, sodass sie 1997 schließlich die Stimmenmehrheit im Bundesrat verlor.
Der Anerkennung für das Vorantreiben der europäischen Integration sowie der Wiedervereinigung Deutschlands durch die Regierung Kohl stand ein wachsender Unmut über ungelöste wirtschaftliche und sozialpolitische Probleme gegenüber.
Gleichzeitig wurden Kohls Art der Parteiführung sowie sein "selbstherrliches Machtgebaren" (Bösch 2002: 146) immer mehr kritisiert. Dies führte schließlich dazu, dass die Mehrheit der Bevölkerung 1998 für einen Regierungswechsel votierte.
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