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Aus Politik und Zeitgeschichte (APuZ 1-2/2006)

Parallelgesellschaft und ethnische Schichtung


Dirk Halm · Martina Sauer
Inhalt

Einleitung

Parallelgesellschaft und Integration

Türkische Parallelgesellschaft in NRW?

Religiöse Homogenität

Lebensweltliche Segregation

Zivilgesellschaftliche Segregation

Diskriminierungserfahrungen - Freiwilligkeit der Segregation

Siedlungsräumliche Segregation

Die Integrationsperspektive der Angehörigen von Parallelgesellschaften

Fazit und Diskussion

Einleitung
Die vermeintliche Entwicklung von "Parallelgesellschaften" in Deutschland ist seit Mitte dieses Jahrzehnts das am häufigsten vorgebrachte Argument für die Auffassung, dass die Integration von Zuwanderern in der Bundesrepublik misslungen sei.[1]

Zur Person
Dirk Halm
M.A., Dr. phil., geb. 1971; wissenschaftlicher Mitarbeiter der Stiftung Zentrum für Türkeistudien an der Universität Duisburg-Essen, Altendorfer Str. 3, 45127 Essen.
E-Mail: info@zft-online.de

Von Beginn an bis zur breiten Debatte ab 2004 gilt dabei der Islam als Ursache oder Merkmal gesellschaftlicher Desintegration. Ende 2004 erfuhr die "Parallelgesellschaft" als Konzept zur Beschreibung der Zuwanderungswirklichkeit aber auch öffentliche Kritik. Ihre Kritiker argumentierten, die Behauptung der Existenz von Parallelgesellschaften diene in erster Linie dem Ziel der Abqualifizierung gesellschaftlicher Pluralität.[2]

Zwei Fragen an die Migrationsforschung wirft die Debatte indessen unmittelbar auf: eine phänomenologische und eine normativ-politische.

Erstens: Gibt es eine (türkische) Parallelgesellschaft?

Zweitens: Was bedeutet die Existenz einer Parallelgesellschaft für die gesamtgesellschaftliche Integration ihrer Angehörigen?

Zur Person
Martina Sauer
Dipl.-Pol., Dr. rer. pol., geb. 1964; wissenschaftliche Mitarbeiterin der Stiftung Zentrum für Türkeistudien an der Universität Duisburg-Essen, Altendorfer Str. 3, 45127 Essen.
E-Mail: info@zft-online.de

Im vorliegenden Text wird unter Rückgriff auf Ergebnisse von Befragungen der Stiftung Zentrum für Türkeistudien zu den Lebenslagen erwachsener Türkeistämmiger in Nordrhein-Westfalen aus den Jahren 1999 bis 2004 versucht, eine empirisch fundierte Antwort auf diese beiden Fragen zu geben. Jährlich wurden 1 000 Personen per Zufallsauswahl telefonisch befragt.

Voraussetzung ist zunächst die Definition dessen, was unter einer Parallelgesellschaft und unter Integration zu verstehen ist, wie beide Konzepte durch die Migrationsforschung operationalisiert werden können und wie sie sich zueinander verhalten.
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09. Februar 2012
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Inhalt
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Parallelgesellschaften?
Editorial
Abschottung von Muslimen durch generalisierte Islamkritik?
Soziale Netzwerke türkischer Migrantinnen und Migranten
Parallelgesellschaft und ethnische Schichtung
Die muslimische Frau in der Moderne
Türkische Bräute und die Migrationsdebatte in Deutschland
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16 Millionen Menschen mit Migrationshintergrund leben 2010 allein in Deutschland. Was bedeutet das für die Integration? Wie sieht das Asyl- und Zuwanderungsrecht in Europa aus, und welche globalen Trends zeichnen sich ab?
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