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Aus Politik und Zeitgeschichte (B 39/2000)

Die Entwicklung des Rechtsextremismus in Ost- und Westdeutschland


Armin Pfahl-Traughber
Inhalt

I. Einführung

II. Die Rahmensituation in Ost- und Westdeutschland

III. Entwicklung der Parteien und der Wählerzustimmung

IV. Der Sonderfall der NPD

V. Entwicklungen im kulturellen Rechtsextremismus

VI. Die Neonazi-Szene in Ost- und Westdeutschland

VII. Die Entwicklung der rechtsextremistischen Skinhead-Subkultur

VIII. Zur Frage der Existenz 'national befreiter Zonen'

IX. Entwicklung und Einschätzung des Gewaltpotenzials

X. Schlussbemerkungen

V. Entwicklungen im kulturellen Rechtsextremismus
Im Folgenden soll auf den ansonsten nicht immer genügend gewürdigten Bereich des kulturellen Rechtsextremismus eingegangen werden, womit der gesamte Komplex des geistigen 'Transports' von rechtsextremistischer Ideologie außerhalb parteipolitischen Agierens, politischer Aktionen und politisch motivierter Gewaltanwendung, also der Bereich von Buchdiensten, Intellektuellen, Kulturorganisationen, Lesekreisen, Medien, Verlagen, Zeitschriften und Zeitungen gemeint ist. Hinsichtlich der rechtsextremistischen Verlage und Vertriebsdienste [12] ließen sich in den neunziger Jahren keine bemerkenswerten Neuerungen feststellen: Wenigen größeren Unternehmen mit einem breiteren Programm standen eine Vielzahl von kleineren Verlagen mit einem eingeschränkten eigenen Angebot gegenüber. Der Schwerpunkt blieb in den westlichen Bundesländern, in den östlichen Bundesländern bestehen lediglich einige weniger bedeutsame Vertriebdienste. Ausnahmen als Verlage stellen hier lediglich der 'Arun-Verlag' in Engerda und der 'Zeitenwende-Verlag' in Dresden dar. Beide Unternehmen sind neoheidnisch ausgerichtet und versuchen auch in esoterisch ausgerichtete Milieus hineinzuwirken [13] .

Die Anfang der neunziger Jahre einsetzenden erneuten Versuche zur Herausbildung einer rechtsextremistischen Intellektuellen-Szene insbesondere in Gestalt der 'Neuen Rechten' [14] gerieten in eine Krise. Ursprünglich euphorisch begonnene Projekte scheiterten, konnten doch verschiedene Publikationsorgane ihre Auflage nicht nennenswert steigern, Jahrbücher mussten binnen kurzer Zeit wieder eingestellt werden, und eine inhaltliche und organisatorische Entwicklung kam nicht voran. Ähnliches gilt für die intellektuellen 'Nationalrevolutionäre' [15] , die sich zwar in der Organisation 'Synergon' neu gruppierten und europaweit mit anderen ähnlichen Gruppen zusammenarbeiten, aber im Unterschied zu diesen nur über eine geringe Bedeutung verfügen. Bemerkenswert ist, dass diese Organisation seit Beginn des Jahres 2000 mit dem erwähnten 'Zeitenwende'-Verlag zusammenarbeitet. Ansonsten lassen sich hinsichtlich des intellektuellen Rechtsextremismus keine eigenständigen Entwicklungen in den östlichen Bundesländern ausmachen. Bemerkenswert ist allenfalls das Engagement eines früheren DDR-Hochschullehrers für dialektischen und historischen Materialismus, Michael Nier, der in verschiedenen rechtsextremistischen Publikationsorganen für eine strikt antikapitalistische und sozialistische Orientierung eintritt. Hierbei handelt es sich um einen Einzelfall [16] , woraus keine ostdeutschen Spezifika des Rechtsextremismus ableitbar sind.
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09. Februar 2012
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Inhalt
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Rechtsextremismus
Editorial
Die Entwicklung des Rechtsextremismus in Ost- und Westdeutschland
Historische Ursachen der Fremdenfeindlichkeit in den neuen Bundesländern
Sehnsucht nach dem starken Staat
Zur Auseinandersetzung mit Rechtsextremismus und Rassismus in den neuen Bundesländern
Pädagogische Konzepte als Teil der Strategien gegen Rechtsextremismus
Rechtsextremismus im Internet
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