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Informationen zur politischen Bildung (Heft 255)
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Geschichte und Einfluß des Kaiserhauses |

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Manfred Pohl
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Der Legende nach wurde das japanische Kaiserhaus von dem mythischen Kaiser Jimmu-Tenno begründet. Die frühgeschichtlichen Annalen bezeichnen ihn als Enkel der Sonnengöttin Amaterasu-Omikami, er soll 600 v. Chr. das japanische Reich von Yamoto gegründet haben. Dieser erste japanische “Staat” umfaßte in etwa die Region um die Städte Kyoto und Nara. Im Kampf um die Macht setzte sich eine Familie durch, die der Legende nach von da an alle Tenno stellte. Die frühen Geschichtswerke waren als Rechtfertigungswerke für den Herrschaftsanspruch dieses ersten Kaiserhauses verfaßt worden: Göttliche Abstammung und eine Herrschaft “seit ewigen Zeiten” sollten den unumschränkten Machtanspruch des Kaiserhauses in einer Epoche begründen, in der auch andere Familien noch Anspruch auf den Thron erhoben. Nicht nur der militärische Sieg über die anderen Familien rechtfertigte den Herrschaftsanspruch, sondern auch eine mythologische Begründung mußte geschaffen werden.
In der Frühphase des japanischen Reiches konnten auch Frauen den Thron besteigen, im 6. und 7. Jahrhundert sind sieben weibliche Tenno belegt. Förmlich wurde erst im 19. Jahrhundert durch das Kaiserliche Hausgesetz die männliche Erbfolge vorgeschrieben. Seit dem 8. Jahrhundert mit der Konsolidierung des japanischen Staates, nahm auch die Institution des Tenno feste Formen an: Er war Oberpriester der japanischen Ur-Religion, des Shinto, und regierte den Staat. Sehr selten aber übte der Kaiser selbst unmittelbar die politische Macht aus, in seinem Namen herrschten mächtige Hof-Familien, Generäle oder Regenten aus dem Kaiserhaus. Eine feste Erbfolge gab es jahrhundertelang nicht, die Tenno wählten ihre Nachfolger selbst aus. Einzige Bedingung war die Zugehörigkeit zur kaiserlichen Familie.
Seit der Tokugawa-Zeit (17.-19. Jahrhundert, siehe auch “Historische Entwicklung”) führte der Tenno in der alten Kaiserstadt Kyoto ein politisches Schattendasein, die wahre Macht lag bei den Generalregenten (japanisch Shogunen) der Familie Tokugawa, die in Edo, dem späteren Tokyo, residierten. Erst die Meiji-Restauration von 1868 mit dem Sturz der Tokugawa gab dem Kaiser zumindest formell die politische Zentralmacht zurück, jetzt residierte er in der “östlichen Hauptstadt” Tokyo. Meiji-Tenno (1868-1912) war eine starke Herrscherpersönlichkeit, die zusammen mit ehrgeizigen und machthungrigen Reformern das Land in eine rasante und erfolgreiche Modernisierungsphase trieb, die hohe soziale Opfer forderte.
Im Namen des Tenno begannen die politischen und militärischen Führer Japans Ende des 19. Jahrhunderts mit einer imperialistischen Außenpolitik, die ab 1937 (Beginn des japanisch-chinesischen Krieges) zur Katastrophe des Pazifischen Krieges als Teil des Zweiten Weltkriegs führte. Noch heute ist umstritten, welche Rolle der damalige Tenno Hirohito bei der Planung der japanischen Aggressionen spielte. Mehrere Historiker sehen ihn als einen der Hauptverantwortlichen für den Krieg. Ultranationalisten, aber auch andere Historiker widersprechen dem heftig und sehen den Tenno als Opfer und Marionette verblendeter Militärs. Auf Druck der USA wurde Hirohito nicht als Kriegsverbrecher vor Gericht gestellt, obwohl Japans Kriegsgegner wie Indien und Australien dies forderten. Die amerikanische Besatzungsmacht begnügte sich damit, die Institution des Tenno zwar politisch zu entmachten, zugleich aber als Symbol staatlicher Integration und historischer Kontinuität zu erhalten. |
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10. Februar 2012
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Aus Politik und Zeitgeschichte |
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Asiens Zukunft
Asien steht vor enormen sozialen und sicherheitspolitischen Herausforderungen. Welche dazu gehören, offenbart beispielsweise die Analyse der Entwicklung Japans oder der bilateralen Beziehungen zwischen der VR China und Taiwan. |
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