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Aus Politik und Zeitgeschichte (APuZ 29-30/2008)

Olympischer Moment: Werden die Spiele China verändern?


Gudrun Wacker
Inhalt

Einleitung

Herausforderungen und Erwartungen: Dilemma für China

Veränderungen durch Olympia

Implikationen: Szenarien für das post-olympische China

Einleitung
Seit die Entscheidung des Internationalen Olympischen Komitees (IOC) über die Ausrichtung der Sommerspiele 2008 zugunsten der Stadt Peking gefallen ist, bereitet sich China auf dieses sportliche Großereignis vor. Die Freude über die Entscheidung war in China umso größer, als eine frühere Bewerbung um die Austragung der Spiele 2000 im Jahr 1993 gescheitert war. Aus Sicht der chinesischen Führung sollen die Olympischen Spiele 2008 das Schaufenster sein, durch das China zeigen kann, wie weit es mit seinem Modernisierungskurs in den vergangenen dreißig Jahren gekommen ist: Die Rückkehr des Landes auf die Weltbühne, die Integration in die Weltwirtschaft und in die internationale Staatengemeinschaft sollen zelebriert werden.

Zur Person
Gudrun Wacker
Dr. phil., geb. 1954; wissenschaftliche Mitarbeiterin der Forschungsgruppe Asien der Stiftung Wissenschaft und Politik (SWP), Ludwigkirchplatz 3 - 4, 10719 Berlin.
E-Mail: gudrun.wacker@swp-berlin.org

Die Vision der Olympischen Spiele in Peking, die die chinesische Führung unter dem Motto "one world, one dream" (eine Welt, ein Traum) umsetzen will, sind ein perfekt organisiertes Spektakel für die internationale Öffentlichkeit, das harmonisch und ohne Zwischenfälle abläuft. Durch die Ereignisse im Umfeld der Unruhen in Tibet und des olympischen Fackellaufes ist bereits jetzt fraglich, ob sich diese Vision noch wird umsetzen lassen. Denn ein Schatten liegt nun schon über dem Ereignis, der sich unter Umständen noch weiter ausdehnen und verfinstern kann.

Im Folgenden geht es um die Erwartungen und Herausforderungen, mit denen China im Vorfeld der Spiele umzugehen hat und die das Land praktisch von Beginn an einem Dilemma ausgesetzt haben. Ein weiterer Teil wird sich mit der Frage befassen, in welchen Bereichen die Vorbereitung auf die Spiele bereits zu - dauerhaften oder vorübergehenden - Veränderungen in China geführt hat. Im letzten Teil werden mögliche Szenarien vorgestellt, welche Auswirkung die Olympiade auf China haben könnte.
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03. September 2010
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Sport und Politik sind enger miteinander verbunden als allgemein angenommen. So haben sportliche Veranstaltungen immer auch eine symbolische und politische Bedeutung. Die enge Liaison zwischen Politik und Fußball lässt sich am Beispiel der Schweiz gut verdeutlichen. Das Land durchbrach gleich zweimal die "Blockade" gegen Deutschland.
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