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Aus Politik und Zeitgeschichte (APuZ 14-15/2008)

1968 als transnationales Ereignis


Martin Klimke
Inhalt

Einleitung

Historische Rahmenbedingungen

Transnationale Protestkulturen vor "1968"

Transnationale Kooperation und Solidarität um "1968"

Schlussbemerkungen

Einleitung
Das magische Jahr "1968" gilt gemeinhin als globales Ereignis, als "Mythos, Chiffre und Zäsur" auch auf internationaler Ebene.[1] In zahlreichen Ländern assoziiert man heute mit den historischen Ereignissen der 1960er Jahre jugendlichen Protest, generationelle Revolte, gegenkulturelle Ausgelassenheit, sexuelle Befreiung sowie zum Teil harsche Reaktionen seitens offizieller Stellen. So erinnert sich der damalige Aktivist und heutige EU-Parlamentarier Daniel Cohn-Bendit: "Paris, Berlin, Frankfurt, New York, Berkeley, Rom, Prag, Rio, Mexico City, Warschau - das waren die Stätten einer Revolte, die um den gesamten Erdball ging, und Herzen und Träume einer ganzen Generation eroberte. Das Jahr 1968 war, im wahrsten Sinne des Wortes, internationalistisch."[2]

Zur Person
Martin Klimke
Dr. phil., geb. 1977; Scholar am German Historical Institute, 1607 New Hampshire Av., Washington, D. C./USA.
E-Mail: mail@maklimke.com

Dabei variiert die kollektive Erinnerung an dieses Jahrzehnt auf nationaler Ebene erheblich. Was heute im deutschsprachigen Raum unter der Chiffre "1968" zusammengefasst wird, vereinigt in internationaler Perspektive die unterschiedlichsten politischen und sozialen Transformationsprozesse von den 1950er bis 1970er Jahren. Denn die internen Umwälzungen erschütterten nicht nur die westliche, kapitalistische Welt, sondern auch die Warschauer-Pakt-Staaten sowie die Dritte Welt in Lateinamerika, Afrika und Asien.[3] Als Erinnerungskonstrukt wird "1968" daher heute unter dem oftmals beschworenen "Zeitgeist" jener Dekade als globales Ereignis zelebriert, das in der Lage gewesen sei, die ideologischen Fronten des Kalten Krieges zu transzendieren. Die Forschung hat sich in den vergangenen Jahren verstärkt der Frage angenommen, wie sich die weltumspannenden Protestbewegungen dieses Jahrzehnts beschreiben und erklären lassen. "1968" gilt entweder als "Revolution im Weltsystem", als erste globale revolutionäre Bewegung oder als Konglomerat nationaler Bewegungen mit lokalen Spezifika, die durch gemeinsame Merkmale verbunden sind.[4] Fest steht bei all diesen Interpretationen, dass die transnationale Dimension der Rebellion der 1960er Jahre eines ihrer entscheidenden Antriebsmomente war.[5]
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07. Februar 2012
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Inhalt
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1968
Editorial
Demokratie als Lebensform. Mein Achtundsechzig - Essay
Mythos 1968
Die 68er: politische Verirrungen und gesellschaftliche Veränderungen
1968 als transnationales Ereignis
Revolutionäre Subjekte bei Frantz Fanon
Die Arbeiter und "1968" in West- und Südeuropa
Die 68er-Proteste in der DDR
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Die 68er-Bewegung
Die 68er-Bewegung
Sie protestierten gegen starre Strukturen, den Vietnamkrieg, die rigide Sexualmoral und die Nichtaufarbeitung des Nationalsozialismus: Tausende von Studenten gingen in den 1960er Jahren auf die Straße – und als 68er in die Geschichtsbücher ein. War diese Zeit notwendig für den Übergang in die moderne Gesellschaft?
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