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Aus Politik und Zeitgeschichte (APuZ 28-30/2011)

Was sind Gemeingüter? - Essay


Silke Helfrich / Felix Stein
Inhalt

Einleitung

Eine "tragische" Metapher

Vielseitigkeit der Gemeingüter

Gemeingüter als Tat

Der Mensch als Commoner

Vermehren durch teilen

Fazit

Einleitung
Muss ein einführender Artikel zur Gemeingüterdebatte tatsächlich die alte These der "Tragik der Allmende" wieder aufkochen? Eine Geschichte also, die wenig realitätstauglich ist und die wir daher erneut kritisieren müssen. Wäre es nicht zielführender, sofort darzulegen, was es mit den vielerorts wiederentdeckten Commons (zu Deutsch Gemeingüter oder Allmende) auf sich hat und warum wir uns mit Enthusiasmus und Leidenschaft dazu entschlossen haben, mehr über sie herauszufinden? Wäre es nicht angemessener, die Commons ohne Umweg über die allzu holzschnittartige "Tragik" verständlich zu beschreiben? Wir könnten die Gemeingüter schlicht als das einführen, was sie sind: spezifische Formen sozialer Übereinkünfte zur kollektiven, nachhaltigen und fairen Nutzung von Gemeinressourcen. Anschließend könnten wir Beispiele dafür liefern, wo wir solchen Übereinkünften begegnen.

Zur Person
Silke Helfrich
Geb. 1967; Romanistin, freie Bildungsreferentin und Publizistin, Mitherausgeberin des Buches "Wem gehört die Welt? Zur Wiederentdeckung der Gemeingüter" (2009), Jena. silke.helfrich@gmx.de www.commonsblog.de

Doch dafür scheint es noch ein bisschen früh zu sein, denn allzu oft finden Debatten über Gemeingüter statt, ohne gängige Grundannahmen über das Sosein des Menschen zu hinterfragen. Eine dieser leider weit verbreiteten Grundannahmen - der Mensch sei in erster Linie individueller Nutzenmaximierer - liegt auch Garrett Hardins Metapher der "Tragik der Allmende" zu Grunde. Die Kritik seines gleichnamigen Essays in diesem Einführungstext dient also nicht dazu, einer hartnäckigen Metapher Referenz zu erweisen. Vielmehr wird sie uns helfen, uns von den Grundannahmen zu trennen, die auch Hardins These unterliegen.

Zur Person
Felix Stein
Geb. 1983; Doktorand der Sozialanthropologie an der University of Cambridge, England/UK. stein.felix@gmail.com

Sobald es gelingt, uns von dem vereinfachenden Bild des Menschen als inhärent individuellem Nutzenmaximierer zu verabschieden - eine Idee, die von der Wissenschaft ob ihrer Einseitigkeit mehrfach widerlegt wurde,[1] - öffnet sich der Blick für die anschließend hier dargestellten Ideen, Beispiele, Geschichten und Gedankenspiele zum Thema Commons. Darauf aufbauend ließe sich überlegen, was genau Gemeingüter ausmacht und wie sie uns helfen, die Gesellschaft etwas lebenswerter zu gestalten. Deshalb, und nur deshalb, beginnen wir mit der knappen Darlegung einer in vielfacher Hinsicht "tragischen" Metapher ...
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23. Februar 2012
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Gemeingüter
Editorial
Elinor Ostrom und die Wiederentdeckung der Allmende
Was sind Gemeingüter? - Essay
Vom eigenen Garten zur weltweiten Ressourcenverteilung - Essay
Die Welt als Allmende: marktwirtschaftlicher Wettbewerb und Gemeingüterschutz
Die Allmendeklemme und die Rolle der Institutionen. Oder: Wozu Märkte auch bei Tragödien taugen
Umweltschutz im Alltag: Probleme im Umgang mit Gemeingütern
Auf dem Weg zu einer Wissensallmende?
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