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Aus Politik und Zeitgeschichte (APuZ 25/2009)

Architektur und soziale Selektivität


Jens S. Dangschat
Inhalt

Einleitung

Ökonomische Umstrukturierung, gesellschaftliche Ausdifferenzierung und Postmoderne

Architektur im "Zeitalter der Ästhetisierung"

Architektur und Städtebau als Standortfaktor

Die Bedeutung von Architektur und Städtebau für die Verstärkung von Inklusions- und Exklusionstendenzen

Einleitung
Architektur und Städtebau haben - anders als die Stadtplanung - in den vergangenen drei Jahrzehnten verstärkte gesellschaftliche Aufmerksamkeit erhalten. Die Gründe dafür liegen zum einen in den veränderten Architekturstilen und dem gebauten Raum selbst, zum anderen in der gestiegenen Bedeutung von Architektur innerhalb gesellschaftlicher Diskurse und den damit verbundenen Positionierungen und Instrumentalisierungen. Diese wiederum sind Folgen eines komplexen wirtschaftlichen, technologischen, kulturellen und administrativen Wandels. Vor dem Hintergrund einer sich wieder stärker ausdifferenzierenden Gesellschaft haben die Produktion von Architektur und der Diskurs über diese zunehmend sozial selektive Wirkungen, die sich keinesfalls allein in Geschmacksfragen äußern, sondern auch bestehende soziale Inklusions- und Exklusionsprozesse unterstützen, ermöglichen und legitimieren.

Zur Person
Jens S. Dangschat
Dr. phil., geb. 1948; o. Univ.-Professor für Stadt- und Regionalsoziologie; seit 1998 Professor für Siedlungssoziologie und Demographie an der Technischen Universität Wien, Fakultät für Architektur und Raumplanung.
E-Mail: jens-dangschat@tuwien.ac.at

In diesem Beitrag wird darüber reflektiert, dass Architektur und Städtebau in ihren bzw. seinen sozial selektiven Auswirkungen und Bedeutungen strategisch bewusst eingesetzt werden (beispielsweise beim "branding" eines Standortes oder beim "designing out" sozialer Problematik[1] aus dem innenstadt- nahen öffentlichen Raum). Meine These ist, dass die Instrumentalisierung der Architektur zur "Reinigung" des öffentlichen Raumes resp. zur Markenbildung von Städten, Regionen und Nationalstaaten eine ausgrenzende Wirkung gegenüber weniger erwünschten sozialen Gruppen entfaltet. Dazu steht nicht im Widerspruch, wenn ex-post dieser Fakt entschuldigend resp. schulterzuckend zur Kenntnis genommen wird. Mit diesem Beitrag wird das Ziel verfolgt, die Zusammenhänge zwischen dem Bau spektakulärer Gebäude, dem internationalisierten Architekturdiskurs und der ausgrenzenden Wirkung semiotischer Signale zu verdeutlichen.
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09. Februar 2012
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Inhalt
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Architektur der Gesellschaft
Editorial
Architektur als Philosophie - Philosophie der Architektur - Essay
Architektur: "schweres" Kommunikationsmedium der Gesellschaft
Architektur + Soziologie = Architektursoziologie
Architekturen: Mehr als ein "Spiegel der Gesellschaft"
Grenzen - ihre Bedeutung für Stadt und Architektur
Architektur und soziale Selektivität
Die europäische Großstadt: Version 3.0
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Städte sind die Kristallisationspunkte des gesellschaftlichen Wandels. Das Dossier schildert aktuelle Tendenzen sowie Ursachen und Folgen der Stadtentwicklung in Deutschland. Es stellt stadtpolitische Steuerungsversuche vor, mit denen auf die Probleme der Städte reagiert wird.
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