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Aus Politik und Zeitgeschichte (B 51/2001)

Terrorismus in neuen Dimensionen


Hintergründe und Schlussfolgerungen
Kai Hirschmann
Inhalt

I. Gewalt in neuen Dimensionen

II. Entwicklungen im internationalen Terrorismus

III. Das Netzwerk Osama bin Ladens

IV. Ursachen des internationalen Terrorismus und Bekämpfungs- ansätze

I. Gewalt in neuen Dimensionen
Im Dezember 1999, über ein Jahr nach den durch "Al-Qaida-Zellen" verübten Terroranschlägen auf die US-Botschaften in Nairobi/Kenia und Daressalam/Tansania schrieb der Terrorismusforscher Rolf Tophoven: "Derweil wartet die Welt gespannt und gebannt auf den nächsten taktischen oder terroristischen Zug Osama bin Ladens und seiner Kommandos." [1]

  • PDF-Version: 487 KB


  • Zur Person
    Kai Hirschmann
    Dr. rer. oec., geb. 1965; Terrorismusforscher und Publizist; Studienreferent an der Bundesakademie für Sicherheitspolitik, Bonn.

    Anschrift: Bundesakademie für Sicherheitspolitik, Bonn, Rosenburgweg, 53115 Bonn.
    E-Mail: hirschmann@baks.bund.de

    Veröffentlichungen u. a.: Terrorismus als weltweites Phänomen, Berlin 2000; Alte Bekannte, neue Dimensionen: Internationaler Terrorismus im Licht des 11. September, Mittlerbrief 4/2001.

    Am 11. September 2001 war es dann soweit: Im Abstand von wenigen Minuten bohrten sich zwei entführte Linienflugzeuge mit Terroristen als Piloten in die beiden Türme des World Trade Centers in New York und brachten diese zum Einsturz. Mit wenig Zeitverzögerung wurde ein weiteres entführtes Linienflugzeug über dem amerikanischen Verteidigungsministerium ("Pen-tagon") in Washington zum Absturz gebracht; ein weiteres mit Kurs auf Washington stürzte östlich von Pittsburgh, Pennsylvania, ab. Vier von Terroristen entführte und auch gesteuerte Großflugzeuge, von denen drei ihr Ziel erreichten, eskalierten den weltweiten Terrorismus auf eine neue Stufe und verursachten über 5 000 Tote. Zurück bleibt neben großem menschlichen Leid und immens hohen Schäden eine in ihrem Selbstbewusstsein und absolutem Sicherheitsgefühl empfindlich getroffene amerikanische Öffentlichkeit. Die Ziele sind symbolisch gewählt: Das World Trade Center steht für die Wirtschaftsmacht USA und ihre Führungsrolle im Rahmen der Globalisierung, das Pentagon für globales politisches Handeln der USA.

    Bei der Suche nach den Verantwortlichen stellte sich schnell heraus, dass die einzige global operierende Terrororganisation, welche die Fähigkeiten und die finanziellen Mittel hat, einen in strategischer, operativer und logistischer Hinsicht so herausfordernden Terrorakt auszuführen, die "Al-Qaida" Osama bin Ladens ist. Terrorismusforscher hatten gewarnt, dass es sich bei der "Al-Qaida" um eine Terrororganisation völlig neuen Typs handele, nicht vergleichbar mit den bisher bekannten europäischen, amerikanischen oder auch nahöstlichen Gruppen. Die neue Qualität des Terrorismus darf nicht unterschätzt werden, indem der Terror des Bin-Laden-Netzwerkes mit klassischen Terrorgruppen wie der ETA oder gar der RAF verglichen wird.

    Die zutiefst verunsicherte amerikanische Gesellschaft muss sich zudem mit weiteren Terroristen auseinander setzen, welche die Situation für ihre Zwecke ausnutzen und Briefe mit biologischem Kampfstoff (Milzbrand-Sporen) versenden, aber vermutlich nicht aus dem Umfeld bin Ladens kommen.

    Wie konnte es zu dieser Entwicklung kommen? Wie haben sich Terrorismus und Terrorgruppen in der letzten Dekade verändert? Was macht die "Al-Qaida" und Osama bin Laden so einzigartig und gefährlich? Welches sind die Ursachen des enormen Hasses, der kommuniziert wird? Und schließlich: Wie kann man diese neue Art von Terrorismus bekämpfen? Dieser Beitrag versucht, sich aus der Sicht der Terrorismusforschung möglichen Antworten anzunähern.
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    09. Februar 2012
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    Terrorismus
    Editorial
    Zwischen Staatsvernunft und Gefühlskultur
    Terrorismus in neuen Dimensionen
    Die weltpolitische Rolle der USA nach dem 11. September 2001
    Internationaler Terror, forcierter Regimewechsel und die UNO: Der Fall Afghanistan
    Neue Gefahren verlangen neue Politik Multilateralismus statt Dominanz
    Islamismus in der Bundesrepublik Deutschland
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