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Informationen zur politischen Bildung (Heft 270)

Wirtschaftliche Entwicklung in der Bundesrepublik


Werner Bührer
Inhalt

Einleitung

Tiefpunkt 1975

Technologischer Wandel

Sozialpartnerschaft auf dem Prüfstand

Suche nach Auswegen aus der Krise

Wirtschaftliche „Wende“

Technologischer Wandel
Die krisenhafte Entwicklung der siebziger Jahre fiel zusammen mit einem raschen technologischen Wandel, der geprägt war von dem Vordringen der so genannten Neuen Technologien. Dazu zählte die Roboter- und Sensortechnik, Gen- und Biotechnologie, Verbundwerkstoffe, Recyclingverfahren, computergestützte Konstruktion und Fertigung, Telekommunikation und Mikroelektronik. Im Gegensatz zu den ressourcenintensiven Neuerungen der beiden vorhergehenden Jahrzehnte zeichneten sich die Neuen Technologien dadurch aus, dass sie Einsparungen an Material, Energie, Arbeit und Kapital ermöglichten. Weitere Merkmale waren der Übergang „vom Produkt zum System“, die Verwischung der Grenzen zwischen ehemals eigenständigen Bereichen wie Elektronik und Informationsverarbeitung, Biochemie, Mikrobiologie und Verfahrenstechnik sowie der vor allem in der Mikroelektronik zu beobachtende Trend zur Internationalisierung.


Wirtschaftlich im Wandel

Die Stärke der Bundesrepublik lag allerdings weniger im Bereich der Spitzentechnologie als vielmehr in dem der höherwertigen Technologie. So übertrafen die deutschen Ausfuhren von Gütern der zweiten Kategorie in die USA die entsprechenden Einfuhren fast um das Dreieinhalbfache und im Fall der EG immerhin um das Zweieinhalbfache. Hohe Exportüberschüsse erzielten beispielsweise Erzeugnisse der chemischen Industrie, des Maschinenbaus, der Automobilindustrie, medizinische Geräte und technische Keramik; im Bereich der Spitzentechnologie zählten pharmazeutische Produkte, neue Kunststoffe, medizinische Elektronik, hochentwickelte optische Instrumente sowie mess- und regeltechnische Ge-räte zu den gefragten Gütern. Eindeutige Defizite existierten dagegen in den wichtigen Sparten Datenverarbeitung, Tele-kommunikation und Halbleitertechnik.

Die staatliche Technologiepolitik konzentrierte sich seit Beginn der siebziger Jahre besonders auf die Neuen Technologien. Die gesamten staatlichen Ausgaben für Forschung und Entwicklung stiegen von 2,8 Milliarden im Jahr 1974 auf knapp unter sechs Milliarden im Jahr 1985. Der Kreis der innovativen Branchen blieb ungeachtet solcher staatlicher Eingriffe in etwa gleich: Nach wie vor gehörten die chemische Industrie, die Elektrotechnik, der Fahrzeug- und Maschinenbau, die Gummi- und Kunststoffverarbeitung, die Sparten Büromaschinen und EDV-Industrie, Feinmechanik und Optik sowie die Feinkeramik dazu. Die meisten dieser innovationsstarken Industrien zeichneten sich in den siebziger und achtziger Jahren auch durch ein überdurchschnittliches Wachstum aus.

Strittig sind die beschäftigungspolitischen Effekte des Einsatzes der Neuen Technologien: Auf der einen Seite konnten innovationsfreudige Unternehmen ihre Beschäftigtenzahlen steigern; auf der anderen Seite wurden beispielsweise in der informationstechnischen Industrie viele neu geschaffene Arbeitsplätze später wieder abgebaut. Einigkeit herrscht indes darüber, dass Innovationen der Produktionsverfahren Arbeitsplätze vernichten und Produktinnovationen Arbeitsplätze schaffen. Eindeutige Belege für eine „technologische Arbeitslosigkeit“ gibt es für den hier interessierenden Zeitraum jedenfalls nicht.

Von Stagnation, wie sie die Wirtschaft der Bundesrepublik Mitte der siebziger Jahre kennzeichnete, konnte also auf dem Gebiet der Technik keine Rede sein – im Gegenteil. Die „dritte industrielle Revolution“, wie der Siegeszug der Neuen Technologien auch genannt wurde, veränderte die Arbeits- und Lebenswelt grundlegend. Sie stellte nicht zuletzt die Organisationen der Arbeitnehmer und der Arbeitgeber vor neue Herausforderungen.
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14. März 2010
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Deutschland in den 70er/80er Jahren
Zu diesem Heft
Bundesrepublik Deutschland 1969 bis1973
Innere Entwicklung der Bundesrepublik bis 1989
Wirtschaftliche Entwicklung in der Bundesrepublik
Entwicklung der DDR bis Ende der 80er Jahre
Gesellschaft, Alltag und Kultur in der Bundesrepublik
Gesellschaft und Alltag in der DDR
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"Auferstanden aus Ruinen und der Zukunft zugewandt", so begann die Hymne der Deutschen Demokratischen Republik. Doch schnell drifteten Ideologie und Alltag auseinander: Unfreiheit, Bespitzelung und eine knappe Versorgungslage prägten das Leben der Menschen.
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Wirtschaftswunder, 68er Bewegung, RAF, neue Ostpolitik, Ölkrise, Massenarbeitslosigkeit – Stichworte, die für 40 Jahre westdeutsche Geschichte stehen. Mit Gründung der Bundesrepublik im Jahre 1949 manifestierte sich auch eine neue, bundesdeutsche Gesellschaft.
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