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Aus Politik und Zeitgeschichte (APuZ 34-35/2006)

Editorial


Katharina Belwe

Die Kulturwirtschaft boomt; die Wachstumsrate liegt deutlich über den Werten anderer Wirtschaftsbranchen. Was heißt das? Was verbirgt sich überhaupt hinter dem Begriff "Kulturwirtschaft"?

Der Terminus "Kulturwirtschaft", den es seit Ende der achtziger Jahre gibt, löst immer noch recht unterschiedliche Assoziationen aus. Viele denken dabei vor allem an die ganz großen "Kulturbetriebe" - etwa die Kino- oder Videobranche - und lassen die erwerbswirtschaftlich tätigen Klein- und Mittelbetriebe - regional orientierte Buchverlage, Kleinkunsttheater, Tonstudios, Drehbuchautoren, Musikveranstalter und Galerien - außer Acht.

Zur Kulturwirtschaft zählen alle jene Betriebe und selbstständigen Unternehmer, die an der Vorbereitung, Schaffung, Erhaltung und Sicherung künstlerischer Produktion sowie an der Vermittlung und medialen Verbreitung kultureller Leistungen beteiligt sind oder dafür Produkte herstellen und veräußern. Wir haben es mit einer Querschnittsbranche zu tun, die sowohl produzierende als auch Dienstleistungsbereiche und damit eine ganze Reihe von Teilmärkten umfasst: den Musik-, Literatur-, Buch- und Presse- sowie den Kunstmarkt, die Film- und TV- sowie Videowirtschaft, die Darstellende und Unterhaltungskunst.

Ungeachtet hoher wirtschaftlicher Dynamik und beachtlicher Wachstumsraten kulturwirtschaftlicher Betriebe wird das Wirtschafts- und Beschäftigungspotenzial des Kultursektors immer noch unterschätzt, wird die Kulturwirtschaft noch viel zu wenig als Teil der Wirtschaft betrachtet. Tief verwurzelte Berührungsängste zwischen Wirtschafts- und Kultursphäre wirken hier offenbar nach.
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10. Februar 2012
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Kulturwirtschaft
Editorial
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Kultur- oder "Kreativwirtschaft": Was ist das eigentlich?
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Strukturwandel durch Kulturwirtschaft
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