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26.5.2015

Preisverleihung Wettbewerb Aktiv für Demokratie und Toleranz 2014

Am 3. Juni 2015 von 17.00 bis 18.30 Uhr in Mannheim / Sechs Projekte aus Baden-Württemberg und Hessen werden als Preisträger im bundesweiten Wettbewerb „Aktiv für Demokratie und Toleranz“ 2014 geehrt.


Das „Bündnis für Demokratie und Toleranz – gegen Extremismus und Gewalt (BfDT)“ hat 2014 im Wettbewerb insgesamt 66 Initiativen und Projekte für ihr vorbildliches und nachahmenswertes zivilgesellschaftliches Engagement für Demokratie und Toleranz als Preisträger ausgewählt. Die Preise sind mit 1.000 € bis 5.000 € dotiert.

Die Preisverleihung Wettbewerb Aktiv für Demokratie und Toleranz 2014 findet am 3. Juni 2015 von 17.00 bis 18.30 Uhr im Ratssaal, Stadthaus N1 in 68161 Mannheim statt.

In der öffentlichen Preisverleihung werden der Oberbürgermeister der Stadt Mannheim, Dr. Peter Kurz sowie Christian Petry, Mitglied im Beirat des BfDT, die Preisträger auszeichnen und zusammen mit Cornelia Schmitz, stellv. Leiterin der Geschäftsstelle des BfDT, das vorbildliche Engagement würdigen. Im Anschluss an die Preisverleihung besteht die Möglichkeit, mit Preisträgern und Veranstaltern bei einem Empfang ins Gespräch zu kommen.

Am 23. Mai 2000 gründeten die Bundesministerien des Innern und der Justiz das „Bündnis für Demokratie und Toleranz - gegen Extremismus und Gewalt“. Seit dem Jahr 2011 ist die Geschäftsstelle des Bündnisses für Demokratie und Toleranz Teil der Bundeszentrale für politische Bildung/bpb.

Folgende Projekte werden ausgezeichnet:


Baden-Württemberg

Preisträger: Bunt statt Braun Waiblingen, Waiblingen
Projektname: Jugendkulturwoche für Vielfalt und gegen Rassismus
Im Jahr 2005 schlossen sich verschiedene Institutionen und Einzelpersonen zu der Initiative „Bunt statt Braun Waiblingen“ gegen Rechtsextremismus zusammen. Der Zusammenschluss kam aufgrund der Initiative von zwei Jugendlichen aus Waiblingen zustande. Sie wollten auf die Verbreitung von rechtsextremen Gedankengut durch eine sogenannte Schulhof-CD reagieren. Es kam in Waiblingen, einem eher ländlichen Ort in der Nähe von Stuttgart, vermehrt zu rechten Straftaten. Kernstück der Initiative ist eine Jugendkulturwoche gegen Rechtsextremismus im Kulturhaus Schwanen (BW). Dabei werden Workshops, Theateraufführungen, Konzerte, Ausstellungen und Kinofilme durchgeführt. Seit 2009 wird zusätzlich ein Bunt statt Braun Award für junge Künstler/-innen ausgeschrieben. Die Prämierung erfolgt im Rahmen eines Wettbewerbskonzerts am Ende der Jugendkulturwoche inklusive eines Publikumspreises. Schirmherrin ist die Landesministerin für Arbeit und Sozialordnung, Familie, Frauen und Senioren.

5000 € Preisgeld


Preisträger: Verein für interkulturelle Verständigung e.V., Müllheim
Projektname: Omigrande

Im Projekt „Omigrande“ des Vereins für interkulturelle Verständigung Müllheim treffen sich regelmäßig (derzeit wöchentlich) Omis & Migrant/-innen, um gemeinsam Theater zu spielen, zu malen, Adventskränze zu basteln, zur Moschee bzw. zur Kirche zu gehen oder aber auch einfach nur um sich über Gott und die Welt zu unterhalten. Das Projekt besteht seit 3 Jahren. Die Treffen erfolgen sowohl zwischen den Tandems (1 Oma & 1 Migrant/-in) als auch innerhalb der gesamten Gruppe. Ältere Personen kennen meistens wenig Migrant/-innen und haben eventuell Vorurteile, die mit diesem Projekt überwunden werden sollen. Einheimische fragen oft nach den politischen und religiösen Geschehnissen und kommen so ins Gespräch. Dadurch wird die Toleranz zwischen diesen beiden Gruppen gestärkt. Beide Gruppen lernen die jeweils andere Kultur intensiv kennen und schätzen.
4000 € Preisgeld


Preisträger: Save-Me-Mannheim, Mannheim Projektname: Flüchtlingshilfe direkt

Die Initiative Save-Me-Mannheim hat das Projekt „Flüchtlingshilfe direkt“ 2010 ins Leben gerufen. Ziel der Initiative ist es, dass die Flüchtlinge in die Gesellschaft aufgenommen und wertgeschätzt werden. Sie arbeiten auf verschiedenen Ebenen und unterstützen mittels Patenschaften Flüchtlinge, die in Mannheim leben, bei der Suche nach Arbeit und Sprachkursen, beim Umzug in eigene Wohnungen, bei der Einschulung ihrer Kinder oder bei Behördengängen. Über die praktische Direkthilfe hinaus pflegen sie den Kontakt zu Politiker/-innen und Mitarbeiter/-innen der Verwaltung und Arbeitsagentur, um Lösungen für einen erträglicheren Aufenthalt der Flüchtlinge zu erzielen. Durch kulturelle Veranstaltungen versuchen sie, die Öffentlichkeit und die Politik für die lokale, aber auch weltweite Flüchtlingssituation zu sensibilisieren. Anlass ihres Engagements war der Film „Ein Augenblick Freiheit", bei dem das Thema Resettlement dargestellt wurde.
Die Kampagne „Save me - eine Stadt sagt ja" entstand beim Bayerischen Flüchtlingsrat. Bekannt gemacht und maßgeblich gefördert wird sie von der bundesweiten Menschenrechtsorganisation PRO ASYL.

3000 € Preisgeld


Preisträger: Jugend-Guides im Landkreis Tübingen, Tübingen Projektname: Geocache zum NS-Zwangsarbeitslager

Im Landkreis Tübingen können sich Jugendliche ab 16 Jahren als Vermittler/-innen und Multiplikator/-innen in lokalen Gedenkstätten bewerben. Diese Jugend-Guides haben es sich zum Ziel gesetzt, NS-Verbrechen vor Ort sichtbar zu machen. Da die Jugend-Guides aus verschiedenen Orten im Landkreis kommen, recherchieren sie, was in ihrem Dorf oder ihrer Stadt passiert ist und vermitteln anderen Jugendlichen einerseits Fakten zur lokalen NS-Geschichte und zum anderen ihre eigene Motivation, sich mit diesem Thema zu beschäftigen. Der Geocache in Dußlingen ist ein Projekt der Jugend-Guides, bei dem man über eine „Schatzsuche" die Orte der Geschichte abgeht und dort mehr über ein ehemaliges Zwangsarbeiterlager vor Ort erfährt. Zielgruppe sind zum einen Schulklassen, da der Cache beim Schulzentrum in Dußlingen startet. Thematisch ist der Cache ab etwa 12 Jahren sinnvoll. Jugend-Guides können Schülergruppen auch begleiten und den Geocache moderieren und ergänzen. Gleichzeitig ist der Geocache individuell zu jeder Zeit abgehbar und die Stationen sind selbsterklärend. Im VHS Programm wird viermal im Jahr eine öffentliche Führung angeboten. Weiterhin nutzen auch Privatpersonen den Cache. Wenn man ihn gefunden hat, kann man ein Armband mit dem Zitat („Never again“) eines Überlebenden des Lagers mitnehmen. Obwohl in Dußlingen über 350 Kriegsgefangene und Zwangsarbeiter eingesetzt wurden, um aus Schiefergestein Öl zu gewinnen, ist dies den meisten Bewohner/-innen nicht bekannt. Zusätzlich zum Geocache gab es drei Workshops zwischen September 2013 und April 2014.

2000 € Preisgeld


Hessen

Preisträger: Schülervertretung des Goethe-Gymnasiums, Bensheim
Projektname: Hier sind wir Mensch – Hier darf ich´s sein!

Unter dem Motto ,,Hier sind wir Mensch - Hier darf ich's sein!" veranstaltete die Schülervertretung des Goethe Gymnasiums in Bensheim (HE) in diesem Jahr vom 14. bis 18. Juli eine Themenwoche, in der sie die Vielseitigkeit der Gesellschaft in den Fokus rückten. Die Schülerschaft konnte in 30 Veranstaltungsangeboten (Workshops, Vorträgen und Exkursionen) Einblicke in die Themenbereiche Inklusion, Anti-Diskriminierung, Gewaltprävention, Zivilcourage, Intersexualität und Toleranz erlangen und interessante Erfahrungen machen. Die Workshops wurden teilweise unter Einbindung externer Leitung z.B. aus Vereinen durchgeführt. Ein „Nein" zu Diskriminierung und ein „Ja" zu Toleranz und couragiertem Handeln - das war und ist die klare Botschaft und Haltung. Die Schülervertretung hat sich zum Ziel gesetzt, in jedem Schuljahr ein großes Projekt für Courage und Toleranz zu veranstalten. Im letzten Jahr wurde die eingereichte Themenwoche erarbeitet. An der Organisation sind ausschließlich Mitglieder der Schülervertretung beteiligt.

2000 € Preisgeld


Preisträger: DTFO e.V., Dietzenbach
Projektname: InterKultur Pass (kurz: I-Pass)
Das Projekt „InterKultur Pass“, kurz I-Pass, des Deutsch-Türkischen Forums Offenbach bildet Jugendliche zu interkulturellen Brückenbauer/-innen und Botschafter/-innen des Ehrenamtes aus. In einem einjährigen Seminarprogramm mit Praktika in Vereinen und Hospitationen in Politik und Verwaltung lernen sie die ehrenamtliche Jugendarbeit in ihrer Kommune kennen. Gemeinnützige Vereine und Organisationen sind Paten-Organisationen der I-Pass-Jugendlichen. Ziel ist es, den Jugendlichen Möglichkeiten zur Partizipation und Teilhabe an der Gesellschaft zu vermitteln und Vereine und Organisationen interkulturell zu öffnen. Die Wahrnehmung der gesellschaftlichen Potentiale von Jugendlichen mit Migrationshintergrund vor Ort soll gestärkt werden. Außerdem geht es bei dem Projekt um die Initiierung von Prozessen zur interkulturellen Öffnung und dem Aufbau bzw. die Stärkung der Jugendarbeit der Vereine und Organisationen vor Ort. Das Zertifikat „I-Pass", welches den Jugendlichen als Bewerbungshilfe dienen soll, orientiert sich am zukünftigen Deutschen Qualifikationsrahmen (DQR) für die nicht-formale Bildung im Zuge der EU-Jugendstrategie 2010-2018. Alle I-Pass Seminare, Praktika und Hospitationen werden von den teilnehmenden Jugendlichen im Sinne der Qualitätssicherung anonym evaluiert.

1000 € Preisgeld

Presseeinladung als PDF.


Pressekontakt


Bundeszentrale für politische Bildung
Stabsstelle Kommunikation
Adenauerallee 86
53113 Bonn
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