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Aus Politik und Zeitgeschichte (APuZ 35-36/2008)
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Die Ukraine im europäischen Migrationssytem |

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Barbara Dietz
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Wie bei den meisten internationalen Wanderungsbewegungen ist es auch im Falle der Ukraine nicht leicht, sich ein Bild vom tatsächlichen Umfang der aktuellen Migrationen zu machen. Werden die offiziellen statistischen Angaben in der Ukraine zu Grunde gelegt, dann ergeben sich vergleichsweise niedrige Auswanderungszahlen seit 1996, als die Wanderungsbewegungen innerhalb der vormaligen Sowjetunion an Dynamik verloren. Besonders auffällig ist, dass sowohl Emigrationen als auch Immigrationen in der Ukraine seit diesem Zeitpunkt kontinuierlich abnehmen und dass seit 2005 sogar weniger Menschen das Land verlassen als zuwandern. Diese Entwicklung lässt sich in erster Linie dadurch erklären, dass die ukrainische Statistik nur solche Personen als Emigranten definiert, die das Land auf der Basis einer permanenten Ausreisegenehmigung verlassen. Wer ein Touristenvisum oder ein Visum zum Familienbesuch erhält, aufgrund eines bilateralen Abkommens zur Arbeitsmigration oder zu Studienzwecken ins Ausland geht, gilt offiziell nicht als Emigrant und wird auch nicht in der Migrationsstatistik registriert. Vieles deutet jedoch daraufhin, dass es gerade die kurzfristigen, häufig illegalen Arbeitsmigranten aus der Ukraine sind, die den Hauptanteil der jüngsten Zuwanderungen aus der Ukraine in der EU ausmachen.
Gegen Mitte der 1990er Jahre registrierten Medien und wissenschaftliche Studien erstmals eine zunehmende, überwiegend kurzfristige (Arbeits)wanderung von Ukrainern in Länder der EU und solche Staaten, die nach den Osterweiterungen EU-Mitglieder wurden. Auch offizielle Daten, wie zum Beispiel die von der Organisation für wirtschafliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) herausgegebenen Statistiken bestätigen die zunehmende Einwanderung ukrainischer Staatsbürger in die EU (vgl. Tabelle 1 der PDF-Version).
Mit Ausnahme Deutschlands lassen sich die bevorzugten europäischen Immigrationsziele der ukrainischen Arbeitswanderung zwei Regionen zuordnen: den südeuropäischen EU-Staaten und den neuen osteuropäischen Mitgliedsländern der EU. Andere europäische Staaten haben bislang noch vergleichsweise wenige Erfahrungen mit ukrainischen Migranten gesammelt, obwohl auch in den Niederlanden und Großbritannien seit kurzem über eine steigende Zahl ukrainischer Arbeitsmigranten berichtet wird. Es muss nicht lange nach Gründen gesucht werden, um die Wanderung ukrainischer Arbeitskräfte in die EU zu erklären. Das Pro-Kopf-Einkommen des vergleichsweise armen EU-Staates Polen war im Jahr 2005 immer noch mehr als doppelt so hoch wie das der Ukraine. Zudem ist es für viele ukrainische Bürgerinnen und Bürger schwer, einen Job zu finden, obwohl die offizielle Arbeitslosenrate vergleichsweise niedrig ist (neun Prozent im Jahre 2003, nach Standards der International Labour Organization). Im Jahr 2003 waren jedoch weniger als 60 Prozent der Ukrainer im arbeitsfähigen Alter beschäftigt, was darauf hinweist, dass zahlreiche Personen nicht mehr als arbeitssuchend registriert sind. Neben der Beschäftigung in der Schattenwirtschaft wird die Arbeitsmigration als Möglichkeit gesehen, trotz der Engpässe auf dem heimischen Arbeitsmarkt ein Einkommen zu erzielen. Weiterhin spielt eine Rolle, dass es in vielen Ländern der EU eine starke Nachfrage nach Arbeitskräften auf dem zweiten Arbeitsmarkt gibt, die besonders Migranten anspricht. Dies bezieht sich auf Beschäftigungen im Bausektor, in der Landwirtschaft und im Dienstleistungsgewerbe, wo saisonale, gering qualifizierte und gering bezahlte Arbeitskräfte gesucht werden. |
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10. Februar 2012
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Dossier |
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Migration
16 Millionen Menschen mit Migrationshintergrund leben 2010 allein in Deutschland. Was bedeutet das für die Integration? Wie sieht das Asyl- und Zuwanderungsrecht in Europa aus, und welche globalen Trends zeichnen sich ab? |
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Die soziale Situation in Deutschland |
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Zahlen und Fakten: Migration
Migration ist in Deutschland ein Massenphänomen. Der Anteil der Personen mit Migrationshintergrund an der Gesamtbevölkerung liegt bei knapp 19 Prozent – das sind mehr als 15 Mio. Personen. |
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