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18.9.2008 | Von:
Olaf Behrend

Aktivieren als Form sozialer Kontrolle

Der Autor zeigt, dass der Umgang mit Arbeitslosen in den Arbeitsverwaltungen eine neue Form sozialer Kontrolle darstellt. Diese wird als 'postpolitische Aktivierung zu normativen Konsensen' rekonstruiert.

Einleitung

Dieser Beitrag hat die Handlungskonstellation zwischen Arbeitnehmervermittlern (bzw. persönlichen Ansprechpartnern), denen die Beratung bzw. Betreuung der arbeitslosen Leistungsempfänger obliegt (und nicht die Dienstleistung der eigentlichen Stellenvermittlung, das erledigen die Arbeitgebervermittler), und Arbeitslosen zum Gegenstand, und zwar im Hinblick auf die Realisierung der rechtlichen Neuregelungen der so genannten " Hartz-Reformen " sowie deren Folgen.




Dafür wird auf Daten und Ergebnisse eines soziologischen, vom Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) und der Universität Siegen zwischen 2005 und 2008 durchgeführten Forschungsprojektes zurückgegriffen. Im Zentrum der Untersuchung standen Beschreibungen der Interaktionen in der Arbeitsverwaltung und Deutungsmuster, die in kaum standardisierten Einzelinterviews mit Arbeitsvermittlern und Arbeitslosen erhoben wurden.[1]

Fußnoten

1.
Datenbasis dieses Beitrages sind 107 Interviews, die zwischen Juli 2005 und Dezember 2007 mit Arbeitsvermittlern und einigen leitenden Mitarbeitern vor allem aus Agenturen und ARGEn sowie zwei zugelassenen kommunalen Trägern (den so genannten "Optionskommunen") geführt wurden. Für die Durchführung der Mehrzahl der Interviews danken wir den Forschungsmitarbeitern des IAB (den "Pro-IABs"). Für ausführlichere Ergebnispublikationen aus dem Projekt siehe: www.fb1.uni-siegen.de/soziologie/ forschung/arbeitsagenturen.htm und das im kommenden Jahr erscheinende Buch: Wolfgang Ludwig-Mayerhofer/Ariadna Sondermann/Olaf Behrend, Auf der Suche nach der verlorenen Arbeit, Konstanz 2009.