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Aus Politik und Zeitgeschichte (APuZ 09-10/2005)

Friedrich Schiller in Deutschland und Europa


Otto Dann
Inhalt

Einleitung

Zeitgenosse des Aufbruchs der Nationen

Schiller im Zeitalter des Nationalismus

Schiller im geteilten Europa

Schiller jenseits der Nationalkulturen

Einleitung
Von dem Namen Schillers geht ein seltsamer Reiz aus. Nennt man ihn, meinen alle ihn zu kennen, auch wenn die meisten zugeben müssen, kaum etwas von ihm gelesen zu haben. Sind es die Straßen, Plätze und Schulen, die heute noch seinen Namen tragen, die Zeugen seiner früheren Popularität? Auch der "Schillerkragen" gehört dazu, das Wahrzeichen des Dichters der Freiheit, der sich auch von der Modepflicht befreite und das Hemd offen trug. Friedrich Schiller war im 19. Jahrhundert zu dem Dichter geworden, der in Deutschland allbekannt war und in ganz Europa bei den Gebildeten. Seine Verse und Stücke wurden in allen Volksschichten memoriert und zitiert, über Schillers Leben wurden einprägsame Geschichten vermittelt; sein Porträt, besonders die Büste von Heinrich Dannecker, war allgemein präsent.

Zur Person
Otto Dann
Dr. phil., geb. 1937; ehem. Professor für Geschichte der Neuzeit an der Universität zu Köln, 50923 Köln.
E-Mail: otto.dann@uni-koeln.de


Diese Tradition ist abgebrochen. Auch das "Schiller-Jahr" unserer Medien wird das nicht ändern können. Nur über eine Respektierung jenes Traditionsbruches ist es heute möglich, zu Schiller vorzustoßen. Dann aber wird der Blick frei auf den Schiller-Mythus des nationalen Zeitalters, der in unzähligen Zeugnissen heute noch greifbar ist. Ihn zu skizzieren ist das Anliegen dieses Beitrags. Es geht um den Schiller-Mythus in seiner öffentlichen Dimension; die vielfältige Rezeption des literarischen Werkes von Schiller, die eine eigene Tradition darstellt, kann nicht einbezogen werden. Die Darstellung ist analog zu den Epochendaten des nationalen Zeitalters gegliedert: 1770 - 1860 - 1945.

Literatur über den Schiller-Mythus ist heute reichlich vorhanden, bleibt jedoch begrenzt auf die nationalen Milieus. Sie hat genial eingesetzt mit Wilhelm Raabes "Dräumling".[1] Ein Buch von Albert Ludwig[2] hat die Erforschung der Schiller-Rezeption eröffnet, die jedoch erst nach 1945 an Intensität, kritischer Zuspitzung und Ausdehnung gewonnen hat. Einen Überblick über die bisherige Literatur vermitteln die Beiträge über "Schiller und seine Wirkung" im "Schiller-Handbuch".[3] Hervorgehoben seien außerdem drei zeitübergreifende Textsammlungen: eine sorgfältig kommentierte[4] sowie zwei speziellere.[5]
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10. Februar 2012
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Schiller
Editorial
Friedrich Schiller
Die Aktualität eines Idealisten
Ein Weltbürger, der keinem Fürsten dient
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Mein Schiller-Jahr 1955
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