Erde

Der neue Weltklimavertrag

15.12.2015
195 Staaten haben die UN-Klimakonferenz in Paris erfolgreich abgeschlossen: Am Samstag einigten sie sich auf ein neues internationales Klimaabkommen.

12. Dezember 2015: Der französische Außenminister und Präsident des Klimagipfels, Laurent Fabius (2. v. r.), der französische Premierminister Francois Hollande (rechts im Bild) und Christiana Figueres (4. v. r.), Generalsekretärin des Sekretariats der Klimarahmenkonvention der Vereinten Nationen, feiern das neue internationale Klimaabkommen in Paris.12. Dezember 2015: Der französische Außenminister und Präsident des Klimagipfels, Laurent Fabius (3. v. r.), UN-Generalsekretär Ban Ki-moon (4. v. r.), der französische Premierminister Francois Hollande (2. v. r.) und Christiana Figueres, Generalsekretärin des Sekretariats der Klimarahmenkonvention der Vereinten Nationen (5. v. r.), feiern das neue internationale Klimaabkommen in Paris. (© picture alliance / landov)

Am Ende hat es einen Tag länger als geplant gedauert: Vertreter aller 195 Mitgliedstaaten der UN-Klimarahmenkonvention haben sich am Samstag in der französischen Hauptstadt auf einen Nachfolgevertrag für das Kyoto-Protokoll von 1997 geeinigt.

Die wichtigsten Ergebnisse



Der seit dem 30. November in Paris ausgehandelte »neue Weltklimavertrag« beinhaltet folgende zentrale Punkte: Die Staaten haben vereinbart den globalen Temperaturanstieg deutlich unter zwei Grad im Vergleich zur vorindustriellen Zeit zu halten; ihre Anstrengungen sollen ihn möglichst auf 1,5 Grad begrenzen. Die globalen Treibhausgasemissionen sollen so schnell wie möglich den Punkt erreichen, an dem sie nicht weiter steigen, im Anschluss sollen sie zügig reduziert werden. In der zweiten Hälfte dieses Jahrhunderts sollen die menschengemachte ausgestoßene Treibhaugasmenge und die CO2-Bindung durch sogenannte Senken, beispielsweise Wälder und Meere, in ein Gleichgewicht gebracht werden. Laut Klimawissenschaftlern würde damit die Netto-Emission auf null gesenkt. Darüber hinaus kamen die Vertragsparteien überein, dass die Industriestaaten in Zukunft arme Staaten beim Klimaschutz und der Anpassung an die Erderwärmung unterstützen werden. Außerdem versprachen die Industrieländer in einer begleitenden Entscheidung, im Zeitraum zwischen 2020 und 2025 jährlich 100 Milliarden US-Dollar für arme Länder bereitzustellen, damit diese eine entschlossene Klimaschutzpolitik betreiben und die schädlichen Folgen des Klimawandels abmildern können.

Der Kyoto-Nachfolgevertrag



Ab dem 22. April 2016 können die Staaten das Abkommen offiziell im Hauptquartier der Vereinten Nationen unterzeichnen. Es tritt in Kraft, sobald es mindestens 55 Staaten, die für mindestens 55 Prozent der weltweiten Emissionen stehen, ratifiziert haben.

Das Paris-Abkommen ist der Nachfolgevertrag des Kyoto-Protokolls. Dieses hatte die Industriestaaten dazu verpflichtet, ihre Treibhausgasemissionen zwischen 2008 und 2012 um mindestens fünf Prozent im Vergleich zu 1990 zu senken. Eine Verlängerung des Protokolls beim Klimagipfel in Doha vor drei Jahren verpflichtete sie, bis 2020 ihre Emissionen um insgesamt 18 Prozent gegenüber 1990 zu reduzieren.

Paradigmenwechsel in der Klimadiplomatie



Am Ende des Gipfels von Paris »(COP21)« steht somit das erste universelle, internationale und rechtlich bindende Abkommen. Im Vorfeld des Gipfels hatte sich dazu bereits ein Paradigmenwechsel in der internationalen Klimadiplomatie vollzogen: Statt wie bisher ausschließlich auf ein gemeinsames, völkerrechtlich bindendes Reduktionsziel hinzuarbeiten, sollten die Staaten nun auch ihre "beabsichtigten nationalen Beiträge" ("intended nationally determined contributions", INDC) erklären und in ein internationales Abkommen einbringen.

Bisher haben 186 Vertragsparteien, die im Jahr 2010 einen Anteil von 90 Prozent an den globalen Treibhausgasemissionen hatten, »ihre beabsichtigten nationalen Beiträge eingereicht«. Nach UN-Berechnungen reichen die darin genannten Maßnahmen allerdings nicht für eine Begrenzung des Temperaturanstiegs auf zwei Grad. Im Vertrag ist vorgesehen, dass die selbstgesteckten Ziele ab 2023 im Abstand von fünf Jahren geprüft und verschärft werden.

Folgen des Klimawandels



Eine globale Erwärmung von zwei Grad gilt als Schwelle, bei deren Überschreiten die Folgen des Klimawandels wie Gletscherschmelzen, Dürren oder Überschwemmungen verheerend wären. Hoffnungen auf Fortschritte hatten zuletzt die politischen Absichtserklärungen Indiens und »der USA« sowie ein gemeinsamer Reduktionsplan der USA und Chinas geweckt.

Der Gipfel bestand aus zahlreichen Veranstaltungen, Treffen, Verhandlungsrunden und Diskussionen mit internationalen Organisationen, Nichtregierungsorganisationen und Wirtschaftsverbänden. Am letzten Tag des Gipfels versammelten sich trotz des infolge der Anschläge vom 13. November verhängten Demonstrationsverbots viele Menschen und forderten ein entschlossenes Handeln gegen den Klimawandel.


Mehr zum Thema:




 

Klimasystem

Vom Menschen gemacht

Ohne den natürlichen Treibhauseffekt wäre ein Leben auf der Erde nicht möglich – allerdings hat der menschliche Einfluss dieses System nachhaltig gestört. Die Veränderung der Konzentrationen der Treibhausgase in der Atmosphäre durch den Menschen führt zum Klimawandel. Hauptursache dafür ist die Verbrennung von fossilen Energieträgern wie Kohle, Erdöl und Erdgas. Weiter... 

Welternährung

Die Bedrohungen der Ernährungssicherheit

Ernährungssicherheit bedeutet, dass Menschen sich ausreichender und qualitativ guter Ernährung sicher sein können. Das ist wichtig für die Lebensqualität. Unterschiedliche Risiken sorgen dafür, dass die Ernährungssicherheit weltweit bedroht ist. Weiter... 

Mediathek

Leben in neuer Zeit?

Der Film stellt die Idee vom Anthropozän in Interviews mit Forschern und Wissenschaftler vor. Hinter dem Begriff vom Anthropozän steht die Vorstellung, dass der Mensch zum bestimmenden Faktor für unsere Erde geworden ist. Welche Folgen hat diese Vorstellung von der vom Menschen gemachten Erdzeit für Wissenschaft und Gesellschaft, Politik und Wirtschaft? Weiter... 

zum Fragebogen >

Ihre Meinung ist uns wichtig


Vielen Dank für Ihren Besuch von bpb.de!

Wir wollen unseren Internetauftritt verbessern - und zwar mit Ihrer Hilfe. Dazu laden wir Sie herzlich zu einer kurzen Befragung ein. Sie dauert etwa 10-12 Minuten. Die Befragung führt das unabhängige Marktforschungsinstitut SKOPOS für uns durch.

Bitte unterstützen Sie uns mit Ihrer Teilnahme. Ihre Meinung ist uns sehr wichtig!

Ihre Bundeszentrale für politische Bildung

Information zum Datenschutz und zur Datensicherheit


Als unabhängiges Marktforschungsinstitut führt SKOPOS Institut für Markt- und Kommunikationsforschung GmbH & Co. KG im Auftrag der Bundeszentrale für politische Bildung diese Befragung durch.

Zur Durchführung der Befragung erhebt SKOPOS Ihre IP-Adresse. Diese wird umgehend anonymisiert und getrennt von den Befragungsdaten verarbeitet, deshalb ist eine Identifizierung von Personen nicht möglich. Weitere personenbeziehbare oder personenbezogene Daten werden nicht erhoben.

Die Befragung entspricht den gesetzlichen Bestimmungen zum Datenschutz und den Richtlinien des Berufsverbandes Deutscher Markt- und Sozialforscher e.V. sowie der Europäischen Gesellschaft für Meinungs- und Marketingforschung. Es erfolgt keine Weitergabe an Dritte.

Weitere Informationen und Kontaktdaten finden Sie hier.