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Aus Politik und Zeitgeschichte (B 42-43/2002)

Religion und Politik in den postkommunistischen Staaten Ostmittel- und Osteuropas


Detlef Pollack
Inhalt

I. Einleitung

II. Religionsgemeinschaften in Ostmittel- und Osteuropa

III. Probleme des religiösen Pluralismus

IV. Wovon die Vitalität von Religion und Kirche abhängt

V. Überblick über die Häufigkeitsverteilung der verwendeten Variablen

VI. Erklärungsversuch

I. Einleitung

In dem folgenden Beitrag geht es um die Frage, von welchen Faktoren die gesellschaftliche Relevanz von Religion und Kirche in Ost- und Ostmitteleuropa abhängt. Früher sah man den gesellschaftlichen Wandel von Religion häufig in Abhängigkeit von Prozessen der Modernisierung. Heute wird nicht selten die Bedeutung des Verhältnisses von Staat und Kirche oder allgemeiner von Politik und Religion für die Attraktivität von Kirchen und Religionsgemeinschaften herausgestellt. [1] Gerade dieses Verhältnis ist in den postkommunistischen Ländern Ost- und Ostmitteleuropas besonders spannungsvoll und durch historische Erfahrungen negativ wie positiv aufgeladen.

Zur Person
Detlef Pollack
geb. 1955; Studium der Theologie, Religionswissenschaft und Soziologie; seit 1995 Professor für vergleichende Kultursoziologie an der Europa-Universität Viadrina Frankfurt (Oder).

Anschrift: Europa-Universität Viadrina Frankfurt (Oder), PF 1786, 15207 Frankfurt (Oder).
E-Mail: Pollack@euv-frankfurt-o.de

Veröffentlichungen u. a.: Kirche in der Organisationsgesellschaft: Zum Wandel der gesellschaftlichen Lage der evangelischen Kirchen in der DDR, Stuttgart 1994; Politischer Protest: Politisch alternative Gruppen in der DDR, Opladen 2000.

In der Zeit des Staatssozialismus waren die Kirchen und Religionsgemeinschaften Osteuropas politisch unterdrückt und ideologisch stigmatisiert. Im Prozess des politischen Umbruchs und in den letzten Jahren davor erlebten sie eine Phase des Aufbruchs und der unmittelbaren politischen Relevanz. Heute aber gestaltet sich das Verhältnis von Kirche und Staat bzw. Religion und Politik in vielen Regionen Osteuropas schon wieder schwierig. Osteuropäische Länder könnten sich als ein interessanter Fall erweisen, um die allgemeinen Aussagen über die Konsequenzen des Kirche-Staat-Verhältnisses für die Vitalität von Religion zu überprüfen. Freilich wird man auch andere Faktoren auf ihre Relevanz für den Bedeutungswandel des Religiösen untersuchen müssen, etwa die erwähnten Modernisierungsprozesse oder Prozesse der religiösen Pluralisierung.
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10. Februar 2012
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Inhalt
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Religion und Politik
Editorial
Die Trennung von Politik und Religion und ihre "Globalisierung" in der Moderne
Neuere Entwicklungen im Verhältnis von Politik und Religion im Spiegel politikwissenschaftlicher Debatten
Religion und Politik in den postkommunistischen Staaten Ostmittel- und Osteuropas
Der Hindu-Nationalismus und die Politik der Unverhandelbarkeit
Religion und Politik in der islamischen Welt
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