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Aus Politik und Zeitgeschichte (APuZ 11/2010)

Doppelte Demokratisierung und deutsche Einheit


Michael Richter
Inhalt

Einleitung

Demokratisierung bis zum Herbst 1989

Demokratisierung und die Option deutsche Einheit

Runde Tische - Instrumente der Demokratisierung

Transformationsdemokratie

Demokratie als Grundlage für die deutsche Einheit

Zielgerichtete Transformation

DDR-Demokratie ohne deutsche Einheit?

Wechsel zur bundesdeutschen Demokratie

Einleitung
Nicht um demokratisch zu werden trat die DDR in der Gestalt von fünf neuen Bundesländern am 3. Oktober 1990 dem Geltungsbereich des Grundgesetzes der Bundesrepublik Deutschland bei. Nach einer kurzen Phase der Demokratisierung war die DDR bereits seit rund einem halben Jahr ein freiheitlich-demokratischer Rechtsstaat. Mit dem Beitritt wurde lediglich ein demokratisches System durch ein anderes ersetzt. Binnen kurzer Zeit lebten die Ostdeutschen in zwei Demokratien, wobei sie die erste maßgeblich selbst gestalteten. Sie war die Voraussetzung, um an der bundesdeutschen Staatlichkeit samt deren Demokratie partizipieren zu können.

Zur Person
Michael Richter
Dr. phil., geb. 1952; Zeithistoriker am Hannah-Arendt-Institut für Totalitarismusforschung (HAIT), 01062 Dresden.
E-Mail: michael.richter@mailbox.tu-dresden.de

Es kommt selten zum plötzlichen Austausch eines demokratischen Systems durch ein anderes. Im vorliegenden Fall hat dies mit der erstrebten Überwindung deutscher Zweistaatlichkeit zu tun. Mit dieser Singularität unterschied sich die Demokratisierung der DDR von der in allen ostmitteleuropäischen Nachbarstaaten. Das Wissen um sie hilft, das Verhältnis vieler Ostdeutscher zur heutigen Demokratie zu verstehen. Diese wird nicht nur mit der untergegangenen Diktatur verglichen, sondern auch an der eigenen Demokratisierungsleistung der Jahre 1989/90 gemessen.
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10. Februar 2012
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Inhalt
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DDR 1990
Editorial
Das unselige Ende der DDR - Essay
Der vergessene "Dritte Weg"
Eine demokratische DDR? Das Projekt "Moderner Sozialismus"
Doppelte Demokratisierung und deutsche Einheit
Die demokratische DDR in der internationalen Arena
Die gescheiterte Wirtschaftsreform in der DDR 1989/1990
Abschied von West-Berlin
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13. August 1961: In den frühen Morgenstunden beginnt der Bau der Mauer. Die Teilung bekommt eine konkrete Gestalt. Auch 20 Jahre nach dem "Mauerfall" ist Deutschland in vielem ein Land mit zwei Gesellschaften.
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Ursprünglich hatte wohl tatsächlich niemand die Absicht, eine Mauer zu bauen, doch zu viele Menschen im Osten gingen buchstäblich eigene Wege. Wolle analysiert die Zeit zwischen Mauerbau und Prager Frühling vor dem Hintergrund alltäglicher Lebenswirklichkeit.
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