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Aus Politik und Zeitgeschichte (B 45/2003)

Amerikanisierung oder Internationalisierung?


Populärkultur in beiden deutschen Staaten
Uta G. Poiger
Inhalt

Einleitung

Jugendkultur in der Bundesrepublik

Jugendkultur in der DDR nach dem Mauerbau

Gegenkulturen

Verschlungene Wege der Amerikanisierung und Internationalisierung

Einleitung
In den fünfziger und sechziger Jahren herrschte in der Presse der Bundesrepublik kein Mangel an Berichten über amerikanische Filme, Musik und Moden und deren Einfluss auf Jugendliche. Die amerikanische Populärkultur machte nicht am Eisernen Vorhang Halt: Amerikanische Einflüsse waren in der DDR spürbar und wurden von der SED bekämpft. Doch gab es auch andere internationale Bezugspunkte, zum Beispiel die Musik der Beatles aus Großbritannien. Und Ende der sechziger Jahre gelangten Stile aus der Dritten Welt auf unterschiedlichen Wegen in beide deutsche Staaten.

Es stellt sich die Frage, wie die Kulturgeschichte der Bundesrepublik und der DDR während des Kalten Krieges sinnvoll im internationalen Rahmen zu verorten wäre. Gesellschaftliche und kulturelle Veränderungen in der Bundesrepublik sind vielfach unter dem Blickwinkel der Amerikanisierung, der "Westernisierung" oder der Modernisierung diskutiert worden.[1] Gleichzeitig haben die Globalisierungsdebatten der letzten zehn Jahre die Frage nach dem Verhältnis von Globalisierung und Amerikanisierung aufgeworfen.[2] Meist sind die Staaten des Warschauer Pakts außerhalb des Blickwinkels dieser Debatten geblieben.[3]

Zur Person
Uta G. Poiger
Ph. D., geb. 1965; Associate Professor of History an der University of Washington, Seattle.
Anschrift: Dept. of History, 315 Smith, University of Washington, Seattle, WA 98195, USA.
E-Mail: poiger@u.washington.edu

Veröffentlichungen u.a.: Jazz, Rock and Rebels. American Culture in a Divided Germany, Berkeley-Los Angeles 2000; (Hrsg. mit Heide Fehrenbach) Transactions, Transgressions, Transformations: American Culture in Western Europe and Japan, New York 2000.


Im Folgenden will ich zunächst die vielfältigen, kontroversen Reaktionen auf amerikanische Kulturimporte, insbesondere in Mode und Musik, in Ost und West in den sechziger Jahren aufzeigen, um danach zwei weitergehende Fragen stellen: Ist für die sechziger Jahre eine Amerikanisierung der Populärkultur in beiden deutschen Staaten festzustellen? Inwiefern wurden auch andere Länder zu Bezugspunkten für den (gesamt)deutschen Alltag?
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10. Februar 2012
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Inhalt
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Deutsche Zeitgeschichte: 60er und 70er Jahre
Editorial
1968 im Westen - was ging uns die DDR an?
1968 im Osten - was ging uns die Bundesrepublik an?
Körper, Konsum, Genuss - Jugendkultur und mentaler Wandel in den beiden deutschen Gesellschaften
Amerikanisierung oder Internationalisierung?
"Trau keinem über 30"
Zwischen Integration und Distanzierung
Von der Konfrontation zum Dialog
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Deutschland in den 50er Jahren
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Wirtschaftswunder und Wiederbewaffnung, Aufbau des Sozialismus und Aufstand des 17. Juni 1953 - diese Stichworte beschreiben die Ära der 50er Jahre in beiden deutschen Staaten.
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