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Aus Politik und Zeitgeschichte (B 40/2004)

Zurück zum alten Bürgertum: CDU/CSU und FDP


Franz Walter
Inhalt

Einleitung

Spektakuläre Erfolge

Rückschläge und Erosion

Generation Golf und männliches Jungproletariat

Scharnier statt Tabubruch

Abschied von der alten Union

Bürgerliche Selbstgewissheit

Einleitung
Es hat schon schlimmere Zeiten für die weithin als "bürgerlich" bezeichneten Parteien gegeben. In den neunziger Jahren war vom "Ende der christdemokratischen Ära" die Rede.[1] Völlig unplausibel schien dies nicht. Schließlich war zu Beginn des Jahrzehnts erst die "Democrazia Christiana" implodiert, waren große christdemokratische Volksparteien wie in Österreich, Belgien, den Niederlanden und in der Schweiz stark dezimiert worden.[2] Die Wahlniederlage der CDU/CSU in Deutschland 1998 komplettierte das Bild. Offenkundig war dies eine Zeit der sozialdemokratischen Renaissance in Europa. Wenn sich 1999 die europäischen Staatschefs zu Gipfeltreffen versammelten, dann blickte man auf beinahe rein sozialdemokratische Zusammenkünfte.[3]

Zur Person
Franz Walter
Dr. disc. pol., geb. 1956; Professor für Politikwissenschaft an der Universität Göttingen.
Anschrift: Arbeitsgruppe Parteienforschung am Seminar für Politikwissenschaft, Platz der Göttinger Sieben 3, 37073 Göttingen.
E-Mail: fwalter1@gwdg.de

Veröffentlichungen u.a.: Die Heimatlosigkeit der Macht, Berlin 2000; Politik in Zeiten der Neuen Mitte, Frankfurt/M. u.a. 2002; Die SPD, Berlin 2002; Abschied von der Toskana, Wiesbaden 2004.


Auch in Deutschland hielten die Sozialdemokraten die politische Macht ziemlich fest in ihren Händen: Elf Ministerpräsidenten, der Kanzler, der Bundespräsident und die Präsidentin des Bundesverfassungsgerichts waren Mitglied der Sozialdemokratie. Die CDU schien strukturell in der Minderheit; die FDP galt spöttisch vielen Interpreten als "Partei ohne Unterleib", da sie in den meisten Bundesländern nicht einmal im Parlament und kaum noch in einer Länderregierung vertreten war. Als die Union bei der Bundestagswahl 2002 zum zweiten Mal hintereinander - und damit erstmals in ihrer Geschichte - hinter den Sozialdemokraten blieb, war ihre jahrzehntelange Aura als gleichsam natürliche Mehrheits- und Regierungspartei unzweifelhaft gebrochen. Die Symbiose der altbürgerlichen Bonner Republik mit den bürgerlichen Parteien schien mit dem zweiten Wahlsieg Schröders unwiderruflich zerstört.
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09. Februar 2012
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Inhalt
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Innenpolitik
Editorial
Vom Elend des Reformierens
Regieren ohne inneren Kompass
Die deutschen Parteien: Defizite und Reformideen
Parteien und die Politik der Zumutungen
Rot-grüne Zwischenbilanz
Zurück zum alten Bürgertum: CDU/CSU und FDP
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