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Ursachen fremdenfeindlicher Einstellungen in Westeuropa

Befunde einer international vergleichenden Studie


17.6.2003
Welche Ursachen hat Fremdenfeindlichkeit? Unterschiedlichen Einstellungen gegenüber Ausländern erklären sich aus Bildung, ökonomischer und politischer Deprivation, Kontakten zu Menschen anderer Nationalität, Ethnie und Kultur sowie aus politischer Ideologie und Wertorientierungen in den einzelnen Ländern.

I. Einleitung



Studien über Fremdenfeindlichkeit können grundsätzlich aus zwei Perspektiven erfolgen. Zum einen wird Fremdenfeindlichkeit als eine Dimension sozialen Handelns analysiert, zum anderen als eine strukturelle Gegebenheit. Im ersten Fall wird sie als eine abwertende Haltung gegenüber ethnischen Gruppen bzw. Angehörigen anderer Nationalität, Rasse und Kultur verstanden; im zweiten Fall bezieht sie sich auf die objektive Benachteiligung von Angehörigen anderer Rasse, Nationalität und Kultur. Danach wird Fremdenfeindlichkeit nicht als eine individuelle Eigenschaft konzeptionalisiert, sondern als eine strukturelle Gegebenheit, die negativ auf die Lebenschancen der Angehörigen anderer Rasse, Nationalität und Kultur wirkt. Die folgende Analyse beschäftigt sich mit Fremdenfeindlichkeit aus der Perspektive menschlichen Handelns. Gegenstand sind negative Einstellungen der Bürger in den Mitgliedsländern der Europäischen Union gegenüber Menschen anderer Rasse, Nationalität und Kultur.[1]






Die Forschung hat in den vergangenen Jahrzehnten einige beachtliche Arbeiten über negative Einstellungen zu Angehörigen anderer Rasse, Nationalität und Kultur in einzelnen Ländern Westeuropas vorgelegt.[2] Die Berücksichtigung unterschiedlicher Dimensionen von Fremdenfeindlichkeit und die Verwendung verschiedener Messinstrumente haben Vergleiche jedoch nur in wenigen Fällen zugelassen. Der vorliegende Beitrag fasst die Ergebnisse einer ersten international vergleichenden Studie über Einstellungen der Bürger Westeuropas zu Angehörigen anderer Rasse, Nationalität und Kultur zusammen.[3] Die Untersuchung stützt sich auf im Jahre 1997 zeitgleich in fünfzehn westeuropäischen Ländern durchgeführte allgemeine Bevölkerungsumfragen.[4]


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Fußnoten

1.
Eine ausführliche Analyse der Einstellungen der EU-Bürger zu Angehörigen anderer Rasse, Nationalität und Kultur mit den notwendigen technischen Angaben und empirischen Belegen findet sich in Jürgen R. Winkler, Ursachen fremdenfeindlicher Einstellungen in 15 Ländern Europas. Haltungen der EU-Bürger zu Angehörigen anderer Nationalität, Rasse und Kultur, in: Frank Esser/Bertram Scheufele/Hans-Bernd Brosius, Fremdenfeindlichkeit als Medienthema und Medienwirkung. Deutschland im internationalen Scheinwerferlicht, Wiesbaden 2002, S. 271 - 327.
2.
Hervorgehoben werden sollen Andreas Zick, Vorurteile und Rassismus. Eine sozialpsychologische Analyse, Münster 1997; Manfred Küchler, Xenophobie im internationalen Vergleich, in: Jürgen W. Falter/Hans-Gerd Jaschke/Jürgen R. Winkler (Hrsg.), Rechtsextremismus. Ergebnisse und Perspektiven der Forschung, Opladen 1996, S. 248 - 262.
3.
Die Studie ist Teil eines von Frank Esser und dem Verfasser geleiteten Projekts über Massenmedien und Fremdenfeindlichkeit im internationalen Vergleich. Das vom Zentrum für Interkulturelle Studien an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz unterstützte Projekt hat unter anderem zum Ziel, das Niveau individueller Fremdenfeindlichkeit in den Ländern Westeuropas zu bestimmen und Hypothesen über die Ursachen von Fremdenfeindlichkeit zu prüfen.
4.
Die in diesem Beitrag benutzten Daten wurden vom Zentralarchiv für empirische Sozialforschung (ZA), Universität Köln zugänglich gemacht. Sie wurden im Rahmen der Eurobarometer-Umfragen der EG-Kommission erhoben und vom ZA für die Analyse aufbereitet und dokumentiert. Weder die Primärforscher noch das Zentralarchiv tragen irgendeine Verantwortung für die Analyse und Interpretation der Daten in diesem Beitrag.

 
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