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Aus Politik und Zeitgeschichte (APuZ 23-24/2006)
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Brecht und die politischen Systeme |

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Sabine Kebir
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Im Gegensatz zur Frankreich-Feindschaft des offiziellen Deutschland sah sich Bertolt Brecht in der Tradition der Aufklärung. Er wollte eine intellektuelle Kunst, die sich mit den Bedrängnissen der Zeit auseinander setzte. Für seine Generation, die während des Ersten Weltkriegs herangewachsen war, waren das die Fragen nach den Ursachen von Kriegen und unheilvollen sozialen Spaltungen.
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Zur Person |
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Sabine Kebir Dr. phil. habil., geb. 1949; Privatdozentin an der Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt/Main; freie Publizistin. Wiclefstraße 30, 10551 Berlin.
E-Mail: S.Kebir@t-online.de
Web: www.sabine-kebir.de
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Brechts Denkmaxime war der Zweifel. Trotz der Nähe, die er gelegentlich zu den Mächtigen hatte, suchte und vertrat er eigenständige Positionen. Für Brecht war die Autonomie des spezialisierten Denkens - zu dem für ihn die Kunst zählte - die Voraussetzung radikaler Demokratie. In der Weimarer Republik profilierte er sich rasch als "Bürgerschreck", weil seine frühen Stücke keine festen Charakterbilder, sondern die Abhängigkeit des Einzelnen von den gesellschaftlichen Verhältnissen und Zwängen zeigten. In Mann ist Mann wird ein Kunde, der einen Fisch kaufen will, unterwegs zu einem Soldaten gemacht. Zunächst war es noch kein ästhetischer Kniff, dass es Lösungen im Stück nicht gab: Der Autor wusste selber keine.
In der Hauspostille, seiner ersten Gedichtsammlung, stehen die Menschen einsam in der Welt, einander feindlich gesinnt. Aus einer von 1926/27 stammenden Notiz spricht Skepsis gegen die sozialdemokratischen Versprechungen der Zeit: Zwar sei "die kapitalistische Klasse in Europa verbraucht", aber "das Glück in kleine Stücke zerschneiden" sei auch keine Lösung: "Wenn Proletarier in "frischgestrichenen Einheitshütten hocken zwischen Grammophonen und Hackfleischbüchsen", sei das kein Glück, "denn es fehlt die Chance und das Risiko (...), das Größte und Sittlichste, was es gibt." |
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10. Februar 2012
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Aus Politik und Zeitgeschichte |
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Kunst- und Kulturpolitik
In dem Maße, in dem der Sozialstaat sich wandelt, verändert sich zugleich sein Verständnis von Kultur, ihren Trägern und ihrer Finanzierung. Für Alternativen zu einer Finanzierung durch die öffentlichen Hände fehlen nicht nur in Deutschland die Rahmenbedingungen. |
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