Arbeitsmarktpolitik Dossierbild

Arbeitsmarktpolitik

Arbeitsmarktpolitik ist in der Bundesrepublik Deutschland eines der wichtigsten Politikfelder überhaupt. Erfolge sowie Misserfolge in der Arbeitsmarktpolitik sind Wahlkampfthemen und entscheiden über die Wahlchancen einer Partei.
Der Arbeitsmarkt ist aber auch Gegenstand wissenschaftlicher Analyse und Kontroversen, die wiederum Diskussionsgrundlage für die parteipolitischen und gewerkschaftlichen Auseinandersetzungen sind.
Zudem greift Arbeitsmarktpolitik tief in die individuellen Belange der Bürger ein. Zum einen, wenn sie als Arbeitslose Zielgruppe von Arbeitsmarktpolitik sind, zum anderen ist auch ein Großteil der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer von arbeitsmarktpolitischen Entscheidungen betroffen. Dazu zählen etwa Regelungen zur Arbeitszeit oder zum Beitrag für die Arbeitslosenversicherung/Arbeitsförderung.
Das Dossier stellt die theoretischen Grundlagen der Arbeitsmarktpolitik, die Ziele und die Akteure, die gesetzlichen Grundlagen und die Instrumente der Arbeitsmarktpolitik vor.

Aufgrund von ungünstigen klimatischen Bedingungen im Winter sind Bau- und Landarbeiter von saisonaler Arbeitslosigkeit betroffen. Foto: AP

Theoretische Konzepte und Grundlagen

Arten der Arbeitslosigkeit

Es gibt verschiedene Ursachen, die zur Arbeitslosigkeit führen. Unterscheidungen von verschiedenen Arten der Arbeitslosigkeit helfen, da daraus folgende Maßnahmen gegen die konstatierte Arbeitslosigkeit dann von der jeweiligen Form derselben abhängig sind. Weiter...

Zählen Inhaber von Minijobs als arbeitslos?

Theoretische Konzepte und Grundlagen

Wie wird Arbeitslosigkeit gemessen?

Die Frage, wann eine Person als arbeitslos gilt, wird immer schon kontrovers diskutiert, ist jedoch im Sozialgesetzbuch III geregelt. Häufig entsteht Arbeitslosigkeit aus Mangel an Erwerbs-gelegenheiten für arbeitswillige und arbeitsfähige Personen. Weiter...

Passanten und Kraftfahrer überqueren am 24.01.2012 die deutsch-polnische Grenze am Stadtpark in Görlitz. Polnische Fachkräfte finden immer häufiger eine Arbeit auf deutscher Seite, Hilfskräfte sind weniger gefragt.

Theoretische Konzepte und Grundlagen

Angebot und Nachfrage: Entwicklungen seit der deutschen Vereinigung

Die deutsche Wiedervereinigung hatte einen großen Einfluss auf das Angebot und die Nachfrage am Arbeitsmarkt. Die Öffnung der Grenzen machte die geringe Produktivität und Wettbewerbsfähigkeit der ostdeutschen Wirtschaft deutlich. Westdeutschland bescherte die Wiedervereinigung hingegen eine Sonderkonjunktur. Zuletzt hatten vor allem Migrationsbewegungen Einfluss auf das Arbeitsangebot. Weiter...

Ein Obdachloser in der Innenstadt von Hamburg.

Theoretische Konzepte und Grundlagen

Folgen der Arbeitslosigkeit

Die Wirkung der Arbeitslosigkeit auf die Betroffenen wird in den ökonomischen Lehrbüchern überwiegend ausgeblendet. Ökonomen interessieren sich primär für die ökonomischen Ursachen und makroökonomischen Folgen der Arbeitslosigkeit, nicht jedoch für ihre individuellen Folgen. Weiter...

Teil des deutschen Sozialstaats: die Krankenversicherung.

Normative Grundlagen

Wohlfahrtsstaatliche Grundmodelle

Jeder moderne Nationalstaat betreibt Sozialpolitik; zum Sozialstaat machen ihn aber erst deren Reichweite, Qualität und Quantität. Während in anderen Ländern dafür üblicherweise der Begriff "Wohlfahrtsstaat" verwandt wird, ist in Deutschland nach wie vor der Begriff "Sozialstaat" üblicher. Weiter...

Der Ausbau von Kindertagesstätten ermöglicht es mehr Frauen einen Beruf auszuüben.

Normative Grundlagen

Das Ende des Ernährermodells

Das männliche Ernährermodell ist ein sozial-wissenschaftliches Modell. Es bezeichnet die Konstellation in einer Familie, in welcher der Mann einer bezahlten beruflichen, mit entsprechenden Sozialleistungen ausgestatteten Tätigkeit nachgeht und als Hauptverdiener die Familie ernährt. Die Frau erwirbt höchstens einen Zuverdienst. Weiter...

Geldautomat der Bundesagentur für Arbeit.

Debatten um Finanzierungskonzepte

In den Verhandlungen zum Arbeitsförderungsgesetz von 1969 wurde der Beschluss gefasst, sowohl die "passive" als auch die erheblich verstärkte "aktive" Arbeitsmarktpolitik weiterhin hauptsächlich über die Beiträge an die Bundesanstalt für Arbeit zu finanzieren. Weiter...

Seit dem Jahr 1996 kann man sich in Deutschland auch privat gegen die Folgen von Arbeitslosigkeit versichern.

Arbeitslosenversicherung

Die Arbeitslosenversicherung in Deutschland ist Teil der Sozialversicherung und als umfassende Pflichtversicherung für alle abhängig Beschäftigten organisiert: Außen vor bleiben Beamte, Mini-Jobber und Selbständige. Weiter...

Mit dem vierten Gesetz für moderne Dienstleistungen am Arbeitsmarkt ("Hartz-Reform") wurden 2005 die Arbeitslosenhilfe und die Sozialhilfe zur Grundsicherung für Arbeitsuchende zusammengelegt.

Grundsicherung für Arbeitsuchende

Neben der Arbeitslosenver-sicherung gab es bis Ende 2004 zwei weitere Systeme sozialer Sicherung, die Sozialhilfe und die Arbeitslosenhilfe. 2005 wurden beide Systeme zur neuen einheitlichen Grundsicherung für Arbeitsuchende zusammengelegt und das Sozialgesetzbuch II (SGB II) geschaffen. Weiter...

In den neuen Kundenzentren sollen die Arbeitssuchenden professionell beraten werden. Die Vermittlungsberatung erfolgt ausschließlich nach Terminvergabe und ohne störende Telefongespräche. Foto: AP

Arbeitsvermittlung

Die öffentliche Arbeitsvermittlung

Arbeitsvermittlung ist ein vielschichtiger Prozess. Arbeitsvermittlungsdienste, wie die Agenturen für Arbeit, führen Informationen über Angebot und Nachfrage an den Arbeitsmärkten zusammen und tragen damit zu einer Vermeidung oder Verringerung von Marktversagen bei. Weiter...

Vermittlungsgespräch bei privater Arbeitsvermittlung.

Arbeitsvermittlung

Private und halbstaatliche Arbeitsvermittlung

International ist seit einigen Jahren die Tendenz zu beobachten, dass private Anbieter mit Teilaufgaben oder auch mit der gesamten Arbeitsvermittlung beauftragt werden. In Deutschland ist die Debatte um die Beteiligung privater Dienstleister an der Vermittlung von Arbeitslosen noch jung. Weiter...

Arbeitslose Jugendliche lernen in berufsbildenden Maßnahmen, wie hier im Ökologischen Bildungszentrum Lasker Höfe,  wichtiges Know-How für die Zukunft. Foto: AP

Maßnahmen zur Aktivierung und beruflichen Eingliederung

Eine Reihe arbeitsmarktpolitischer Förderinstrumente zielt auf die Verbesserung der individuellen Chancen der Arbeitslosen. Hierzu zählen Qualifizierungsmaßnahmen, die Beteiligung zusätzlicher Akteure bei der Arbeitssuche, Instrumente zur Förderung, individuelle Förderplanungen im Rahmen des Vermittlungsbudgets und Trainingsmaßnahmen. Weiter...

Lohnkostenzuschüsse sollen Arbeitgeber dazu bewegen, Personen einzustellen, die sie ohne Aussicht auf Förderung nicht eingestellt hätten.

Förderung der Aufnahme einer Erwerbstätigkeit

Einige arbeitsmarktpolitische Instrumente zielen darauf, arbeitslose Menschen direkt in den ersten Arbeitsmarkt zu integrieren. Zum einen geschieht dies durch Lohnsubventionen, die an Arbeitgeber, aber auch an Arbeitnehmer geleistet werden. Zum anderen fördern Arbeitsagenturen und Jobcenter auch Existenzgründungen, wenn durch sie die Arbeitslosigkeit beendet werden kann oder Arbeitslosengeld II-Beziehende ihre Hilfebedürftigkeit verringern können. Weiter...

Ein-Euro-Jobber bei der Reparatur eines Fahrrades.

Beschäftigung schaffende Maßnahmen

Beschäftigung schaffende Maßnahmen, häufig auch als "zweiter oder sozialer Arbeitsmarkt" bezeichnet, bilden einen Teilbereich der aktiven Arbeitsmarktpolitik. Ziel ist es, Beschäftigung zu schaffen, die vom ersten Arbeitsmarkt nicht in ausreichendem Maße zur Verfügung gestellt wird, anstatt lediglich reine Unterstützungsleistungen für Arbeitslose zu gewähren. Weiter...

Arbeitsvermittlung ist wesentlicher Bestandteil der Arbeitslosenpolitik.

Normative Grundlagen

Das Konzept der aktiven Arbeitsmarktpolitik

Die Arbeitsmarktpolitik in Deutschland stützt sich auf drei Säulen: die Arbeitsvermittlung, die Arbeitslosenversicherung und die aktive Intervention in den Arbeitsmarkt mit Maßnahmen, wie der beruflichen Fort- und Weiterbildung sowie Umschulung. Weiter...

In einigen Bereichen, wie im Bäckerhandwerk, herrscht ein Mangel an Ausbildungsbewerbern.

Berufsausbildung und ihre Förderung

Die Lage auf dem Ausbildungsmarkt

Die Lage auf dem Ausbildungsmarkt hat sich laut offizieller Darstellung entspannt. Es wird häufiger von Bewerbermangel berichtet als von unversorgten Bewerbern. Weiter...

Die Lohnhöhe ist bei den Tarifverhandlungen zwischen Arbeitgebern und Gewerkschaften ein wichtiger Verhandlungspunkt.

Die Tarifpolitik

Die Arbeits- und Einkommens-bedingungen der Mehrheit der abhängig Beschäftigten werden in Deutschland durch Tarifverträge geregelt. Wie kommen diese zu Stande und welche Mittel stehen Gewerkschaften und Arbeitgebern zur Durchsetzung ihrer Forderungen zur Verfügung? Weiter...

Gebäudereiniger bei der Arbeit

Mindestlohn

Die abnehmende Tarifbindung, tarifvertragliche Vereinbarungen auf niedrigem Niveau und die wachsende Zahl von Arbeit-nehmern, die ergänzend auf Arbeitslosengeld II angewiesen sind, haben auch in Deutschland zu einer politischen und wissenschaftlichen Diskussion um einen gesetzlichen Mindestlohn geführt. Weiter...

Verkäuferin in einer Bäckerei

Minijobs / geringfügige Beschäftigung

Kaum eine arbeitsmarktpolitische bzw. arbeitsrechtspolitische Regelung wurde in den letzten Jahren so kontrovers diskutiert und so häufig geändert wie die Regelungen zur geringfügigen Beschäftigung. Weiter...

 

Dossier

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