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„Der Kitt, der unsere Gesellschaft zusammenhält“

Zehn Projekte aus Bayern im bundesweiten Wettbewerb „Aktiv für Demokratie und Toleranz“ ausgezeichnet / Preisverleihung in Regensburg

7.4.2017

Am Freitag, 7. April 2017 sind in Regensburg die bayerischen Preisträger des Wettbewerbs „Aktiv für Demokratie und Toleranz“ 2016 ausgezeichnet worden. In einer gemeinsamen Veranstaltung mit der Stadt Regensburg wurden die Urkunden für ihr vorbildliches Engagement durch den Beirat des „Bündnis für Demokratie und Toleranz – gegen Extremismus und Gewalt (BfDT)“ überreicht. Das BfDT hat im Rahmen des Aktiv-Wettbewerbs insgesamt 84 Initiativen und Projekte aus ganz Deutschland für ihr vorbildliches zivilgesellschaftliches Engagement für Demokratie und Toleranz ausgezeichnet.

Die Bundestagsabgeordnete und Beiratsmitglied Gabriele Fograscher freute sich über die vielfältigen Beiträge zur Stärkung von Demokratie und Toleranz und unterstrich die Bedeutung der ausgezeichneten Projekte: „Zivilgesellschaftliches Engagement ist der Kitt, der unsere Gesellschaft zusammenhält. Ohne die Millionen Menschen, die sich in Ihrer Freizeit für Schwächere einsetzen, die am Wochenende Kinder und Jugendliche unterstützen, oder nach Feierabend Geflüchtete bei der Integration an die Hand nehmen – all diesen Menschen haben wir hier heute in Regensburg stellvertretend einen Preis verliehen. Die ausgezeichneten Projekte zeigen dabei die ganze Spannbreite ehrenamtlichen Engagements und werden hoffentlich viele Nachahmer finden“, sagte sie.

Der Leiter der Geschäftsstelle des BfDT, Dr. Gregor Rosenthal führte aus: „Unser Ziel ist es, das zivilgesellschaftliche Engagement für Demokratie und Toleranz in unserem Land sichtbar zu machen und möglichst viele Mitbürgerinnen und Mitbürger zum Einsatz für unsere Demokratie zu ermutigen und anzuregen. Mit der heutigen Preisverleihung haben wir dafür gemeinsam mit der Stadt Regensburg eine würdige und hoffentlich inspirierende Bühne geschaffen.“

Fotoanfragen unter: presse@bpb.de

Hintergrund
Am 23. Mai 2000 gründeten die Bundesministerien des Innern und der Justiz das „Bündnis für Demokratie und Toleranz - gegen Extremismus und Gewalt“. Seit dem Jahr 2011 ist die Geschäftsstelle des Bündnisses für Demokratie und Toleranz Teil der Bundeszentrale für politische Bildung/bpb.

Der Wettbewerb „Aktiv für Demokratie und Toleranz“ wird jedes Jahr im Juli durch das BfDT ausgeschrieben. Den Gewinnern winken Geldpreise in Höhe von 1.000 bis 5.000 € und eine verstärkte Präsenz in der Öffentlichkeit. Damit unterstützt das BfDT zivilgesellschaftliche Aktivitäten im Bereich der praktischen Demokratie- und Toleranzförderung.

Folgende Projekte wurden ausgezeichnet:

Asyl - Menschen wie Menschen behandeln
Das "ÜberbauTheater" Regensburg führte von September 2013 bis Oktober 2015 das Forumtheaterprojekt "Asyl - Menschen wie Menschen behandeln" mit insgesamt 20 Aufführungen durch. Die politische Theatergruppe will mit diesem Stück über gesellschaftliche Missstände aufklären, die Zuschauer zur Reflektion über ihre eigene gesellschaftliche Rolle anregen und ihnen ihre individuellen, politischen und sozialen Handlungsmöglichkeiten bewusst machen.

FremdenFREUNDlichkeit - Fakten zur Flüchtlingssituation
Das Projekt "FremdenFREUNDlichkeit - Fakten zur Flüchtlingssituation" des Passauer Vereins "Gemeinsam leben & lernen in Europa" hat sich seit 2015 zum Ziel gesetzt, Jugendliche über die Thematik Flucht und Geflüchtete aufzuklären. In interaktiven Workshops informieren junge Freiwillige, darunter auch Absolventen des Bundesfreiwilligendienstes sowie geflüchtete Jugendliche selbst, über die Situation von Geflüchteten.

CHANGE!

"CHANGE!" ist ein präventives Bildungsprogramm des Power for Peace e.V. aus München, welches seit dem Jahr 2000 durchgeführt wird. Es wendet sich an gewaltbereite Jungen und junge Männer im Alter von 14 bis ca. 25 Jahren, die durch Hass und Vorurteile auffallen und von erschwerten Lebensbedingungen belastet sind. Das Projekt reagiert auf die gesellschaftlich-politische Problemlage der zunehmend extremistisch und rassistisch motivierten Gewalt.

VON Flüchtlingen/Migranten FÜR Bedürftige"
Der Selbsthelfer e.V. aus dem bayerischen Söchtenau möchte sich mit seinem Projekt „Von Flüchtlingen/Migranten für Bedürftige“ dem Vorurteil, Geflüchtete und Migranten würden keinen ausreichenden Beitrag zur Gesellschaft leisten (wollen), entschieden entgegentreten. In dem Projekt stellen Geflüchtete und Migranten Produkte her, wie z.B. selbstgenähte Taschen, und verteilen diese kostenfrei an bedürftige Menschen.

Frauencafe Laetitia
Das „Frauencafé Laetitia“ ist Teil des Angebotes des Fachdienstes Beratung für Schwangere und junge Familien des Sozialdienstes katholischer Frauen e.V. München. Das Café besteht seit 2008 und öffnet jeden Dienstag für drei Stunden seine Türen. Es richtet sich an alle Frauen und ihre Kinder, die die Beratungsstelle aufsuchen.

Kulturbrücke
Das seit 2006 bestehende Projekt "Kulturbrücke Interkulturelles Bildungs- und Begegnungszentrum" des Exilio e.V. aus Lindau wurde 2014 nach einem Umzug neu gegründet. Es handelt sich um eine interkulturelle, generationsübergreifende Bildungs- und Begegnungsstätte, in der Menschen jeden Alters und jeglicher Nationalität eine große Vielfalt von Angeboten zum Mitmachen und Mitgestalten finden können.

Salam Bayern - gemeinsam aktiv!
Der Jugendverband "heimaten-Jugend" startete Ende 2013 das Projekt "Salam Bayern – gemeinsam aktiv!" und bietet seither jungen Menschen mit und ohne Fluchtgeschichte einen Raum zum gemeinsamen Engagement. Ferner geht es in dem Projekt darum, den jungen Geflüchteten die deutsche Gesellschaft und Kultur näher zu bringen.

Jung, Jüdisch, Bayerisch
Die Europäische Janusz Korczak Akademie e.V. führt seit 2014 das Projekt „Jung, Jüdisch, Bayerisch“ in München durch. Inhalt des Projekts sind Kurzfilme, ein Magazin und Gesprächsrunden, die sich zum Ziel gesetzt haben, der allgegenwärtigen Unkenntnis der Mehrheitsgesellschaft bezüglich des modernen jüdischen Lebens in Deutschland entgegenzutreten und damit Vorurteile zu beseitigen.

"!Nie wieder": Projekte und Aktionen zum 27. Januar
Die Initiative "!Nie wieder - Erinnerungstag im deutschen Fußball“, 2004 in der Versöhnungskirche auf dem Gelände der KZ-Gedenkstätte Dachau gegründet, ruft bundesweit an den Spieltagen um den 27. Januar, dem „Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus“ dazu auf, sich an die vertriebenen und ermordeten Mitglieder der Fußballfamilie zu erinnern und sie damit zu ehren.

„Rent a Jew“
Das Münchener Projekt "Rent a Jew" der Europäischen Janusz Korczak (EJKA) Akademie ermöglicht seit Juni 2015 Begegnungen zwischen jüdischen und nicht-jüdischem Publikum und einem jüdischen Referenten, der oder die Einblicke ins jüdische Leben gewährt.

Weitere Informationen finden Sie unter: www.buendnis-toleranz.de/aktiv/aktiv-wettbewerb/171001/bayern


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