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Aus Politik und Zeitgeschichte (APuZ 1-2/2006)
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Türkische Bräute und die Migrationsdebatte in Deutschland |

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Elisabeth Beck-Gernsheim
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Vor reichlich 50 Jahren, im Jahr 1955, war Deutschland ein ethnisch weitgehend homogenes Land: Der Anteil der hier lebenden Ausländer betrug rund ein Prozent.
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Doch in eben diesem Jahr wurde zwischen Deutschland und Italien ein folgenreiches Abkommen - der erste Vertrag zur Anwerbung von "Gastarbeitern" - geschlossen. In den folgenden Jahren kamen 14 Millionen Arbeitsmigranten ins Land - nicht nur aus Italien, sondern auch aus der Türkei, aus Spanien, aus dem damaligen Jugoslawien und aus anderen Ländern. Bald folgten die Familienangehörigen der Arbeitsmigranten, Aussiedler, Flüchtlinge, Asylbewerber. Gemäß der offiziellen Statistiken beträgt der Anteil der "Ausländer" in Deutschland inzwischen rund neun Prozent der Bevölkerung. Hinzu kommt, dass sich auch unter den "Inländern" immer mehr Menschen mit Migrationshintergrund befinden. Deutschland hat sich sich seit 1955 - was zunächst niemand erwartet und gewollt hatte - allmählich zu einem Einwanderungsland entwickelt.
Diese Entwicklung wurde anfangs von Politik wie Öffentlichkeit ignoriert. Das hat sich inzwischen gründlich geändert: Es gibt heute zahllose Untersuchungen, Kommissionen, Medienberichte, zahllose Institutionen, Gremien, Tagungen, die sich mit dem Thema "Migranten in Deutschland" befassen und dazu Informationen anbieten. Ob Arbeits- oder Wohnungsmarkt, Bildungsbereich, Einkommen, Gesundheit, Heiratsverhalten - Migrantinnen und Migranten sind längst zu einem vielbeschriebenen Wissenschaftsobjekt und Medienthema geworden. |
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10. Februar 2012
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Dossier |
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Migration
16 Millionen Menschen mit Migrationshintergrund leben 2010 allein in Deutschland. Was bedeutet das für die Integration? Wie sieht das Asyl- und Zuwanderungsrecht in Europa aus, und welche globalen Trends zeichnen sich ab? |
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