|
|
 |

 |

Aus Politik und Zeitgeschichte (B 36/2001)
 |
 |
 |
 |
 |
"Spätkapitalismus" oder "Wissensgesellschaft"? |

 |
 |
Uwe H. Bittlingmayer
|
 |
 |
 |
 |
Debatten und Kontroversen um Zeitdiagnosen und Gesellschaftsbegriffe sind so alt wie die Soziologie selbst. Das Label Wissensgesellschaft steht für die gegenwärtig populärste Zeitdiagnose. Damit soll erstens eine unumkehrbare Entwicklung in Richtung eines "dritte(n) gewaltige(n) Paradigmenwechsel(s) in der Geschichte der Menschheit"
bezeichnet werden; zweitens soll sich dieser auf verschie-dene Sphären der Gegenwartsgesellschaft - Ökonomie, Politik, Bildungsinstitutionen und Kultur - gleichzeitig beziehen. Unter dem Etikett Wissensgesellschaft werden zugleich Diskurse fortgeführt und Argumente vorgetragen, die in den Debatten um die Globalisierung oder das Ende des Nationalstaats auftauchten, mithin als Strukturmerkmale spätkapitalistischer Gesellschaften diskutiert wurden.
PDF-Version: 97 KB
|
 |
Zur Person |
 |
 |
 |
 |
Uwe H. Bittlingmayer M.A., geb. 1970; Studium der Soziologie; wissenschaftlicher Mitarbeiter.
Anschrift: Universität Münster, Institut für Soziologie, Scharnhorststr. 121, 48149 Münster.
E-Mail: bittlin@uni-muenster.de
Veröffentlichungen u. a.: (zus. mit Klaus Kraemer) Soziale Polarisierung durch Wissen. Zum Wandel der Arbeitsmarktchancen in der "Wissensgesellschaft", in: Peter A. Berger/Dirk Konietzka (Hrsg.), Die Erwerbsgesellschaft. Neue Ungleichheiten und Unsicherheiten, Opladen 2001.
|
 |
 |
|
 |
 |
 |
 |
Zwei zentrale Implikationen sollen im Vordergrund stehen: Erstens die These, der zufolge Wissensgesellschaften sich durch eine bereits durchgesetzte Leistungsgerechtigkeit - insbesondere im Bildungssystem - sowie durch gesamtgesellschaftlich gestiegene Handlungsoptionen auszeichneten; zweitens die Behauptung, dass diese mittelfristig zu einer Nivellierung sozialer Ungleichheit führten, weil Wissen durch alle Schichten diffundiere und die sozialen Akteure über Konzepte wie "lebenslanges", "lebensbegleitendes" oder "selbstgesteuertes Lernen" Methoden zur individuellen Nutzung des gesellschaftlichen Optionszuwachses an die Hand bekämen.
|
 |
 |
|
 |
09. Februar 2012
 |
|