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Aus Politik und Zeitgeschichte (APuZ 11/2010)
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Der vergessene "Dritte Weg" |

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Martin Sabrow
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Der "Dritte Weg" einer demokratisch erneuerten DDR ist kein Erinnerungsort der jüngsten Zeitgeschichte. Nicht mit der Vision eines demokratischen Sozialismus zwischen Markt- und Planwirtschaft hat sich der revolutionäre Umbruch von 1989/90 im Gedächtnis unserer Zeit etabliert, sondern mit dem Pathos einer nationalen Freiheits- und Einheitsbewegung, die folgerichtig in das Ende der über vierzigjährigen Teilung Deutschlands mündete. Die öffentliche Erinnerung wird von einem zeithistorischen Narrativ beherrscht, das die Öffnung der Grenzen am 9. November 1989 aus dem Blickwinkel der deutschen Vereinigung vom 3. Oktober 1990 betrachtet und auf die zielstrebige Geschlossenheit des atemberaubenden Revolutionsgeschehens abhebt: "Wir dachten daran", erinnerte sich Rainer Eppelmann, "in der DDR einen freiheitlichen Staat aufzubauen, der in zunehmend engerer Verbindung zur Bundesrepublik Deutschland neue Wege erproben sollte."
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Zur Person |
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Martin Sabrow Dr. phil., geb. 1954; Professor für Neueste Geschichte und Zeitgeschichte an der Humboldt-Universität zu Berlin und Direktor des Zentrums für Zeithistorische Forschung Potsdam (ZZF), Am Neuen Markt 1, 14467 Potsdam. E-Mail: sekretariat@zzf-pdm.de
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Dieser Sicht folgen nicht wenige jüngere Gesamtdarstellungen der friedlichen Revolution. In einem narrativen Rahmen, der den Umbruch von 1989/90 als gradlinige Entwicklung hin zu politischer Freiheit und oft auch nationaler Einheit fasst, schrumpfen zeitgenössische Zielvorstellungen einer eigenständigen sozialistischen DDR zum realitätsfernen Hirngespinst von Sonderlingen, die während des Umbruchs den Kontakt zur Bevölkerung verloren hätten. Soweit die Vision eines "Dritten Wegs" diesen Rahmenwechsel überstanden hat, zog sie sich in die trotzige oder melancholische Gegenerinnerung ehemaliger Protagonisten zurück, die sich der "Nötigung zur Identitätsverleugnung" verweigern und resigniert mit dem Verlauf des Umsturzes von 1989/90 ins Gericht gehen oder bis heute über den "lebendige(n) Traum von einer anderen DDR" nachsinnen, "die wirklich demokratisch wäre". |
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10. Februar 2012
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Dossier |
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Deutsche Teilung - Deutsche Einheit
13. August 1961: In den frühen Morgenstunden beginnt der Bau der Mauer. Die Teilung bekommt eine konkrete Gestalt. Auch 20 Jahre nach dem "Mauerfall" ist Deutschland in vielem ein Land mit zwei Gesellschaften. |
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Schriftenreihe |
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Aufbruch nach Utopia
Ursprünglich hatte wohl tatsächlich niemand die Absicht, eine Mauer zu bauen, doch zu viele Menschen im Osten gingen buchstäblich eigene Wege. Wolle analysiert die Zeit zwischen Mauerbau und Prager Frühling vor dem Hintergrund alltäglicher Lebenswirklichkeit. |
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