Blick auf den Erdball vom Weltall aus. Im Zentrum des Betrachters ist die nördliche Halbkugel zu sehen. Sie ist kaum von Wolken bedeckt. Im Westen liegt der amerikanisch Kontinent, im Osten liegt Europa. Dazwischen leuchtet blau der Ozean Atlantik.
25.9.2017

Die Bundestagswahl 2017

Deutschland wählte am 24. September den 19. Deutschen Bundestag. 42 Parteien standen zur Wahl. Nach dem vorläufigen amtlichen Wahlergebnis sind sieben Parteien im neu gewählten Parlament vertreten.

Für wenigstens 598 Abgeordnete ist Platz im Plenarsaal des deutschen Bundestages in Berlin.Für wenigstens 598 Abgeordnete ist Platz im Plenarsaal des deutschen Bundestages in Berlin. (© picture-alliance)

61,5 Millionen Wahlberechtigte waren aufgerufen, ihre Stimme bei der Bundestagswahl abzugeben. Darunter knapp 3 Millionen junge Menschen, die den Bundestag erstmals wählen durften. 2.559 Direktkandidaten bewarben sich in den einzelnen Wahlkreisen um einen Platz im Bundestag. Bundesweit 111 von ihnen sind parteilos. Die Direktkandidaten konnten per Erststimme gewählt werden. 34 Parteien standen mit mindestens einer Landesliste zur Wahl.


Ein sechs-Fraktionen-Parlament

Nach dem vorläufigen Ergebnis (Quelle: Bundeswahlleiter, Stand 5:25 Uhr) sind im neuen Bundestag sechs Fraktionen vertreten. Neben der CDU/CSU (33 %), der SPD (20,5 %), den Linken (9,2 %) und den Grünen (8,9 %) schaffte auch die FDP (10,7 %) wieder den Sprung ins Parlament, erstmalig ist der AfD (12,6 %) der Einzug in den Bundestag gelungen. Die Wahlbeteiligung lag mit 76,2 % fast fünf Prozent höher als bei der letzten Bundestagswahl 2013. Dem neuen Parlament werden mit Überhang- und Ausgleichsmandaten 709 Abgeordnete angehören, 111 mehr als in der vergangenen Legislaturperiode.

Sowohl CDU/CSU (-8,6 %) als auch SPD (-5,2 %) verloren deutlich an Stimmen, Linke (+0,6 %) und Grüne (+0,5 %) konnten ihre Ergebnisse leicht verbessern, zu den Gewinnern gehören die FDP (+ 6 %) und die AfD (+7,9 %).







Vergleich der Sitzverteilung der Bundestagswahlen 2017 und 2013

CDU 200 Sitze (2013: 255)darunter 185 Wahlkreissitze (2013: 191)
SPD 153 Sitze (2013: 193)darunter 59 Wahlkreissitze (2013: 58)
AfD 94 Sitze (2013: - )darunter 3 Wahlkreissitze (2013: - )
FDP 80 Sitze (2013: - )darunter keinen Wahlkreissitz (2013: - )
DIE LINKE 69 Sitze (2013: 64)darunter 5 Wahlkreissitze (2013: 4)
GRÜNE 67 Sitze (2013: 63)darunter 1 Wahlkreissitz (2013: 1)
CSU 46 Sitze (2013: 56)darunter 46 Wahlkreissitze (2013: 45)



Weitere Zahlen zur Bundestagswahl 2017 können auf den Seiten des Bundeswahlleiters abgerufen werden.

Wer stand zur Wahl



Wahlkampf

Den Schwerpunkt ihres Wahlkampfes setzten die Parteien in ihren Programmen auf Themen wie Steuern, innere Sicherheit, Energie, Bildung sowie die deutsche Asylpolitik. Umstritten waren insbesondere die Haltungen der Parteien zum außenpolitischen Kurs gegenüber der Türkei sowie zum Umgang mit dem sogenannten Diesel-Skandal.
Bundeskanzlerin Angela Merkel ging als Spitzenkandidatin der CDU ins Rennen. Merkels Herausforderer war der Sozialdemokrat Martin Schulz. Der SPD-Spitzenkandidat ist seit März 2017 auch Parteivorsitzender, zuvor war er fünf Jahre lang Präsident des Europäischen Parlaments. CSU-Spitzenkandidat war Joachim Herrmann, die CSU unterstützte allerdings die CDU-Spitzenkandidatur Angela Merkels. Die Linke trat mit einem Spitzenduo aus Sahra Wagenknecht und Dietmar Bartsch an. Ebenfalls zwei Spitzenkandidaten schickten die Grünen mit Katrin-Göring Eckardt und Cem Özdemir ins Rennen. Für die FDP kandidierte Parteichef Christian Lindner, für die AfD Alice Weidel und Alexander Gauland.

Das Wahlsystem

Bei der Bundestagswahl hat jeder Wahlberechtigte zwei Stimmen: eine Erst- und eine Zweitstimme. Die Erststimme wird auf der linken Hälfte des Stimmzettels, die Zweitstimme auf der rechten Hälfte vergeben. Mit der Erststimme wird der Wahlkreiskandidat gewählt, also der Politiker, der für seine Region in den Bundestag einziehen soll. 299 Wahlkreise gibt es in Deutschland. Der Kandidat, der in seinem Wahlkreis die meisten Erststimmen erhält, gewinnt das Direktmandat und erhält damit einen Sitz im Bundestag. Hierbei genügt die relative Stimmenmehrheit.