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Aus Politik und Zeitgeschichte (APuZ 25/2009)

Architekturen: Mehr als ein "Spiegel der Gesellschaft"


Susanne Frank
Inhalt

Einleitung

Fordistische Wohnstrukturen als "Anzeiger" patriarchaler Vergesellschaftung

Architekturen als Medien sozialer (Geschlechter-)Beziehungen

Charakteristika des feministischen Architekturverständnisses

Von Frauen zu Gender: Entwicklungen im Feld der Geschlechterforschung

Im Fokus: Gentrifizierung

Schlussfolgerungen

Einleitung
Die Diskussion um das Verhältnis von Architektur und Gesellschaft hat Konjunktur. In verschiedenen (Fach-)Öffentlichkeiten werden die Rolle und Bedeutung der gebauten Umwelt für die gesellschaftliche Entwicklung intensiv debattiert. Das Spektrum der Perspektiven und Interessen ist dabei weit und heterogen: In den anwendungsorientierten Disziplinen Stadtpolitik, Städtebau und Stadtplanung geht es häufig vor allem um den strategischen Einsatz oftmals spektakulärer Architektur für die Ziele der Stadt- oder Quartierserneuerung. Hierfür gibt es zahlreiche aktuelle Beispiele - von Frank Gehrys Guggenheim-Museum in Bilbao über die Londoner Docklands bis hin zur Hamburger Hafen-City oder zum Potsdamer Platz in Berlin.

Zur Person
Susanne Frank
Dr. phil; geb. 1967; Professorin für Stadt- und Regionalsoziologie an der Technischen Universität Dortmund, August-Schmidt-Str. 10, 44227 Dortmund.
E-Mail: susanne.frank@tu-dortmund.de
Internet: www.raumplanung.tu-dortmund.de/

Architektursoziologinnen und -soziologen wiederum betrachten solche markanten (städte)baulichen Projekte - ebenso wie die Diskussionen oder Aneignungskämpfe, die sich an ihnen entzünden - als bedeutende Ausgangspunkte der Gegenwartsdiagnose: als Materialitäten, die zentrale gesellschaftliche Leitbilder, Werthaltungen, Strukturen und Entwicklungstendenzen verkörpern. In diesem Zusammenhang werden Architekturen gerne als "Abbilder" oder "Spiegel" der Gesellschaft bezeichnet. Diese Feststellung will ich nicht in Frage stellen. Nichtsdestoweniger möchte ich in diesem Beitrag argumentieren, dass Architekturen mehr sind und mehr tun als gesellschaftliche Verhältnisse (bloß) abzubilden oder zurückzuwerfen: Gezeigt werden soll, dass sie (im Zusammenspiel oder Widerstreit mit anderen Medien der Vergesellschaftung) einen wichtigen Beitrag zur Produktion und Reproduktion sozialer Beziehungen leisten.

Diese These möchte ich im Folgenden anhand der langjährigen geschlechterbezogenen Auseinandersetzungen mit den Wirkungen der gebauten Umwelt erläutern. Am Beispiel des Komplexes Wohnen/Wohnumfeld soll der spezifische Beitrag verdeutlicht werden, den die Ergebnisse der Genderforschung zur jüngeren architektursoziologischen Diskussion leisten können, in welcher die Vorstellung von Architektur als zentralem Medium des Sozialen eine große Rolle spielt.[1]
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09. Februar 2012
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Architektur der Gesellschaft
Editorial
Architektur als Philosophie - Philosophie der Architektur - Essay
Architektur: "schweres" Kommunikationsmedium der Gesellschaft
Architektur + Soziologie = Architektursoziologie
Architekturen: Mehr als ein "Spiegel der Gesellschaft"
Grenzen - ihre Bedeutung für Stadt und Architektur
Architektur und soziale Selektivität
Die europäische Großstadt: Version 3.0
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