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18.10.2011 | Von:
Helen Baykara-Krumme
Daniela Klaus
Anja Steinbach

Eltern-Kind-Beziehungen in Einwandererfamilien aus der Türkei

Der Beitrag befasst sich mit den Generationenbeziehungen in türkeistämmigen Familien in Deutschland. Sie werden vor dem Hintergrund der Solidaritäts- und Konfliktthese zur Bedeutung des Migrationshintergrunds diskutiert.

Einleitung

Nach Abschluss des Anwerbeabkommens im Jahr 1961 reisten Menschen aus der Türkei vorwiegend als Arbeitskräfte in die damalige Bundesrepublik. Ihr Aufenthalt war nur temporär geplant, jedoch blieb ein Teil von ihnen langfristig in Deutschland, holte Familienmitglieder nach oder gründete eigene Familien in der neuen Heimat. Inzwischen leben ihre Nachkommen in der dritten und vierten Generation in der Bundesrepublik.

Eine sowohl aus soziologischer als auch (sozial-)politischer Sicht relevante Frage betrifft die Solidarität und das Unterstützungspotenzial in Familien und insbesondere zwischen den Generationen. Zwar hat sich die Forschung in Deutschland in den vergangenen Jahren in einer ganzen Reihe von Untersuchungen den Beziehungen zwischen Eltern und ihren erwachsenen Kindern gewidmet. Familien mit Migrationshintergrund fanden jedoch ausgesprochen selten explizite Beachtung.

Dabei gibt es durchaus Anhaltspunkte, die Unterschiede zwischen Einheimischen und Migranten vermuten lassen. In der Migrationsforschung wurden insbesondere der soziokulturelle Hintergrund der Zuwanderinnen und Zuwanderer thematisiert sowie die spezifischen, mit der Migration einhergehenden Erfahrungen. Die theoretische Auseinandersetzung hiermit mündete in zwei konkurrierende Thesen: Während die Solidaritätsthese einen engen Zusammenhalt in Familien mit Migrationshintergrund behauptet, postuliert die Konfliktthese, dass Eltern-Kind-Beziehungen in besonderem Maße von Spannungen und Auseinandersetzungen geprägt sind.



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