People look at exit polls of the German general election shown on a huge tv-screen in front of the German parliament building Reichstag in Berlin on Sunday, Sept. 18, 2005. (ddp images/AP Photo/Julian Stratenschulte)

Soziale Zusammensetzung der SPD-Mitgliedschaft


28.8.2013
Die SPD war Ende 2012 knapp vor der CDU wieder die größte Partei Deutschlands. In der SPD sind Männer, Ältere, Personen mit höherer Bildung, Beamte bzw. Angestellte im öffentlichen Dienst, Gewerkschaftsmitglieder und Protestanten stärker vertreten als in der Gesamtbevölkerung.

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Fakten



Mit 477.037 Mitgliedern war die SPD Ende 2012 knapp vor der CDU wieder die größte Partei Deutschlands, nachdem sie 2008 hinter die CDU zurückgefallen war.

Die Frauen, die etwas mehr als die Hälfte der Bevölkerung ausmachen, sind in allen Parteien unterrepräsentiert. In der SPD stellen sie weniger als ein Drittel der Mitgliedschaft.

Jüngere Bürgerinnen und Bürger bis 30 Jahre sind in allen Parteien deutlich unterrepräsentiert. Bei der SPD machen sie nur gut 7 Prozent der Mitgliedschaft aus. Die größte Gruppe bilden die 61- bis 70-Jährigen, gefolgt von den 51- bis 60-Jährigen. Über die Hälfte der SPD-Mitglieder - und damit deutlich mehr als in der Gesamtbevölkerung - ist älter als 60 Jahre.

Bürgerinnen und Bürger mit Hauptschulabschluss bzw. ohne Schulabschluss sind in allen Parteien unterrepräsentiert. Personen mit (Fach-)Abitur oder Hochschulabschluss finden sich dagegen in allen Parteien zu einem deutlich höheren Anteil als in der Bevölkerung. In der SPD-Mitgliedschaft haben 28 Prozent die Hauptschule mit oder ohne Abschluss besucht, 37 Prozent haben ein (Fach-)Hochschulstudium abgeschlossen.

Arbeiter sind in allen Parteien unterrepräsentiert, die Gruppe der Beamten bzw. Angestellten im öffentlichen Dienst ist in der Gesamtheit der Parteien dagegen fünfmal so stark wie in der Bevölkerung. Die SPD hat mit 16 Prozent nach der Linkspartei den zweithöchsten Arbeiteranteil, Beamte/Angestellte im öffentlichen Dienst machen über zwei Fünftel der Mitglieder aus.

Mit 42 Prozent ist der Anteil der Gewerkschaftsmitglieder in der SPD dreimal so hoch wie in der Gesamtbevölkerung.

Protestanten sind in der SPD über- und Katholiken unterrepräsentiert.

Datenquelle



Anzahl Mitglieder, Alter, Geschlecht: Niedermayer, Oskar, 2013: »Parteimitglieder seit 1990. Arbeitshefte aus dem Otto-Stammer- Zentrum, Nr. 20, Berlin«.
Bildung, Beruf, Gewerkschaftsmitgliedschaft, Konfession: Spier, Tim et al. (Hrsg.), 2011: Parteimitglieder in Deutschland. Wiesbaden.

Begriffe, methodische Anmerkungen oder Lesehilfen



Informationen über die soziale Zusammensetzung der Parteimitgliedschaften liefern zunächst einmal die Mitgliederdateien der Parteien. Da die Informationen aber nur beim Parteieintritt erhoben und später nicht aktualisiert werden, sind sie nur für solche Daten zuverlässig, die sich im Zeitablauf nicht oder auf berechenbare Weise ändern, d.h. für das Geschlecht und das Alter der Mitglieder. Für andere Informationen muss daher auf die zweite Quelle von Mitgliederdaten zurückgegriffen werden: die wissenschaftlichen Mitgliederumfragen, die leider nur selten und in unregelmäßigen Abständen stattfinden. Die neueste Umfrage ist von 2009.


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