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25.10.2018 | Von:
Rita Vock

Fahrverbote für Diesel

Autoabgase verschmutzen die Luft.
Das weiß man schon lange.
Aber erst vor einiger Zeit ist herausgekommen:
Die Abgase von vielen Diesel-Autos sind noch viel schmutziger,
als man bisher gedacht hat.
In Hamburg gibt es deshalb Fahrverbote für ältere Diesel-Autos.
Und auch in anderen Städten sind Verbote geplant.


Ein Verkehrsschild zeigt: Durchfahrt verboten für Dieselautos bis Euro-Norm 5. Anlieger frei.In der Stadt Hamburg ist eine Straße für ältere Diesel-Autos gesperrt. (© picture-alliance/dpa)

In der Stadt Hamburg gibt es jetzt die ersten Fahrverbote.
Auf zwei Straßen dürfen keine älteren Diesel-Autos mehr fahren.
Der Grund für das Verbot ist:
An diesen Straßen ist die Luft besonders schmutzig.
Das ist ungesund für die Menschen, die dort wohnen.
Auch in anderen Städten gibt es Straßen mit schmutziger Luft.
Es kann sein, dass es dort auch bald Fahrverbote gibt.
In der Stadt Stuttgart steht es schon fest.
In anderen Städten gibt es noch Streit darum.

Schlechte Luft macht krank

Mit Messgeräten kann man herausfinden, wie schmutzig die Luft ist.
Die Messgeräte messen verschiedene Schadstoffe.
Die Schadstoffe heißen so, weil sie schädlich sind.
Sie können den Menschen und der Umwelt schaden.
Für Kinder und ältere oder kranke Menschen sind die Schadstoffe besonders ungesund.

Über Schadstoffe gibt es auch Gesetze.
In den Gesetzen steht, wie schmutzig die Luft sein darf.
Wenn die Luft schmutziger ist, müssen die Politiker etwas dagegen tun.
Die Politiker müssen dann dafür sorgen, dass die Luft wieder sauberer wird.

Frauen und Männer stehen mit Mundschutz in einer Reihe. Auf Pappschildern steht: "Saubere Luft überall" und "Symbolpolitik pur"Demonstranten in Hamburg meinen: Die Fahrverbote reichen nicht aus. (© picture-alliance/dpa)
In vielen Städten ist die Luft schon lange zu schlecht.
Deshalb sind Umweltschützer vor Gericht gegangen.
Sie haben gegen die Politiker geklagt.
Ein Gericht hat entschieden:
Die Politiker müssen etwas tun.
Sie können Fahrverbote festlegen.
Oder sie können sich etwas anderes ausdenken.

Die Fahrverbote in Hamburg gelten jetzt erstmal nur für bestimmte Autos.
Es sind ältere Autos, die mit Diesel fahren.
Denn diese Autos erzeugen besonders viele Schadstoffe.
Die Fahrverbote gelten auch für Lastwagen.
Es gibt aber Ausnahmen:
Wer in einer Straße wohnt, der darf dort auch fahren.
Müllautos, Krankenwagen und Lieferwagen dürfen auch in allen Straßen fahren.

Der Betrug mit dem Abgas

Ein Grund für die Fahrverbote ist der Diesel-Betrug.
Mehrere Autofirmen haben bei dem Betrug mitgemacht.
Sie haben gesagt:
Das Abgas von unseren Diesel-Autos ist in Ordnung.
Wir halten uns an die Regeln für Abgas.
Aber das war gelogen.
Die Diesel-Autos haben viel zu schmutziges Abgas ausgestoßen.

Aus dem Auspuff des Autos kommt ein Schlauch, er führt zu einem Messgerät mit Digitalanzeige.In einer Werkstatt werden die Abgaswerte eines Diesel-Pkws gemessen (© picture-alliance/dpa)
Das Abgas von Autos wird immer überprüft.
Jede neue Auto-Sorte muss auf den Prüfstand.
Das ist eine spezielle Werkstatt.
Techniker befestigen einen Schlauch im Auspuff vom Auto.
Dann untersuchen sie das Abgas.
Sie überprüfen:
Hat sich die Autofirma an das Gesetz gehalten?
Im Gesetz steht genau, wie viele Schadstoffe im Abgas sein dürfen.
Für jeden Stoff gibt es einen Grenzwert.
Wenn das Auto den Grenzwert nicht einhält,
dann darf es nicht fahren.

Die Autofirmen haben trotzdem Autos gebaut, die mehr Schadstoffe ausstoßen.
Damit das nicht auffällt, haben sie sich Tricks ausgedacht.
Techniker haben besondere Computer-Programme geschrieben.
In jedem Auto sind kleine Computer eingebaut.
Die Computer regeln zum Beispiel den Motor.
Die Techniker haben diesen Computern jetzt etwas besonderes beigebracht:
Die Computer merken es, wenn das Auto auf dem Prüfstand steht.
Dann regeln sie den Motor so, dass er weniger Schadstoffe produziert.
Aber wenn das Auto dann später auf der Straße fährt,
kommen viel mehr Schadstoffe heraus.

Diese Computer-Programme sind nicht erlaubt.
Aber die Autofirmen haben sie trotzdem benutzt.
Das ist der Abgas-Betrug.

Vor einigen Jahren sind diese Tricks zum ersten Mal aufgefallen.
Einige Autofirmen haben dann auch zugegeben:
Ja, das war Betrug.

Hohe Strafen für Volkswagen

In Wolfsburg steht das Volkswagen-Hochhaus. Auf dem Dach ist das runde VW-Logo angebracht.Bei der Firma Volkswagen hat der Diesel-Skandal angefangen (© picture-alliance/dpa)
Die Autofirma Volkswagen muss deshalb eine hohe Strafe zahlen.
Die Strafe ist 1 Milliarde Euro.
Das sind tausend Millionen Euro.

Wegen dem Betrug müssen viele Menschen ihre Autos in die Werkstatt bringen.
In der Werkstatt werden die Computer-Programme im Auto geändert.
Damit der Betrug aufhört.
Und damit die Autos weniger Schadstoffe ausstoßen.

Was Umweltschützer sagen

Umweltschützer sagen aber:
Das reicht nicht.
Sie wollen, dass die Autos richtig umgebaut werden.
Und sie wollen, dass die Autofirmen den Umbau bezahlen.
Die Autofirmen wollen das nicht.
Denn für sie wäre das sehr teuer.

Die Umweltschützer wollen auch, dass es mehr Fahrverbote gibt.
Sie finden:
Saubere Luft zum Atmen ist wichtiger als Autofahren.
Viele Städte müssen jetzt entscheiden,
ob sie auch Fahrverbote aufstellen.



Lexikon

Diesel

Diesel ist ein flüssiger Treibstoff.
Er wird aus Erdöl gemacht.

Viele Autos fahren mit Diesel:
In Deutschland ist es ungefähr jedes 3. Auto.
Die meisten Lastwagen und Busse fahren auch mit Diesel.

Das Abgas von Diesel-Autos kann krank machen.
Es gibt Regeln, wie viel Schadstoffe im Abgas sein dürfen.
Aber viele Autofirmen haben sich nicht an die Regeln gehalten.
Deshalb gab es den Diesel-Skandal.

Lexikon

Umweltschutz

Umweltschutz bedeutet: Die Natur schützen.
Luft, Wasser und der Erdboden sind oft verschmutzt.
Umweltschützer wollen das ändern.

Zur Umwelt gehören auch die Pflanzen und Tiere.
Umweltverschmutzung kann ihnen schaden.
Und sie kann Menschen krank machen.

Umweltschutz bedeutet zum Beispiel:
Weniger Autofahren und nicht mit dem Flugzeug fliegen.
Denn Autos und Flugzeuge stoßen viele Abgase aus.
Energie sparen ist auch Umweltschutz.

Und Umweltschutz heißt auch:
Nicht so viel Müll machen.
Und den Müll sortieren.
Denn dann kann ein Teil von dem Müll noch genutzt werden.

Artikel zuletzt aktualisiert am 21.9.2018



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Autor: Rita Vock für bpb.de
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