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Politische Bildung in der globalen Wissensgesellschaft


4.2.2004
Die politische Bildung muss sich zunehmend auf die Auswirkungen und Herausforderungen der globalen Wissensgesellschaft einstellen. Dabei wird sie zu einer Neuausrichtung ihres Selbstverständnisses und ihrer Aufgaben gezwungen.

Einleitung



Es vergeht kein Tag, an dem nicht von Wissen und Lernen, von der Notwendigkeit lebenslangen Lernens oder von Wissen als wichtigstem Rohstoff und Produktionsfaktor die Rede ist.[1] Mit dem Begriff "Wissensgesellschaft" wird immer häufiger versucht, den derzeitigen Wandel in unserer spätindustriellen Gesellschaft neu und vielleicht zutreffender zu umschreiben. Die "Wissensgesellschaft" verdrängt dabei immer mehr die ebenfalls angewandte Bezeichnung der "Informationsgesellschaft". Es wird immer deutlicher, dass Informationen die Voraussetzung für die Entwicklung von Wissen sind.




Der Wandel, der mit dem Begriff der Wissensgesellschaft beschrieben wird, ist als unumkehrbare Entwicklung anzusehen und bezieht sich auf unterschiedlichste strukturelle Merkmale der Gesellschaft. So beschreibt die Wissensgesellschaft im Bereich der Ökonomie den relativen "Bedeutungsverlust des produktiven und die Aufwertung des tertiären bzw. Dienstleistungssektors"[2]. Darüber hinaus ist für die Ökonomie in der Wissensgesellschaft der rasante Bedeutungszuwachs der von der Warenproduktion weitgehend entkoppelten Devisen-, Finanz- und Kapitalmärkte von Bedeutung. Im politischen Raum der Wissensgesellschaft greifen die Akteure immer stärker auf das Expertenwissen von professionellen Beratern zurück. Die so genannte Hartz-Kommission zur Reform des Arbeitsmarktes oder die Rürup-Kommissionen zur Renten- und Gesundheitsreform sind aktuelle Beispiele.



Fußnoten

1.
Vgl. Detlef Josczok, Bildung - kein Megathema. Ein Zwischenruf, in: Aus Politik und Zeitgeschichte (APuZ), B 36/2001, S. 33.
2.
Uwe Bittlingmayer, "Spätkapitalismus" oder "Wissensgesellschaft"?, in: ebd., S. 15.