Blick auf den Erdball vom Weltall aus. Im Zentrum des Betrachters ist die nördliche Halbkugel zu sehen. Sie ist kaum von Wolken bedeckt. Im Westen liegt der amerikanisch Kontinent, im Osten liegt Europa. Dazwischen leuchtet blau der Ozean Atlantik.
12.2.2017

Bundespräsidentenwahl in Deutschland 2017

Frank-Walter Steinmeier (SPD) tritt Mitte März die Nachfolge von Joachim Gauck an. Er wurde am 12. Februar 2017 in der Bundesversammlung mit großer Mehrheit zum Bundespräsidenten gewählt. Zur Wahl standen fünf Kandidaten.

Beifall für den soeben gewählten künftigen Bundespräsidenten Steinmeier in der Bundesversammlung.Frank-Walter Steinmeier am 12. Februar 2017 nach seiner Wahl zum Bundespräsidenten durch die Bundesversammlung. (© dpa picture-alliance)

Der Ende Januar 2017 aus dem Amt des Außenministers geschiedene Frank-Walter Steinmeier (SPD) war der gemeinsame Kandidat von CDU/CSU und SPD und galt schon vor dem Wahlgang als aussichtsreichster Kandidat. Er erhielt 931 von 1239 gültigen Stimmen. Auch die FDP hatte erklärt, Steinmeier bei der Wahl zu unterstützen.

Vier weitere Kandidaten standen zur Wahl. Sie wurden von unterschiedlichen Parteien nominiert. Die Linke hatte auf den Politikwissenschaftler und Armutsforscher Christoph Butterwegge (parteilos) gesetzt, er erhielt 128 Stimmen. Für die Alternative für Deutschland (AfD) stellte sich Albrecht Glaser, Vorstandssprecher der AfD in Hessen, zur Wahl (42 Stimmen). Die Freien Wähler wiederum nominierten den ehemaligen Fernseh-Richter und Lokalpolitiker Alexander Hold als Kandidaten (25 Stimmen). Die Piratenpartei und die Satirepartei "Die Partei" hatten kurzfristig der parteilosen Engelbert Sonneborn nominiert, er ist Vater des Europaparlamentariers Martin Sonneborn und erhielt zehn Stimmen. 14 Stimmen waren ungültig, 108 Wahlberechtigte enthielten sich der Stimme.

Wahlberechtigt waren 1260 Mitglieder der Bundesversammlung, sieben von ihnen nahmen nicht an der Abstimmung teil.

Steinmeier nahm die Wahl direkt im Anschluss an die Verkündung an. Er versprach in einer ersten kurzen Ansprache, dass er sich über Parteigrenzen hinweg bemühen wolle, der Gesellschaft Mut zu machen: „Lasst uns mutig sein, dann ist mir um die Zukunft nicht bange“, rief er im Plenarsaal des Bundestags den Zuhörern zu. Deutschland könne auch anderen Mut, "nicht weil alles gut ist in unserem Land. Sondern weil wir gezeigt haben, dass es besser werden kann! Dass nach Kriegen Frieden werden kann; und nach Teilung Versöhnung; dass nach der Raserei der Ideologien so etwas einkehren kann wie politische Vernunft; dass uns vieles geglückt ist in unserem Land".

Deutschland werde weltweit als "Anker der Hoffnung" angesehen, um Demokratie und Freiheit zu bewahren: "Wenn das Fundament anderswo wackelt, dann müssen wir umso fester zu diesem Fundament stehen", sagte der SPD-Politiker und appellierte, den „Lockrufen der Fremdenfeindlichkeit“ zu widerstehen.

Nahaufnahme: Gauck rechts im Bild, schaut nach links, Steinmeier unscharf im Hintergrund links, mit schwarzer runder Brille.Der am 18. März 2017 aus dem Amt scheidende Bundespräsident Joachim Gauck (r.) und der schon vor dem Wahlgang aussichtsreichste Kandidat auf seine Nachfolge, der ehemalige Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier (l.) bei einem früheren Termin im Berliner Schloss Bellevue. (© picture-alliance/dpa)

Joachim Gaucks Amtszeit endet mit Ablauf des 18. März

Steinmeiers Amtszeit als Bundespräsident beginnt am 19. März 2017. Anfang Juni 2016 hatte der amtierende 11. Bundespräsident Joachim Gauck (parteilos) aus persönlichen Gründen seinen Verzicht auf eine zweite Amtszeit erklärt. In seiner Erklärung begründete der damals 76-jährige Gauck seinen Entschluss damit, dass er nicht dafür garantieren könne, die für fünf Jahre nötige "Energie und Vitalität" bis zum Ende einer weiteren Amtszeit aufzubringen.

Der ehemalige Pfarrer und DDR-Regimekritiker Joachim Gauck war 2012 ins Amt gewählt worden, nachdem sein Vorgänger Christian Wulff (CDU) nach nur zwei Jahren Amtszeit zurückgetreten war. Hintergrund waren Ermittlungen gegen Wulff wegen möglicher Vorteilsannahme. Nach Horst Köhlers (2004 bis 2010) Rückzug vom Amt war dies in der Geschichte der Bundesrepublik der zweite Fall eines Rücktritts als Staatsoberhaupt. Nachstehend kurze Portraits der bisherigen elf Bundespräsidenten: