Headerbild mit farblich unterschiedlichen, abstrakten Figuren

3.12.2018 | Von:
Rita Vock

Pflegekräfte dringend gesucht

In Deutschland gibt es zu wenige Pflegerinnen und Pfleger.
Viele Krankenhäuser und Altenheime haben zu wenige Mitarbeiter. Und die Pfleger und Pflegerinnen haben zu viel Arbeit. Wie kann man das ändern?


Die Hand einer Pflegerin liegt tröstend auf den Händen einer
alten Frau, die sich auf ihren Gehstock stützt.Gute Pflege ist sehr persönlich (© picture-alliance/dpa)

Pflege ist eine wichtige Arbeit.
Viele alte Menschen brauchen Pflege.
Kranke Menschen brauchen Pflege.
Und auch manche Menschen mit einer Behinderung brauchen Pflege.

Pfleger und Pflegerinnen haben viele verschiedene Aufgaben:
Sie helfen Menschen beim Essen.
Sie waschen die Menschen.
Sie können ihnen Medizin geben und Wunden verbinden.
Sie sprechen mit den Menschen und achten darauf, wie es ihnen geht.
Und sie müssen auch vieles genau aufschreiben.
Im Krankenhaus arbeiten die Pflegekräfte mit den Ärztinnen und Ärzten zusammen.

Viele tausend freie Stellen

Viele Krankenhäuser und Altenheime haben zu wenig Pflegekräfte.
Es gibt viele tausend freie Stellen in Deutschland.
Woran liegt das?

Manche Menschen sagen: Es liegt am Geld.
Sie sagen: Pflegerinnen und Pfleger verdienen zu wenig.
Deshalb wollen nicht so viele Menschen diesen Beruf machen.

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn spricht zu Journalisten, vor ihm stehen viele MikrofoneBundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) verspricht mehr Stellen für Pflegekräfte (© picture-alliance/dpa)
Jens Spahn ist der Bundesgesundheitsminister.
Das heißt: Er ist in der Regierung für Gesundheitspolitik zuständig.
Und auch für die Pflege.
Jens Spahn findet: Pflegedienste zahlen oft zu niedrige Löhne.
Damit soll bald Schluss sein.
Spahn will ein Gesetz ändern.
Dann können die Pflegedienste mehr Geld von den Krankenkassen bekommen.
Damit sie ihren Mitarbeitern höhere Löhne zahlen können.

Ein Pfleger für 30 Kranke

Manche Pflegekräfte sagen aber:
Das Geld ist gar nicht das größte Problem.
Sie sagen: Die Arbeit ist zu schwer.
Manchmal muss sich ein Pfleger allein um 30 kranke Menschen kümmern.
Sie sagen: Das kann man nicht schaffen. Das ist dann keine gute Pflege.
Manche Pflegekräfte suchen sich deshalb einen anderen Beruf.
Sie wollen so nicht arbeiten.

Die Demonstranten tragen ein Banner mit der Aufschrift: "Pflegekräfte in Not"Pflegekräfte demonstrieren für mehr Lohn und bessere Arbeitsbedingungen (© picture-alliance/dpa)
Es gab deshalb auch schon öfter Streiks und Demonstrationen.
Pflegekräfte haben gesagt: So geht es nicht weiter.
Wir brauchen mehr Kollegen.
Sonst werden wir noch selbst krank.

Auch in der Altenpflege gibt es große Probleme.
In Deutschland gibt es viele Pflegedienste.
Die Pflegerinnen und Pfleger fahren mit kleinen Autos herum.
Sie besuchen alte Menschen zuhause.
Sie waschen die Menschen und helfen ihnen beim Essen.
Und sie geben ihnen oft Medizin.
Aber für jeden Besuch haben sie nur ein paar Minuten Zeit.
An einem Arbeitstag müssen sie manchmal 20 Patienten besuchen.

Eine Pflegerin geht mit einer älteren Bewohnerin im Altenheim einen Flur entlangIn der Altenpflege werden in Zukunft noch deutlich mehr Fachkräfte benötigt (© picture-alliance/dpa)
Die Pflegekräfte sagen: Das sind zu viele Patienten.
Wir müssen uns immer sehr beeilen.
Wir können uns nicht gut um die alten Menschen kümmern.
Wir können ihnen nicht zuhören, wenn sie Sorgen haben.
Denn dafür haben wir keine Zeit.

Die Politiker in der Bundesregierung wollen nun etwas ändern.
Im Sommer 2018 haben sie beschlossen:
In der Altenpflege und in der Krankenpflege soll es mehr Stellen geben.
Die Bundesregierung gibt das Geld dafür.

Mehr Geld und neue Regeln

Die Regierung hat auch neue Regeln für die Krankenhäuser beschlossen.
Jedes Krankenhaus muss jetzt genau ausrechnen:
Wie viele Kranke sind da und wie viele Pflegekräfte?
Dann muss man überprüfen:
Sind das genug Pflegekräfte?
Können sie die Arbeit schaffen?
Wenn nicht, muss das Krankenhaus mehr Mitarbeiter einstellen.

Experten sagen:
Es ist gut, wenn es mehr Stellen gibt.
Aber das reicht noch nicht.
Man muss auch erreichen, dass mehr Menschen eine Ausbildung in der Pflege machen.
Sonst kann man die neuen Stellen gar nicht besetzen.

Schon jetzt kommen viele Pflegekräfte aus dem Ausland nach Deutschland.
Manche Politiker sagen: Es sollten noch mehr werden.
Für manche Länder ist es aber ein Problem, wenn die Pflegekräfte auswandern.
Dann gibt es dort nämlich nicht mehr genug von ihnen.

Mit der Zeit werden in Europa immer mehr Pflegerinnen und Pfleger gebraucht.
Denn die Zahl von alten und sehr alten Menschen nimmt zu.
Gute Pflege kostet Zeit und Geld.
Noch ist nicht klar, wer dafür bezahlen wird.

i

Pflegeberufe

In der Pflege gibt es verschiedene Berufe.
Altenpflegerinnen und Altenpfleger versorgen alte Menschen, zum Beispiel im Altenheim.
Krankenpflegerinnen und Krankenpfleger arbeiten im Krankenhaus.
Dann gibt es noch die Kinderkrankenpflege. Diese Pflegekräfte kennen sich besonders gut mit Kindern aus.
Sie arbeiten zum Beispiel in Kinderkrankenhäusern. Oder auf einer Station für Neugeborene.
Bisher gab es zu jedem Beruf eine eigene Ausbildung.
Das wird sich aber ändern.
Ab dem Jahr 2020 gibt es eine gemeinsame Pflegeausbildung.
Mit dieser Ausbildung kann man dann verschiedene Berufe machen:
Man kann zum Beispiel vom Krankenhaus ins Altenheim wechseln oder umgekehrt.
Auch damit wollen die Politiker etwas gegen den Personalmangel tun.


Creative Commons License

Dieser Text ist unter der Creative Commons Lizenz veröffentlicht. by-nc-nd/3.0/ Der Name des Autors/Rechteinhabers soll wie folgt genannt werden: by-nc-nd/3.0/
Autor: Rita Vock für bpb.de
Urheberrechtliche Angaben zu Bildern / Grafiken / Videos finden sich direkt bei den Abbildungen.