|
|
 |

 |

Aus Politik und Zeitgeschichte (B 3-4/2000)
 |
 |
 |
 |
 |
Aufwertung der elterlichen Erziehungsarbeit in der Einkommensverteilung |

 |
 |
Grundlagen, Möglichkeiten und Grenzen eines "Erziehungseinkommens" Max Wingen
|
 |
 |
 |
 |
Insgesamt werden die Konzepte eines Erziehungseinkommens als einer familienphasenspezifisch orientierten einkommenspolitischen Leistung nur als eine längerfristige Perspektive der Familienpolitik als Einkommenspolitik gelten können. Sie können indessen schon jetzt eine wichtige Orientierungsfunktion für eine qualitative Weiterentwicklung der schon bestehenden Erziehungsgeldregelung haben, die eine von der oben angesprochenen Berücksichtigung der geminderten steuerlichen Leistungsfähigkeit deutlich zu unterscheidende Funktion hat.
Wenn ein Erziehungseinkommen
- problemangemessen ausgestaltet und dabei sorgfältig auf seine außerökonomischen Wirkungen hin bedacht wird;
- von vornherein in ein integrativ angelegtes familienpolitisches Maßnahmenbündel eingebettet ist;
- von der Begrifflichkeit her nicht unnötige Ressentiments auslöst ("Eltern als Gehaltsempfänger des Staates") und
- in übergreifende gesellschaftliche Ordnungsvorstellungen eingeordnet ist, die das Verhältnis von Familie und Staat ebenso umfassen wie die Geschlechterordnung und die Generationensolidarität in ihrer auch finanziellen Tragweite,
dann kann es mittel- und längerfristig nachhaltig dazu beitragen, ein strukturelles Defizit in der marktmäßigen Verteilungsordnung mit Blick auf Familien zu beseitigen. Unsere Sozialordnung sozialmarktwirtschaftlicher Prägung ist sowohl als Wirtschaftsordnung wie als übergreifende Gesellschaftsordnung auf die vielfältigen und täglich weithin im Verborgenen erbrachten Vor-Leistungen von Familien elementar angewiesen. Diese angemessen auch in der Einkommensverteilung zu berücksichtigen gehört mit zur Überwindung des ,,strukturellen Ordnungsdefizits" in Wirtschaft und Gesellschaft mit Blick auf Familien, auf das schon vor über zwei Jahrzehnten hingewiesen werden musste
. |
 |
 |
|
 |
10. Februar 2012
 |
|