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12.4.2011 | Von:
Sabine Radtke

Inklusion von Menschen mit Behinderung im Sport

Die flächendeckende Umsetzung des Inklusionsgedankens in allen Handlungs­feldern des Sports liegt in weiter Ferne. Dabei ist die UN-Behindertenrechtskonvention seit 2009 auch in Deutschland rechtsverbindlich verankert.

Einleitung

Erste Szene: Die südafrikanische Schwimmerin Natalie du Toit nahm bereits im Alter von 14 Jahren an den Commonwealth Games 1998 teil. Im Alter von 17 Jahren musste ihr infolge eines Unfalls das linke Bein vom Knie abwärts amputiert werden. Im darauffolgenden Jahr siegte sie bei den Commonwealth Games in zwei Wettbewerben für Sportlerinnen mit Behinderung. Darüber hinaus qualifizierte sie sich für das Finale über 800 Meter Freistil der Schwimmerinnen ohne Behinderung. 2008 qualifizierte sie sich bei den Weltmeisterschaften im Langstreckenschwimmen über zehn Kilometer für die Olympischen Spiele in Peking. Dort war sie bei der Eröffnungsfeier Fahnenträgerin der südafrikanischen Mannschaft und belegte den 16. Platz in ihrer Disziplin. Im Anschluss an die Olympischen Spiele nahm sie an den Paralympischen Spielen in Peking teil und gewann insgesamt fünf Goldmedaillen.

Zweite Szene: 18 Schülerinnen und Schüler mit und ohne intellektuelle Beeinträchtigung treffen sich einmal wöchentlich zum gemeinsamen Fußballspielen unter der Leitung eines Trainers des örtlichen Sportvereins. Begeistert nehmen die Kinder, die eine Förderschule und eine Regelschule in Rheinland-Pfalz besuchen, an regelmäßig stattfindenden inklusiven Fußballturnieren teil. Damit sind sie Teil von "FußballFREUNDE", einer Initiative, die 2010 von Special Olympics Deutschland (SOD) und der DFB-Stiftung Sepp Herberger mit dem Ziel gestartet wurde, die gesellschaftliche Teilhabe von Kindern und Jugendlichen mit Beeinträchtigungen zu fördern und bestehende Barrieren abzubauen.

In diesem Artikel soll der Frage nachgegangen werden, ob es sich bei diesen zwei Szenen aus dem Spitzen- bzw. Freizeitsport, die das gemeinsame Sporttreiben von Menschen mit und ohne Behinderung[1] beschreiben, um Paradebeispiele der gesellschaftlichen Realität im Jahr 2011 oder doch eher um Ausnahmesituationen handelt.

Fußnoten

1.
Laut dem Neunten Buch des Sozialgesetzbuches (SGB IX §2) sind "Menschen (...) behindert, wenn ihre körperliche Funktion, geistige Fähigkeit oder seelische Gesundheit mit hoher Wahrscheinlichkeit länger als sechs Monate von dem für das Lebensalter typischen Zustand abweichen und daher ihre Teilhabe am Leben in der Gesellschaft beeinträchtigt ist. Sie sind von Behinderung bedroht, wenn die Beeinträchtigung zu erwarten ist."

Fußball - mehr als ein Spiel
Informationen zur politischen Bildung (Heft 290)

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Innerhalb weniger Jahrzehnte ist der moderne Fußball zu einer bedeutsamen und populären Sportart geworden, die weltweit Millionen von Menschen fasziniert. Die Geschichte des Fußballs, seine Fans, aber auch sein Stellenwert für Politik, Wirtschaft und Medien sind Thema dieses Heftes.

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