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Terroranschläge vom 11. September 2001

Redaktion

/ 7 Minuten zu lesen

Am 11.09.2001 verübten islamistische Terroristen Anschläge auf das World Trade Center und das Pentagon in den USA. Ein weiters Flugzeug stürzte in Pennsylvania ab. Etwa 3.000 Menschen starben.

Schwarzer Rauch steigt aus dem brennenden World Trade Center in New York, nachdem zwei Boeing-Maschinen am Morgen des 11. September 2001 von islamistischen Terroristen in die Zwillingstürme gelenkt wurden. (© picture-alliance/dpa, dpaweb | epa afp Stan Honda)

Was passierte am 11. September 2001?

Am 11. September 2001 verübte die islamistische Terrororganisation Al-Qaida den bisher folgenreichsten Terrorakt in der jüngeren Geschichte. Neunzehn Terroristen erlangten mit Gewalt die Kontrolle über die Cockpits von vier Linienflugzeugen und steuerten drei der Maschinen in vorher ausgewählte Ziele in den USA.

Wo wurden die Anschläge verübt?

Der American-Airlines-Flug 11 wurde am Dienstag, 11. September 2001, um 8:46 Uhr Ortszeit in den Nordturm des World Trade Centers in New York City gelenkt und schlug zwischen dem 93. und dem 99. Stockwerk ein.

Rettungskräfte suchen am 13. September 2001 in den Trümmern am eingestürzten World Trade Center in New York City nach Überlebenden. (© picture-alliance/dpa, epa afp Keiser)

Um 9.03 Uhr schlug der United-Airlines-Flug 175 zwischen dem 77. und 85. Stock in den Südturm des World Trade Centers ein. Fernsehteams vor Ort übertrugen die Bilder aus dem Stadtteil Manhattan live in die gesamte Welt. Die Twin Towers des World Trade Centers waren die beiden höchsten Gebäude von New York City und wurden überwiegend von Finanzdienstleistern, Banken, Anwaltskanzleien und Regierungsbehörden genutzt. Auf dem Gelände war auch ein großes Einkaufszentrum zu finden.

Das Kerosin entfachte Brände in den beiden Türmen des World Trade Centers. Die Hitze sorgte dafür, dass tragende Stahlteile in den Türmen nachgaben. Der Südturm stürzte um 9:59 Uhr ein, der Nordturm um 10:28 Uhr.

Um 9:37 Uhr lenkten die Terroristen den American-Airlines-Flug 77 in den Westteil des Pentagons in Arlington, Virginia, dem Sitz des US-amerikanischen Verteidigungsministeriums.

Die Südseite des Pentagons brennt, nachdem am Dienstagmorgen, dem 11. September 2001, ein Flugzeug von islamistischen Terroristen der Gruppe Al-Qaida in das Gebäude gelenkt wurde. (© picture-alliance/AP, TOM HORAN)

Ein weiteres Flugzeug, der United-Airlines-Flug 93, wurde von den Terroristen in Richtung Washington, D.C. gelenkt. Ermittlungen ergaben, dass das Ziel dieses Anschlags entweder das Kapitol, also das Parlamentsgebäude der USA, oder der Amtssitz des US-Präsidenten, das Weiße Haus, sein sollte.

Passagiere an Bord, die von den Anschlägen in New York erfahren hatten, versuchten, die Terroristen von ihrem Vorhaben abzuhalten. Es wird angenommen, dass die Terroristen durch den Widerstand erkannten, dass sie ihr Ziel nicht erreichen konnten, und deswegen das Flugzeug zum Absturz brachten. Die Maschine schlug um 10:03 Uhr auf einem Feld im US-Bundestaat Pennsylvania ein.

Wie viele Menschen verloren bei den Anschlägen ihr Leben?

Alle Passagiere an Bord der vier Flugzeuge starben sofort, ebenso zahlreiche Menschen, die sich in den Gebäuden oder in ihrer Nähe aufhielten, sowie mehrere Hundert Rettungskräfte.

Insgesamt starben bei den Attentaten rund 3.000 Menschen, davon 2.753 Menschen im World Trade Center und seiner Umgebung, 184 beim Anschlag auf das Pentagon und 40 im Flug 93. Staatsbürgerinnen und Staatsbürger aus etwa 90 Nationen waren unter den Todesopfern. Mehr als 6.000 Menschen wurden bei den Anschlägen verletzt.

Insgesamt befanden sich am Morgen des 11. September 2001 zwischen 16.400 und 18.000 Menschen im World Trade Center. Mehr als 90 Prozent der Todesopfer befanden sich zum Zeitpunkt der Anschläge auf Höhe der Einschlagsstellen oder darüber. Sie hatten kaum eine Chance zu entkommen, weil die Explosionen Fahrstühle und Treppenhäuser zerstörten. Manche stürzten sich deswegen von den über 400 Meter hohen Türmen in den Tod.

Gewaltige Staub- und Rauchwolken hüllten Lower Manhattan in New York City nach den Einstürzen der brennenden Zwillingstürme des World Trade Center ein. [ (© picture-alliance/dpa, epa afp Kanter)

Tausende Menschen erkrankten und einige starben an den Spätfolgen der giftigen Dämpfe und Partikel, die durch die Explosion und den Kollaps des World Trade Centers entstanden. Auch erkrankten eine Reihe Menschen an psychischen Erkrankungen aufgrund des Erlebten.

Kurz nach den Anschlägen wurde ein staatlicher Entschädigungsfonds eingeführt. Finanzierungslücken und Verzögerungen bei der Anerkennung von Spätfolgen führten in den Jahren nach 2001 immer wieder zu Diskussionen. Inzwischen sind der Entschädigungsfonds und das medizinische Programm bis in die 2090er Jahre genehmigt und finanziell abgesichert.

Welche unmittelbaren Reaktionen folgten auf den Terroranschlag?

Der Terrorakt löste in den USA und weltweit Entsetzen aus. Es kam zu spontanen Trauerkundgebungen in zahlreichen größeren Städten. Fernsehsender änderten ihr Programm oder setzten zeitweise den Sendebetrieb aus.

Der damalige US-Präsident George W. Bush erfuhr von den Anschlägen während eines Besuchs in einer Grundschule. Er sagte das anschließende Pressebriefing mit der Begründung ab, dass es eine „nationale Tragödie“ gegeben habe, und wurde mit dem Präsidentenflieger „Air Force One“ aus Sicherheitsgründen in die Luftwaffenbasis Barksdale in Louisiana geflogen.

Dort äußerte er sich zu den Ereignissen: „Die Vereinigten Staaten werden die Verantwortlichen für diese feigen Taten zur Strecke bringen und bestrafen.“ Die Streitkräfte der USA wurden in erhöhte Einsatzbereitschaft versetzt.

Zitat

Make no mistake: The United States will hunt down and punish those responsible for these cowardly acts.

George W. Bush am 11. September 2001

Im Deutschen Bundestag wurden am 12. September 2001 die laufenden Haushaltsberatungen unterbrochen, um der Opfer zu gedenken. Der damalige Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) sprach von einer „Kriegserklärung an die zivilisierte Völkergemeinschaft“ und sicherte US-Präsident Bush die „uneingeschränkte […] Solidarität Deutschlands“ zu.

Noch am selben Tag stellte der Interner Link: Nordatlantikrat den Bündnisfall fest, sofern die Angriffe von außen gegen die USA gerichtet waren. Dies wurde am 2. Oktober 2001 bestätigt und löste somit zum ersten und bisher einzigen Mal den Interner Link: Bündnisfall auf Grundlage von Artikel 5 des Nordatlantikvertrags aus.

Ebenfalls am 12. September verurteilte der Interner Link: Sicherheitsrat der Vereinten Nationen die Anschläge und rief alle Staaten dazu auf, die Drahtzieher sowie deren Helfer und Organisatoren zur Rechenschaft zu ziehen.

Wer verübte die Anschläge?

Bereits kurz nach den Anschlägen deuteten Indizien darauf hin, dass das Terrornetzwerk Al-Qaida mit seinem Anführer Osama bin Laden hinter den Anschlägen stecken könnten. 2004 bekannte bin Laden sich offiziell in einem Video zu den Anschlägen.

In einer Externer Link: Rede vor dem US-Kongress am 20. September 2001 kündigte Bush Vergeltung für die Attentate an. Er machte Al-Qaida für die Anschläge verantwortlich und brachte das Netzwerk in Verbindung zu dem in Afghanistan herrschenden Taliban-Regime. „Der Krieg gegen den Terror wird erst enden, wenn jede einzelne terroristische Gruppe mit weltweiter Reichweite gefunden, gestoppt und besiegt ist“, sagte Bush.

Zitat

Our war on terror begins with al Qaeda, but it does not end there. It will not end until every terrorist group of global reach has been found, stopped and defeated.

George W. Bush am 20. September 2001

Was war der „Krieg gegen den Terror“, der auf den 11. September 2001 folgte?

Die Rede von Bush im US-Kongress ging als Rede zum „Krieg gegen den Terror“ (eng. „War on Terror“) in die Geschichte ein und markiert den Beginn des US-amerikanischen Kampfs gegen den weltweiten Terrorismus, der unter anderem die Kriegseinsätze in Afghanistan, im Irak und weitere Militärmissionen zur Folge hatte.

US-Präsident Barack Obama erklärte 2013, dass die USA abseits von dem damals noch laufenden Einsatz in Afghanistan ihre Bemühungen zur Eindämmung des internationalen Terrorismus künftig statt mit groß und langfristig angelegten militärischen Interventionen mit gezielten Maßnahmen wie etwa Drohnenangriffen erreichen wollten. So befahl er Luftangriffe und den Einsatz von Spezialkräften der US-Armee gegen den Interner Link: Islamischen Staat (IS) im Irak und in Syrien. Zwischen 2004 und 2018 wurden auch regelmäßige Drohnenangriffe im Nordwesten Pakistans gegen Terrorverdächtige durchgeführt.

Laut den Externer Link: Zahlen der US-amerikanischen Brown University starben schätzungsweise zwischen 897.000 und 929.000 Menschen von 2001 bis 2021 unter anderem im Irak, in Afghanistan, Syrien, im Jemen und in Pakistan durch direkte kriegsbedingte Gewalt infolge der Ereignisse vom 11. September 2001. Davon waren mehr als 432.000 Zivilistinnen und Zivilisten. Der Irakkrieg und der Afghanistankrieg kosteten laut dem US-Verteidigungsministerium insgesamt rund 7.000 US-Soldatinnen und Soldaten und laut Brown University rund 1.500 alliierte Soldatinnen und Soldaten das Leben.

Welche sicherheitspolitischen Maßnahmen wurden nach dem 11. September 2001 noch getroffen?

Auch innenpolitische Maßnahmen wurden ergriffen, wie beispielsweise die Verabschiedung des USA Patriot Acts* im Oktober 2001. Dieses US-Bundesgesetz erweiterte die Befugnisse von Geheimdiensten und Strafverfolgungsbehörden. Dazu zählten beispielsweise die weitreichende Telefon- und Internetüberwachung, das Sammeln von Kommunikations-, Finanz- und Reisedaten ohne richterlichen Beschluss und verschärfte Kontrollen im Finanzsektor gegen Geldwäsche und Terrorismusfinanzierung.

Kritikerinnen und Kritiker des Gesetzes sahen den Datenschutz und die Privatsphäre von Bürgerinnen und Bürgern der USA verletzt. Abgelöst wurde das Gesetz 2015 durch den USA Freedom Act, das die Massenspeicherung von Daten durch die US-Nachrichtendienste stärker einschränkte.

Als Reaktion auf die Anschläge wurde das US-Heimatschutzministerium (Department of Homeland Security) geschaffen. Die Aufgaben des Ministeriums umfassen den Schutz vor Terrorismus, die Grenzsicherung, die Einwanderungskontrolle, Katastrophenschutz und Cybersicherheit.

In das Gefangenenlager Guantánamo, einem US-Marine-Stützpunkt auf Kuba, wurden ab Januar 2002 Menschen überführt, die die USA als mutmaßliche Terroristen und „unrechtmäßige Kombatanten“ betrachteten. Der Begriff bezeichnet Personen, die an einem kriegerischen Konflikt beteiligt sind und zusätzlich gegen das Kriegsrecht verstoßen haben. Sie haben in Gefangenschaft oft keinen Anspruch auf den Schutzstatus als reguläre Kriegsgefangene. Erst auf internationalen Druck wurden den Gefangenen einige grundsätzliche verfassungsmäßige Rechte zugestanden.

Zeitweise waren in Guantánamo etwa 800 Personen in Gewahrsam. Eine überwiegende Mehrheit der Gefangenen wurde nie angeklagt und vielen konnte auch keine Verbindung zu den Anschlägen vom 11. September nachgewiesen werden. Es gibt Berichte über dort verübte Folterungen. Trotz mehrmaliger Versprechen, das Lager aufzulösen, befanden sich im Januar 2025 dort noch 15 Gefangene.

Nach den Terroranschlägen 2001 wurden die Sicherheitsmaßnahmen in Flugzeugen und in den Flughäfen verschärft. Stärkere Türen sollen etwa die Cockpits sicherer machen. Der Einsatz von Körperscannern, Metalldetektoren und präzisen Gepäckdurchleuchtungen wurde Standard. Nicht-US-Bürgerinnen und Bürger müssen seit 2004 bei der Einreise in die USA einen Fingerabdruck abgeben und ein digitales Porträtfoto von sich aufnehmen lassen. Zuvor genügte der Reisepass. Beide Datensätze werden dauerhaft in den Datenbanken der Einwanderungsbehörde gespeichert.

Wie wird heute in den USA an die Anschläge vom 11. September erinnert?

Das 9/11 Memorial am Ground Zero in Manhattan, New York City, erinnert an die Opfer der Anschläge vom 11. September 2001.[ (© picture-alliance/dpa, Andrea Warnecke)

Die Anschläge vom 11. September sind für die USA bis heute ein tiefes gesamtgesellschaftliches Trauma. Für viele US-Amerikanerinnen und US-Amerikaner ging damals die Gewissheit verloren, dass ihr Land aufgrund seiner militärischen Größe und seiner geografischen Lage quasi unverwundbar sei. Tausende feierten in New York die gezielte Tötung von bin Laden durch US-amerikanische Spezialeinheiten in Pakistan im Mai 2011.

An der Stelle des früheren World Trade Centers steht heute das „One World Trade Center“, mit 541 Metern eines der höchsten Gebäude der Welt. An dessen Fundament liegt das „9/11 Memorial and Museum“, dessen Grundstruktur mit zwei großen Brunnen die Abdrücke der beiden Türme mit den Namen der Opfer abbildet.

Hinweis der Redaktion: Dieser Text basiert auf dem Hintergrund Aktuell-Artikel vom 06.09.2021 und wurde am 10.08.2026 umfassend aktualisiert.

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