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Abwanderung aus den neuen Bundesländern von 1989 bis 2000


26.5.2002
Hierzulande ist das Thema "Zuwanderung" besonders ausgeprägt. Hierfür verantwortlich ist die Gleichzeitigkeit von Zuwanderung sowie der Debatte darüber und der Erfahrung von Abwanderung im Osten.

Einleitung



In der aktuellen Debatte über Deutschland als De-facto-Einwanderungsland gerät vielfach in Vergessenheit, dass für Teile der neuen Bundesländer eher die Abwanderung charakteristisch ist. Die Artikelüberschriften haben einen alarmistischen Unterton: "Warum gehst Du nicht rüber?", "Wer kann, geht nach drüben" und: "Ein Land blutet aus". [1] Auch die regionale Presse in den neuen Ländern greift verstärkt das Thema auf. Dabei ist die Tendenz feststellbar, bei der Bevölkerungsentwicklung die Abwanderung einseitig in den Vordergrund zu stellen und den aus dem "Wendeschock" sowie einem sich verändernden generativen Verhalten resultierenden Geburtenrückgang weniger stark zu berücksichtigen.

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  • Ein Blick auf die Zahlen ergibt ein differenzierteres Bild, das für die neuen Bundesländer insgesamt jedoch von einem Rückgang der Bevölkerung ausgeht. Unklar und umstritten bleibt die Frage, ob und in welcher Form die Politik auf diese Entwicklung reagieren und eventuell gegensteuern kann.


    Fußnoten

    1.
    Der Autor dankt Dr. Johann Gerdes, Prof. Dr. Ursula Kück und Robert Schulz für die Hilfe bei den Tabellen sowie für Hinweise. 1ƒDoris Schneyink, Warum gehst Du nicht rüber?, in: Der Stern vom 16. Januar 2001; Thomas Gerlach, Wer kann, geht nach drüben, in: Tageszeitung vom 9. März 2001; Oliver Schade, Ein Land blutet aus, in: Hamburger Abendblatt vom 19./20. April 2001.