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Aus Politik und Zeitgeschichte (B 51-52/2002)
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Zeitgeschichte zwischen Europäisierung und Globalisierung |

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Michael Gehler
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I. Zeitgeschichte im Kontext veränderter Rahmenbedingungen |
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Neben Bilanzen zum 20. Jahrhundert, Konzepten einer Weltgeschichte, dem Gebrauch und Missbrauch von Geschichte wie den unterschiedlichen Erinnerungs- und Geschichtskulturen ging es beim Welthistorikertag in Oslo im Jahr 2000 auch um das Thema Globalisierung.
Gesamtbetrachtungen, Periodisierungen und Systematisierungen waren gefragt. Seit dem Ende des Kalten Krieges ist das Geschehen komplexer und nicht mehr so einfach deutbar - "ordnungsstiftende" Interpretationen sind notwendig, denn Zeitgeschichte droht aufgrund dramatisch gewandelter Rahmenbedingungen in Sprachlosigkeit zu versinken. Sie muss sich aufgrund einer in Bewegung geratenen Welt fragen, was sie noch zu sagen hat. War der Warschauer Pakt bereits am 1. April 1991 am Ende, so steht die Funktion der NATO infolge unterschiedlicher Vorstellungen von der zukünftigen Weltordnung zur Diskussion. Der auf politische Stabilität ausgerichtete Wirtschafts- und Währungsverbund EU und die verbliebene militärische Supermacht USA mit globaler Hegemonieabsicht haben sich seit dem Ende des Ost-West-Konflikts auseinander gelebt. Der 11. September 2001 hat diese Entwicklung noch verschärft.
Nicht nur deshalb geht es hier um Zeitgeschichtsschreibung zwischen Europäisierung und Globalisierung.
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Zur Person |
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Michael Gehler Dr. phil., geb. 1962; ao. Professor an der Universität Innsbruck, Institut für Zeitgeschichte.
Anschrift: Institut für Zeitgeschichte, Universität Innsbruck, Christoph-Probst-Platz, A-6020 Innsbruck. E-Mail: michael.gehler@uibk.ac.at
Veröffentlichungen u.a.: Der lange Weg nach Europa. Österreich vom Ende der Monarchie bis zur EU, 2 Bde., Innsbruck u.a. 2002; Europa. Von der Utopie zum EURO, Frankfurt/M. 2002.
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Zeitgeschichte wurde auch nach 1945 überwiegend national konstituiert und im staatlichen Rahmen ausgerichtet, was der Weitung ihres Horizonts hinderlich ist. Erschwerend kommt hinzu, dass es ihr oft an Distanz zu sich selbst mangelt. Das von Hans Rothfels 1953 so bezeichnete "Epochenjahr" 1917 mit dem Doppelereignis Revolution in Russland und dem Kriegseintritt der USA als Ausgangspunkt einer universalen Zeitgeschichte
erfuhr durch den Zusammenbruch der post-stalinistischen Regime in Ost- und Mitteleuropa, den Zerfall des Sowjetimperiums 1989-1991 und den völlig unberechenbaren und weltweit möglichen Massenterror
- der 11. September 2001 ist nur ein Beispiel - eine Bestätigung für eine an europäischen und globalen Fragestellungen orientierte Zeitgeschichte, die regionale Begrenztheiten, nationale Verengungen und daraus erwachsende Einseitigkeiten und Überinterpretationen vermeiden will. Derartige Bemühungen sind in der Geschichtswissenschaft nicht neu,
in der Zeit vermehrter Globalisierung aber verstärkt erforderlich. |
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08. Februar 2012
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Dossier |
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Nationalsozialismus und Zweiter Weltkrieg
Mit dem deutschen Überfall auf Polen begann am 1. September 1939 der Zweite Weltkrieg. Als er 1945 endete, lag Europa in Trümmern. Über 55 Millionen Menschen waren tot. Wie konnte es soweit kommen? Und wie sollte es weitergehen mit einem Land, das den größten Zivilisationsbruch der Geschichte begangen hatte? |
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