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Aus Politik und Zeitgeschichte (APuZ 8/2005)

Generationen-Gerechtigkeit in der Verfassung


Jörg Tremmel
Inhalt

Einleitung

Das Strukturproblem von Demokratien

Ansätze anderer Staaten

Die unterschiedlichen Bedeutungendes Begriffs "Generation"

Finanzielle Generationengerechtigkeit

Durchsetzungschancen

Einleitung
Der Begriff "Generationengerechtigkeit" ist dabei, die politische Agenda zu erobern. So veröffentlichte etwa die Deutsche Bundesregierung im April 2002 eine "Nationale Nachhaltigkeitsstrategie", in der "Generationengerechtigkeit" als eine Koordinate von "Nachhaltigkeit" genannt wird.[1] Im Grundsatzprogramm der Grünen, verabschiedet am 17. März 2002 in Berlin, ist "Generationengerechtigkeit" ein eigener Unterabschnitt gewidmet,[2] und auch in der Diskussion um einneues Grundsatzprogramm der SPD spielt der Begriff eine zentrale Rolle. In den Wiesbadener Grundsätzen der FDP wird er bereits häufiger verwandt als "soziale Gerechtigkeit".

Zur Person
Jörg Tremmel
Dipl.-Kfm., Dipl.-Pol., geb. 1970; wissenschaftlicher Leiter der Stiftung für die Rechte zukünftiger Generationen. Postfach 5115; 61422 Oberursel.
E-Mail: tremmel@srzg.de
Internet: www.srzg.de

Parallel dazu stieg die Verwendung des Begriffs "Generationengerechtigkeit" in Qualitätszeitungen seit 2001 stark an (siehe Tabelle1 auf S. 20 der PDF-Version). So nannten z. B. die Süddeutsche Zeitung, die FAZ, der Spiegel und die taz den Begriff im Jahr 2003 insgesamt 129 Mal in ihren Artikeln (2002: 74 Nennungen; 2001: 19 Nennungen).[3] Trendforscher prognostizieren, dass "Generationengerechtigkeit" in den nächsten Jahren das Schlüsselwort unserer Gesellschaft sein wird.[4] 85 Prozent der Deutschen können mit dem Begriff bereits etwas anfangen, dagegen sind es bei "Nachhaltigkeit" nur 28 Prozent.[5]

Ungeachtet dieses kometenhaften Aufstiegs des Konzeptes der "Generationengerechtigkeit" besitzt der Konflikt Alt-Jung bzw. Heutig-Zukünftig in der soziologischen, philosophischen oder ökonomischen Debatte immer noch eine weit geringere Bedeutung als z.B. die Konfliktlinie Arm-Reich. Gerade in den Sozialwissenschaften hat "Generation" als soziologische Kategorie (abgesehen von seiner familialen Bedeutung) bisher weit weniger Aufmerksamkeit erfahren als die Kategorien "Klasse" (bzw. deren Abwandlungen "Schicht" oder "Milieu") und "Geschlecht". Immerhin nahm in den letzten Jahren die Zahl der Publikationen zu Fragen der Generationengerechtigkeit und Zukunftsethik (im weitesten Sinne) deutlich zu. Mit der Generationengerechtigkeit! hat sich gar schon eine eigene interdisziplinäre Fachzeitschrift etabliert.

Offen bleibt, warum sich dieses scheinbar so überzeugende Konzept so wenig im tatsächlichen Handeln von Politikern wieder findet, welche strukturellen Barrieren die Umsetzung der Generationengerechtigkeit erschweren und wie diese beseitigt werden können. Hiermit setzt sich der Beitrag auseinander.
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07. Februar 2012
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Generationen-Gerechtigkeit
Editorial
Generation und Generationalität in der Neueren Geschichte
Dialog der Generationen
Generationen-Gerechtigkeit in der Verfassung
Generationen-Gerechtigkeit – die Wahrnehmung in der Bevölkerung
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