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26.7.2018

Vor 65 Jahren: Beginn der kubanischen Revolution

Am 26. Juli 1953 griff eine Gruppe Aufständischer unter Führung von Fidel Castro die Moncada-Kaserne in Santiago de Cuba an. Was der Auftakt zur Rebellion gegen das Regime von Fulgencio Batista sein sollte, wurde brutal niedergeschlagen. Der Tag gilt heute dennoch als Geburtsstunde der kubanischen Revolution.

Leucht-Propaganda in Santiago de CubaLeucht-Propaganda in Santiago de Cuba (© picture-alliance)

Am Morgen des 26. Juli 1953 umstellte Fidel Castro mit seinen Anhängern das zweitgrößte Militärquartier Kubas, die Moncada-Kaserne in Santiago. Dies sollte der Startschuss für einen nationalen Aufstand gegen den diktatorisch regierenden Staatspräsidenten Kubas, Fulgencio Batista werden, mit dem erklärten Ziel, die konstitutionelle Demokratie auf der Insel wieder herzustellen.

"Die Geschichte wird mich freisprechen"

Fulgencio Batista hatte sich kurz vor den kubanischen Parlamentswahlen im Jahr 1952 mit Hilfe des Militärs an die Macht geputscht, die Wahlen abgesagt und unter anderem das in der Verfassung garantierte Streikrecht außer Kraft gesetzt. Fidel Castro, damals ein junger Anwalt, war daraufhin gegen Batistas Machtergreifung vor den Obersten Gerichtshof gezogen, doch die Klage wurde abgewiesen.

Das Vorhaben vom 26. Juli 1953 scheiterte. Bei dem Angriff starben insgesamt 27 Menschen, davon neun auf Seiten der Rebellen. Nach den geflohenen Aufständischen wurde gefahndet. Dabei wurden 55 Revolutionäre aufgespürt und ohne Gerichtsverfahren erschossen. Der Erzbischof von Santiago verurteilte Batistas Rachezug und setzte schließlich durch, dass die übrigen Rebellen derer man habhaft wurde vor ein ordentliches Gericht gestellt wurden.

Anfang vom Ende des Batista-Regimes

Das rettete Fidel Castro und seinem Bruder Raúl Castro das Leben, die kurz nach der Intervention des Bischofs gefasst wurden. Vor einem zivilen Gericht wurde Fidel Castro als Anführer zu 15 Jahren Haft verurteilt. In seiner Verteidigungsrede klagte er Batista an und forderte, die kubanische Verfassung wiedereinzusetzen. Gleichzeitig stellte er ein Programm für gesellschaftliche Reformen vor. Der berühmt gewordene Schlusssatz des Plädoyers lautete: "Die Geschichte wird mich freisprechen!"

Im Jahr 1953 machte der missglückte Umsturzversuch Fidel Castro auf der Karibikinsel berühmt. Auf öffentlichen Druck hin erließ Batista im Mai 1955 eine Generalamnestie für politische Gefangene. Die Rebellen wurden somit nach nur eineinhalb Jahren Haft freigelassen.

Schon am 12. Juni 1955 organisierten sich die Revolutionäre um Fidel Castro neu, sie nannten sich nun nach dem Datum des gescheiterten Umsturzversuchs "Bewegung des 26. Juli" ("Movimiento del 26 de Julio"). Ihr Ziel war weiterhin der Sturz Batistas. Im mexikanischen Exil reorganisierten sich die Rebellen um Castro. Dort schloss sich auch der später zur "Ikone der Weltrevolution" verklärte Argentinier Che Guevara der Gruppe an.

Erst Ende 1956 kehrten die Rebellen nach Kuba zurück, um vom Versteck im unwegsamen Gebirge Sierra Maestra aus das Batista-Regime zu bekämpfen. Zwei Jahre lang dauerten die Untergrundkämpfe an, bis die Aufständischen die nahe gelegene Stadt Santa Clara besetzten. Infolgedessen floh Batista am 31. Dezember 1958 in die Dominikanische Republik und die Rebellen übernahmen die gesamte Insel.

Castro distanziert sich vom Ziel, die Demokratie zu restaurieren

Fidel Castro distanzierte sich rasch von seinem in der Haft verfassten Manifest "Botschaft an Kuba, das leidet" und dem dort propagierten Ziel der Wiederherstellung der Demokratie. Stattdessen rissen er und sein Bruder Raul die Macht an sich. Wer sich ihnen widersetzte, wurde aus dem Weg geräumt – auch bis dahin enge Vertraute.

Castro, der gegen Batista Verfassungsklage eingereicht hatte, scherte sich fortan selbst wenig um Prinzipien der Rechtsstaatlichkeit. Als bei einem Kriegsverbrecherprozess im März 1959 Angehörige der Kubanischen Luftwaffe freigesprochen wurden, erklärte er das Urteil für ungültig. Bei einem zweiten Prozess wurden Batistas Soldaten zu Jahrzehnten in Arbeitslagern verurteilt.

26. Juli wird kubanischer Nationalfeiertag

Gleichzeitig verstand es Castro, nun Regierungschef, Staatspräsident und Vorsitzender der Kommunistischen Partei Kubas, das kubanische Volk für sich zu gewinnen. Er startete eine Alphabetisierungskampagne und sorgte dafür, dass die Gesundheitsversorgung und Bildung für alle kostenlos waren. Großgrundbesitzer und amerikanische Unternehmen wurden enteignet, der 26. Juli zum kubanischen Nationalfeiertag erklärt, dem "Dia de la Rebeldía – Tag der Revolution".

Rückblickend markierte der gescheiterte Angriff auf die Moncada-Kaserne die Geburtsstunde der kubanischen Revolution. Mit dem späteren Machtwechsel in Kuba beginnt auch Castros totalitärer Umbau des kubanischen Staats im Sinne der marxistisch-leninistischen Ideologie. Dieser Umbau des politischen Systems wird ebenfalls unter dem Begriff "Kubanische Revolution" verstanden und hatte nichts mit der zuvor angekündigten Wiederherstellung der Demokratie gemein. Die gesamte kubanische Gesellschaft, die Wirtschaft und auch der Staatsapparat wurden entsprechend der kommunistischen Doktrin gewaltsam umgestaltet.

Wer in Kuba heute von "Revolution" spricht, meint nicht nur den sechs Jahre dauernden Kampf nach dem Angriff auf die Moncada-Kaserne am 26. Juli 1953 und Castros anschließenden gewaltsamen Umbau des Landes. Heute steht der Begriff vor allem für die Beibehaltung des "revolutionären Kurses" und für das Festhalten am Führungsanspruch der Kommunistischen Partei Kubas. 2018 wird der Tag der Revolution zum ersten Mal ohne einen Castro an der Spitze des kubanischen Staats begangen.

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