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Parteimitglieder nach Bundesländern


7.10.2017
Die Parteien sind nicht in allen Bundesländern gleich stark mit Mitgliedern vertreten. Im Westen der Republik haben alle Parteien außer der Linken und der AfD weit mehr Parteimitglieder als im Osten.

Die Parteien sind nicht in allen Bundesländern gleich stark mit Mitgliedern vertreten. Im Westen der Republik haben alle Parteien außer der Linken und der AfD weit mehr Parteimitglieder als im Osten. Daher unterscheidet sich zwischen den Bundesländern auch ihre Rekrutierungsfähigkeit beträchtlich.

Die Mitgliederzahlen der im Bundestag repräsentierten Parteien sind regional nicht gleichmäßig verteilt. Sie unterscheiden sich zwischen den einzelnen Bundesländern erheblich. Im Westen der Republik haben alle Parteien, außer der Linkspartei und der AfD, weit mehr Parteimitglieder als im Osten. Insgesamt kommen die Parteien Ende 2016 im Westen auf 1.105.572, in den fünf ostdeutschen Bundesländern auf 101.464 Mitglieder.

Die Partei mit den meisten Mitgliedern in einem Bundesland ist die CSU. Sie ist in Bayern Ende 2016 mit 142.412 Mitgliedern sehr viel stärker als die fünf anderen Parteien zusammen mit 78.003 Mitgliedern. Ansonsten ist im bevölkerungsreichsten Bundesland Nordrhein-Westfalen auch die Anzahl der Parteimitglieder bei allen Parteien mit Ausnahme der Linkspartei am höchsten. Insgesamt lebten dort Ende 2016 gut 276.000 Mitglieder der sechs Parteien. Obwohl das Land als die "Herzkammer" der Sozialdemokratie gilt, ist dort die CDU mit 130.538 Mitgliedern stärker als die SPD mit 108.205. Für die Grünen und die FDP ist es das einzige Bundesland mit Mitgliederzahlen im fünfstelligen Bereich.

Das kleinste Bundesland, der Stadtstaat Bremen, hat bei der CDU, der Linkspartei und der AfD auch die geringsten Parteimitgliederzahlen. Die wenigsten Mitglieder der SPD sind dagegen in Mecklenburg-Vorpommern zu finden, und auch die Grünen haben dort ihre geringste Mitgliederzahl. Die Linkspartei ist Ende 2016 in Sachsen am stärksten. Sie wird dort jedoch, wie auch in den anderen ostdeutschen Bundesländern außer Brandenburg, von der CDU übertroffen.

Vergleicht man nicht die absoluten Mitgliederzahlen, sondern die Rekrutierungsfähigkeit der Pateien - also ihre Fähigkeit zur Gewinnung von Mitgliedern aus dem Kreis der Beitrittsberechtigten - dann zeigt sich im Jahr 2015 ein Muster, das schon seit längerer Zeit besteht: Bei der SPD und den Grünen bilden die fünf ostdeutschen Bundesländer mit deutlichem Abstand zu allen westdeutschen Ländern das Schlusslicht. Auch die Rekrutierungsfähigkeit der CDU ist im Ostteil des Landes - mit Ausnahme von Thüringen - am geringsten, wobei hier die Stadtstaaten Berlin, Bremen und Hamburg ähnlich niedrige Rekrutierungsgrade aufweisen. Bei der FDP ist die Rekrutierungsfähigkeit in Bayern am geringsten und neben den fünf ostdeutschen Ländern ist sie auch Bremen rekrutierungsschwach.

In Bayern sind 1,3 Prozent der Beitrittsberechtigten, also der Bevölkerung über 16 Jahren, Mitglied der CSU. Diese hohe Rekrutierungsfähigkeit wird nur noch von der CDU (2,0 Prozent) und der SPD (2,1 Prozent) im Saarland übertroffen. Die Linke bleibt auch 2015 von ihrer Mitgliederverankerung her noch eine ostdeutsche Regionalpartei, die im Westen - mit Ausnahme des Saarlands, der Heimat von Oskar Lafontaine - eine deutlich geringere Organisationsbasis aufweist. Sie erreicht aber auch im Osten der Republik - mit bis zu 0,3 Prozent der Beitrittsberechtigten in der Hochburg Brandenburg - nirgendwo auch nur annähernd die Rekrutierungsfähigkeit der CDU, SPD und CSU in ihren westdeutschen Hochburgen. Zur AfD liegen für 2015 keine Daten vor.

Datenquelle



Mitgliederdatenbank des Verfassers. Die neuesten Zahlen sind enthalten in: Niedermayer, Oskar, 2017: "Parteimitglieder in Deutschland: Version 2017, Arbeitshefte aus dem Otto-Stammer-Zentrum, Nr. 27, Berlin".

Begriffe, methodische Anmerkungen oder Lesehilfen



Zu den Mitgliedern in den einzelnen Bundesländern kommen bei der CDU noch 228 Auslandsmitglieder und bei der Linkspartei 41 bundesunmittelbare Mitglieder hinzu. Unter der Rekrutierungsfähigkeit wird der Anteil der Parteimit-glieder an den Parteibeitrittsberechtigten verstanden. Ende 2015 lebten z.B. in Bremen 578.496 Bürgerinnen und Bürger ab 16 Jahren und die CDU hatte dort zu dieser Zeit 2.341 Mitglieder. Da man ab 16 Jahren Mitglied der CDU wer-den kann, waren damit 0,4 Prozent der Beitrittsberechtigten CDU-Mitglied, d.h. die Rekrutierungsfähigkeit der CDU betrug 0,4 Prozent.


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Autor: Oskar Niedermayer für bpb.de

 

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