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Aus Politik und Zeitgeschichte (APuZ 2-3/2010)

Politische Führung in der Diktatur


Jan C. Behrends
Inhalt

Einleitung

Diktatur als Begriff und moderne Regierungsform

Russland und Deutschland: Wege zu persönlicher Führerschaft

Politische Führung und Radikalisierung

Ausblick und Zusammenfassung

Einleitung
Max Weber vertrat gegen Ende des Ersten Weltkriegs die Auffassung, dass es schwer sein werde, die Monarchie als legitimierende Kraft zu substituieren. Das Erbcharisma eines Königs versehe die staatliche Ordnung mit einer Legitimitätsquelle, die "gerade in modernen Massenstaaten nicht leicht ersetzt werden könne".[1] Der radikale Bruch, den die Revolution im Herbst 1918 für die deutsche Staatlichkeit bedeutete, erschien ihm deshalb als problematisch. Und auf einer allgemeinen Ebene verdeutlichte Weber ein Grundproblem moderner Herrschaft: Wie konnte eine Republik emotionale Bindungen zwischen Herrschaft und Gesellschaft aufbauen, die Europas Monarchien stark gemacht hatte? Wie konnte politische Führung neu begründet, legitimiert und durchgesetzt werden?

Zur Person
Jan C. Behrends
Dr. phil., geb. 1969; Historiker am Wissenschaftszentrum Berlin (WZB) für Sozialforschung, Dozent für osteuropäische Geschichte an der Humboldt- Universität zu Berlin; WZB, Reichpietschufer 50, 10785 Berlin.
E-Mail: behrends@wzb.eu

Der politische Beobachter Max Weber war ein Seismograph dafür, wie aktuell diese Fragen zu Beginn des 20. Jahrhunderts waren. In vielerlei Hinsicht haben sie nur wenig von ihrer Dringlichkeit eingebüßt: In Zentralasien, China und in Teilen Südamerikas sind Formen diktatorischer Herrschaft und Varianten autoritärer Führerschaft fest verankert. Sie schöpfen ihre Legitimität aus einer antiliberalen Agenda, die auch die Diktaturen Europas im 20. Jahrhundert auszeichnete.
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10. Februar 2012
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Inhalt
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Politische Führung
Editorial
Leadership- Forschung als Demokratiewissenschaft
Politische Führung in der "Postdemokratie"
Politische Führung im Parlament
Politische Führung: Max Weber heute
Kommunalpolitische Führung im europäischen Vergleich
Neue Perspektiven politischer Steuerung
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